Das Chaos-Team auf Tour

Samstag mittag.
Start: Bahnhof im Kaff
Ziel: Großstadt im Pott

Meine beste Freundin und ich hatten vor uns einen tollen Tag zu machen. Doch fast nichts kam so wie geplant. Das fing schon an, als wir am Gleis standen und auf unsere Bahn warteten. Das Ticket (bereits vorab besorgt) musste noch abgestempelt werden. Der Entwerter: wir sahen ihn vom Weiten lachend winken! Er stand natürlich nicht am Gleis, sondern am Bahnhofs-Eingang. Also schnell hin, abstempeln und dann wieder zurück. Gerade noch rechtzeitig. Hechtsprung in den Zug! (Und das sollte nicht der letzte sein!)

Natürlich gab es keine freien Sitzplätze. Und die Luft war zum Schneiden. Ich bekam unverzüglich Hitzewallungen. Aber gut – drei Käffer weiter ist eh umsteigen angesagt. Und dann sollte es in einem durch gehen. Doch daraus wurde natürlich nichts. Wegen irgendwelchen „Problemen an den Gleisen“ kam der Anschluss nicht. Stattdessen durften wir mit dem Bus weiterfahren. Zusammen mit 150 anderen Leuten! 1 Stunde lang! Normalerweise wären wir dann schon längst am Ziel gewesen, aber der Bus setzte uns auf halber Strecke ab und dann sollte es wieder mit dem Zug weitergehen. Wir studierten die Fahrpläne und wollten uns gerade wieder in Bewegung setzen, als meiner Freundin auffiel, dass sie ihren Schal verloren hatte. Wir liefen zurück, grasten alles ab, aber der Schal war vermutlich schon längst mit dem Bus weitergefahren. Also machten wir uns wieder auf zum Gleis, nur um dann festzustellen, dass der Zug den wir hätten nehmen müssen gar nicht erst fuhr. Erneutes umdisponieren war angesagt. So fuhren wir nach einiger Wartezeit zunächst bis Duisburg, um von dort dann endlich nach Essen kommen. Nach drei nervenaufreibenden Stunden kamen wir endlich an unser Ziel!

Jetzt erst mal etwas essen! Das nächstbeste Lokal war natürlich nicht das Beste. Wir orderten beide eine Cola, eine Vorspeise und eine Tomatensuppe. Die Suppe kam zuerst, dann die Vorspeise. Die Getränke zuletzt. Eigenwillige Reihenfolge! Ob’s geschmeckt hat? Der Hunger treibt’s rein! Die Krönung kam aber noch: das obligatorische Haar in der Suppe! Meine Freundin schüttelte sich! Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen! Selbstverständlich hat sie eine neue Suppe bekommen. Und siehe da: sie war dieses Mal sogar gewürzt!
Bevor wir die Lokalität wieder verließen, fragten wir die Kellnerin noch nach dem Weg. Wir hatten Karten für das GOP- Varieté, jedoch keinen Plan wo sich dieses befindet. Da wir beide jedoch ein Gedächtnis wie ein Sieb haben, war die Hälfte der Wegbeschreibung schon wieder vergessen, bevor wir auch nur einen Fuß aus dem Restaurant gesetzt hatten. Die grobe Richtung stimmte, aber irgendwann kamen wir nicht mehr weiter. Da entdeckten wir auf dem Weihnachtsmarkt einen Stand vom GOP! Perfekt! Erneut nach dem Weg gefragt, mit folgender Antwort: „Es ist nicht mehr weit! Gehen Sie 100 Meter die Straße runter, dann links abbiegen und nach 10 Metern ist es dann schon auf der linken Seite!“ Äh, ja! Genau das haben wir gemacht. Aber weit und breit kein Theater! Die richtige Antwort wäre gewesen: „Gehen Sie 50 Meter die Straße runter, biegen dann links ab, nach 30 Metern rechts abbiegen und nach 300 Metern befindet es sich dann auf der rechten Seite!“ Ein netter älterer Herr war unser Held des Tages, denn er war scheinbar der einzige, der sich wirklich gut auskannte.

