Supermom ist der Verlierer…

Hier läuft es gerade so gar nicht rund. Es ist echt zum Wegfliegen. Herr Sohn will von Mama gerade gar nichts mehr wissen.

Warum?

Das wüsste ich auch gern. Es ist schon seit einer Woche etwas schwierig. Denn seitdem will er nicht mehr richtig essen. Weder Frühstück, oder seine sonst so heiß geliebten Quetschies, geschweige denn Mittagessen. Und das trotz Silberbesteck! (Neuerdings ist die kleine Plastikgabel nämlich total uncool und wurde gegen ein richtiges Kinderbesteck ausgetauscht!) Er will nicht mal mehr in seinem Hochstuhl sitzen. Jedes Mal gibt es einen riesigen Aufstand. Oft wird das Essen nicht mal probiert, sondern gleich mit einem nörgeligen „Nö!“ abgelehnt. Fazit: Er isst fast gar nicht, schreit aber regelmäßig „Hunger!“ – um dann trotzdem alles abzulehnen, was ich ihm anbiete. Selbst sein Lieblingsessen wird verschmäht. (Ich wollte es auf die hinteren Backenzähne schieben, aber er lässt mich nicht gucken!)

Wenn das nur das einzige Problem wäre…

Hier sind irgendwie alle nicht so ganz gesund. Papa plagt sich seit über einer Woche mit einer richtig fetten Grippe herum. Herr Sohn war in der Nacht von Samstag auf Sonntag etwas fiebrig und am Tag darauf irgendwie total k.o. – und mich hatte ein gemeiner Magen-Darm-Virus erwischt. Als ich morgens aus der Dusche kam, hatte ich plötzlich arge Kreislaufbeschwerden und es dauerte nicht lange, da war mir auch mehr als schlecht. Ich habe nichts bei mir behalten und konnte den ganzen Tag wirklich nur liegen und war nicht ansprechbar. Es ging wirklich gar nichts mehr. So hat Papa sich um den Kleinen gekümmert – so gut er selbst eben konnte. Was für ein schrecklicher Tag!

Am nächsten Morgen ging es mir dezent besser. Ich konnte wieder eine Kleinigkeit essen, war aber noch recht schlapp. Herr Sohn hingegen wirkte wieder relativ fit. Eine schlechte Kombination. Irgendwie hatte ich das Gefühl, er ist sauer auf mich, weil ich mich nicht so intensiv um ihn kümmern konnte, wie ich es sonst immer mache. Ich war gerade alles andere als eine Supermom – und das ließ er mich spüren. Nicht nur, dass er ohnehin schon den ganzen Tag nach Papa rief; er bekam auch den schlimmsten Wutanfall überhaupt. Er wachte schreiend aus dem Mittagsschlaf auf und brüllte nach Papa – der auch sofort zur Stelle war, den er arbeitet ja im Home-Office und ist meistens Zuhause. Er ließ sich kurzzeitig beruhigen, nur musste Papa ja auch wieder an die Arbeit. Und dann ging das Drama richtig los. Er weinte und weinte und ich versuchte ihn zu trösten, was mir nicht so recht gelang. Mir fehlte echt die Kraft und innere Ruhe. Ich erzählte ihm, dass Oma gleich kommt und mit ihm spazieren gehen würde. Das machte es aber nur noch schlimmer. Denn er wollte scheinbar sofort los und brüllte ununterbrochen „Klaufen! Klaufen! Klaufen!“ (Was natürlich Laufen heißt. Er macht vor alle L-Wörter ein K.) Er war jedoch so sehr Rage, dass ich auch einfach nicht verstanden habe, was er wirklich will. Es hätte in dem Moment auch „Schlafen“ oder „Löwe“ heißen können. Da der Mittagsschlaf zu früh abgebrochen wurde, fragte ich ihn, ob er müde ist und weiter schlafen möchte. Auf die Frage, ob er ins Bett möchte antwortete er mehrmals mit „Ja“, aber natürlich war das nicht richtig. Es machte die Sache nur noch immer schlimmer. Er hing an mir dran und schrie, rasend vor Wut, und ich durfte ihn nicht anfassen und versuchen ihn zu beruhigen. Ich wusste einfach nicht mehr weiter. Schließlich heulte ich irgendwann einfach nur noch mit, völlig überfordert von der Situation. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Irgendwann erbarmte Papa sich wieder, ließ seine Arbeit liegen und nahm mir unseren Sohn ab. Nach etwa 45 Minuten voller Wut und Tränen beruhigte er sich langsam – und dann kam auch endlich Oma. Und von da an war der Tag eigentlich gerettet für ihn. Von mir wollte er einfach nichts wissen.

