Das Lied vom Scheitern

Habt Ihr schon mal etwas so richtig verbockt? Irgendwas Großes in den Sand gesetzt? Im Leben kann so einiges den Bach runter gehen – sei es im Job, in einer Freundschaft, oder in der Liebe. Letzteres ist mir passiert…


Ich habe jung geheiratet. Viel zu jung, wie ich heute finde. Aber so ist das nun mal mit der rosaroten Brille! Sie gaukelt Dir vor, alles sei schön!

Nach zwei Jahren Wochenend-Beziehung sollte es also so weit sein. Ich war gerade mal 22 und träumte von einer romantischen Hochzeit mit einem Prinzessinnen-Kleid, mein Prinz kommt auf einem weißen Pferd daher geritten…

Quatsch! So kitschig muss es nun doch nicht sein. Aber man malt sich alles so schön aus und stellt sich vor, wie die gemeinsame Zukunft aussehen soll. Heiraten, das gemeinsame Leben genießen, irgendwann ein paar süße Kinder bekommen – Friede, Freude, Eierkuchen!

…Aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof! Das musste ich leider sehr schnell feststellen. Und ganz ehrlich: ich habe es kommen sehen – schon bevor ich „Ja“ gesagt habe.

Warum ich es trotzdem tat? Das habe ich mich im Nachhinein mindestens drei Mal täglich gefragt.

Ich hatte mir anfangs nur eingeredet, dass es die typischen „kalten Füße“ sind, die mir einen Streich spielen wollen. Die Hochzeit ist geplant, bald ist es soweit – Du hast nur ein bisschen Magengrummeln.

Dass es meinem Mann an geistiger Reife fehlt, habe ich mir immer wieder versucht auszureden. Und selbst wenn – ich kann ihn bestimmt noch ändern!!! Ich lach mich tot! Leute, glaubt sowas nicht mal ansatzweise! Menschen ändern sich nur, wenn SIE es wollen, nicht wenn DU es willst.

Da waren wir also nun frisch verheiratet und es lief zunächst besser, als ich befürchtet hatte! Puh, wird wohl doch alles gut! Ja, zumindest für circa ein Jahr…und dann: Talfahrt! Erst polterten wir nur langsam den Berg hinunter, aber wir nahmen mit den Jahren zunehmend an Fahrt auf.

PENG!!! Seifenblase zerplatzt!

So häufte sich ein niedlicher, kleiner Schuldenberg auf, von dem ich nur durch Zufall erfuhr. Die regelmäßige Arbeitslosigkeit meines Mannes machte es auch nicht wirklich besser. Und wenn er dann mal einen Job hatte – Schichtdienst! Wir fuhren quasi jeden Tag aneinander vorbei. Zufällig hatte er fast nie Frühschicht. Komisch, oder?

Das klassische „Wir haben uns auseinandergelebt“ beginnt also so…

Habe ich etwas falsch gemacht? Oder liegt es an ihm? Will er mich nicht mehr? Aber so leicht gebe ich nicht auf. Fang an zu kämpfen für das, wovon Du geträumt hast! Ja, das tat ich eine ganze Weile…

Doch es endete immer wieder in Enttäuschungen. Und ich hatte das Gefühl versagt zu haben. Kälte machte sich breit, Wut auf sich selbst und vor allem aber auf ihn. Warum schreien wir uns nur an? Warum erkenne ich mich selbst nicht wieder? Warum gibt ER sich keine Mühe?

Die Frage erübrigte sich, als er immer wieder nachts nicht nach Hause kam. Abstreiten kann man(n) viel – aber das Gefühl einer Frau lässt sich nicht trügen. So gab ich irgendwann innerlich auf, die Liebe ging und ich wartete nur noch auf das Ende. Nach fünf Jahren kam es dann – ich war wieder frei, fühlte mich erlöst.

Dennoch bleibt das Gefühl: Ich bin gescheitert…

Und was kommt nach dem Scheitern?

STILLE

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