Tja, jetzt hatten wir noch 1 Stunde Zeit bis zum Einlass. Sind dann schnell nochmal über den Weihnachtsmarkt gehechtet, bis wir plötzlich in einem riesigen Menschenauflauf stecken geblieben sind. Da gerieten wir schon in Panik, weil wir befürchteten, unsere Vorstellung zu verpassen. Aber schließlich schafften wir es doch noch rechtzeitig. Wir saßen dann an unserem Tisch und atmeten erst mal tief durch. Dann bestellen wir uns Cocktails und eine Käseplatte, bei unserem überaus lustigen Kellner Matthias. Bei ihm konnte man sogar Therapiestunden und eine Flasche Kaffee bekommen. Sehr amüsant! Wir hatten es uns dann gerade so richtig gemütlich gemacht an unserem 4er-Tisch, da fiel meiner Freundin auf, dass wir auf den falschen Plätzen sitzen. Sie war sich 100%ig sicher die vorderen Plätze gebucht zu haben, doch unsere Tickets und die Sitzordnung behaupteten etwas anderes. Und es dauerte auch nicht lange, bis die rechtmäßigen Besitzer der vorderen Plätze wie aus dem Nichts auftauchten. Wir verkrümelten uns also schnell. Was für Verwirrung beim Kellner sorgte. Er schaffte es dennoch uns zu orten, um uns die überaus leckeren Cocktails und die ebenso schmackhafte Käseplatte zu servieren! (Achtung: Ironie!)
Als die Show anfing, hatte der Cocktail mich bereits ins Delirium befördert und ich erlebte die ersten Showacts nur in Trance. Weil Käse bekanntlich den Magen schließt, versuchte ich zu retten, was zu retten war. Hat auch nicht geholfen. Schmeckte ekelig. Zumindest das Meiste von dem was auf dem Teller so rum lag. Ganz besonders zu erwähnen ist die „Auswahl diverser Brotsorten“ (genau so stand es in der Karte), die zum Käse gereicht wurde. Wer bitte sollte diese „Massen“ essen?

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So wurden letztendlich die Hälfte vom Käse, sowie die Cocktails verschmäht. Aber die Show war wirklich schön und sehr kurzweilig. Würde ich mir auf jeden Fall ein weiteres Mal ansehen. Aber nur, wenn der „Pöbeltisch“ nicht wieder da ist. Ein Haufen (eher unreifer als) reifer Herrschaften, die sich über die Show, sowie über den Service lauthals beschwerten. Den ganzen Abend! Ich hätte sie rausgeschmissen! Unverschämtes Volk! Die hatten wohl zu viel Glühwein in der Birne! Aber leider durften sie bleiben. Na ja, was soll’s!? Es nervte zwar, passte aber auch zum Rest des Tages.

Die Show ging viel zu schnell vorbei, fast genau so lang mussten wir an der Garderobe anstehen, um unsere Jacken zu holen. Das bedeutete, wir würden unseren Zug verpassen. War ja klar. Also schlenderten wir noch eine Runde über den Weihnachtsmarkt. Als wir später zum Bahnhof gingen erfuhren wir, dass unser Zug immer noch nicht durchfahren würde. Uns wurde jedoch glücklicherweise eine andere Route empfohlen. Die ging über Düsseldorf, dort mussten wir dann umsteigen. Von Gleis 16 auf Gleis 4 in nur 2 Minuten. Und es waren noch riesige Menschenmassen unterwegs. Wir rannten wie die Irren im Slalom durch die Leute und schafften es gerade so in den Zug. Kaum waren wir drin, setzte dieser sich auch schon in Bewegung. Ich brauchte ca. 10 Minuten – dann war die Schnappatmung überstanden. Entspannung war trotzdem noch nicht angesagt. Denn in der Bahn war High Life angesagt. Eine Horde singender Holländer! Nichts gegen unsere Nachbarn – das hättet Ihr uns jedoch ruhig ersparen können…

Aber eigentlich rundete das diesen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen doch auch irgendwie ab! Und je mehr schief lief, desto mehr hatten wir letztendlich auch zu lachen! Alles chaotisch – so wie wir!

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