Dienstag war es allerdings nicht wirklich besser. Es gab noch mehrere heftige Wutausbrüche und alles was ich zur Linderung beitragen wollte, bewirkte eher das Gegenteil. Es ist zum Verzweifeln! Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf wirkte er dann jedoch etwas ausgeglichener. Dann kam eine Freundin zu Besuch, der es gerade allerdings nicht so gut geht, daher hatte sie großen Redebedarf. Das war für Herrn Sohn natürlich langweilig – stand er nun mal nicht im Mittelpunkt. Papa ging dann aber nach Feierabend mit ihm zum Spielplatz, da war wieder alles gut.

Und heute – tja, da wachte der kleine Mann mit Schnoddernase auf und wirkte sehr angeschlagen. Immerhin hat er nach etwas Überredungskunst eine Kleinigkeit gefrühstückt, war aber sehr weinerlich. Tatsächlich wollte er schon um 10.00 Uhr wieder ins Bett und schläft seitdem.

Ob seine Wut damit zusammenhing, dass er etwas ausbrütet? Oder doch daran, dass ich ihm in den letzten Tagen nicht so recht gerecht werden konnte? Wenn ich das nur wüsste… Ich muss gestehen, diese Ausbrüche machen mir ein wenig Angst. Ich kann nicht gut damit umgehen. Und was, wenn es noch schlimmer wird? Was, wenn ich nicht herausfinde, was ihn bedrückt?

Geht oder ging es bei Euch ebenfalls manchmal so extrem zu? Wie seid Ihr damit umgegangen?

Habt Ihr Nerven wie Drahtseile? Wenn ja, wo kann man die kaufen?

5 Gedanken zu “Supermom ist der Verlierer…

  1. Hallo,
    auch bei uns gibt es immer mal wieder Wutanfälle, wo man gar nicht erst auf die Idee kommen darf, dem Kind liebevoll den Rücken zu streicheln. Und bei jedem begonnenen Satz, mit dem man beruhigend auf es einreden möchte, wird das Schreien nur noch lauter. Daher bin ich nun in solchen Situationen einfach nur noch da. Ich sitze beim Kind, doch lasse es absolut in Ruhe. So vergehen diese Wutanfälle viel schneller und das Kind kommt, wenn es soweit ist zu mir rüber zum kuscheln.
    Vielleicht hilft dir das ja. Ich wünsche dir viel Kraft.
    Liebe Grüße, Heike

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    • Danke Heike! Gut zu wissen, dass es nicht nur uns so geht. Bisher habe ich es auch immer so gemacht wie Du, nur fehlte mir die letzten Tage dafür einfach die Ruhe und Gelassenheit, die mein Sohn wohl gebraucht hätte. Hoffentlich finde ich sie bald wieder…

      Liebe Grüße, Nadine

      Gefällt 1 Person

  2. Gute Besserung! Ich fürchte, da muss jeder mal durch. Wahrscheinlich ist es eine dieser tollen „Phasen“, „Schübe“, „Zähne“, „Ausbrüten“ oder sonstige Störenfriede. Drücke dir Daumen, dass es bald vorbei ist!!

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