Seit ich Mutter bin, kriege ich nichts mehr auf die Reihe

Kennt Ihr das? Ihr seid Mutter geworden, vielleicht gerade erst ganz frisch. Oder Ihr seid es schon länger, so wie ich. Bald wird mein Sohn schon zwei Jahre alt. Ich beschäftige mich fast rund um die Uhr mit ihm, weil das für mich einfach das Wichtigste ist. Und trotzdem bin ich oft unzufrieden, weil ich ständig das Gefühl habe, dass ich nichts anderes mehr auf die Reihe kriege. Damit meine ich speziell den Haushalt. Eigentlich kann das ja nicht so schwer sein, Kind und Haus unter einen Hut zu bringen, oder? Das schaffen andere ja schließlich auch. Zumindest habe ich immer das Gefühl, dass es bei anderen immer sauberer und aufgeräumter ist, als bei mir. Und wie soll das erst werden, wenn bald das Baby da ist? Dann schaffe ich ja erst recht nichts mehr!

Also, was mache ich eigentlich den ganzen Tag? Wieso schaffe ich denn überhaupt nichts? Oder stimmt das vielleicht gar nicht? Vielleicht sollte man hin und wieder einfach mal einen Tag Revue passieren lassen. Und das mache ich jetzt!

Als ich heute morgen aus dem Bad kam, habe ich erst mal die Betten gemacht. Kurz danach wurde Herr Sohn wach und weil er gleich mit seinen Autos spielen wollte, habe ich in der Zeit sein Bett frisch bezogen. Dann habe ich ihn gewaschen und angezogen. Anschließend sind wir nach unten gegangen und ich habe für uns beide das Frühstück zubereitet. Gleich danach habe ich die Spülmaschine angestellt, die Dunstabzugshaube poliert (die hatte es echt nötig) und die Arbeitsflächen geschrubbt. Herr Sohn saß währenddessen auf dem Boden und schaute sich ein Buch an.

Was stinkt denn hier so?!? Natürlich, der Morgenschiss! Also, erst mal schnell die Windel gewechselt. Dann ein wenig im Wohnzimmer aufgeräumt. Zeit zum Spielen! Ich habe einige Bücher vorgelesen und wir haben mit Herrn Sohns Autos gespielt. Später klingelte der Postbote und brachte mir eine Großlieferung Bikinis, da ich für den Urlaub dringend noch etwas Neues brauchte. Nachdem alles anprobiert war und ich meine Auswahl getroffen hatte, wurde das Paket direkt wieder zur Rücksendung fertig gemacht. Auf der Suche nach Schere und Packband fiel mir das Chaos in den Wohnzimmer-Schubladen auf. Die wurden daraufhin gleich mal ausgemistet und sortiert.

Da stinkt es schon wieder. Also, wieder eine neue Windel!

Jetzt ist es schon fast Mittag. Ich habe Nudeln gekocht und währenddessen die Spülmaschine ausgeräumt. Nach dem Essen alles aufgeräumt, die schmutzigen Teller und Töpfe gleich in die Spülmaschine gepackt. Herr Sohn kommt in die Küche und stinkt schon wieder!!! Unfassbar! Nächste Windel!

Außerdem habe ich im Keller zwei randvolle Ständer Wäsche abgehangen und fein säuberlich zusammengelegt, gleich auch die nächste Maschine Wäsche angestellt. Währenddessen holte Herr Sohn sämtliche verfügbare Besen und Wischer aus dem Nebenraum und verbreitete ordentlich Unordnung. Das Chaos habe ich natürlich auch gleich wieder bereinigt.

Als Papa Feierabend hatte, wurde die inzwischen fertige Wäsche schnell noch aufgehangen, danach gab es eine kurze Ruhepause für mich. Ich habe ein Bad genommen und ein wenig Energie getankt.

Und schon ging es wieder weiter. Papa musste noch weg, so habe ich das Abendessen für Herrn Sohn und mich zubereitet und ihn danach bettfertig gemacht. Nach dem üblichen Abendritual ging es dann ins Bett mit ihm – und ich habe jetzt auch Feierabend.

Und zwischen all dem? Wurde gespielt, getobt, gelacht, gesungen, gekuschelt.

Und wenn ich das mal alles ganz genau betrachte, habe ich heute doch eine ganze Menge erledigt, auch wenn es meistens nur Kleinigkeiten waren. Aber die Summe macht’s!
Klar, ich müsste dringend mal saugen und wischen – und das Bad hätte es auch mal wieder nötig. Aber für die „großen“ Sachen bleibt mir nur Zeit, wenn Oma mal mit meinem kleinen Schatz spazieren geht, denn seit er keinen Mittagsschlaf mehr macht und immer mitmischen will, ist das echt schwierig geworden.

Und trotzdem – man schafft doch mehr, als man denkt!

Ihr lieben Mamas da draußen – fluppt bei Euch immer alles? Oder geht es Euch auch manchmal so, dass Ihr denkt, Ihr bekommt nichts mehr geregelt? Wenn das so ist, dann denkt doch mal darüber nach, was Ihr tatsächlich so den ganzen Tag macht! Sicher werdet Ihr feststellen, dass Ihr doch eine ganze Menge schafft! Und falls nicht – dann könnt Ihr wenigstens das gute Gefühl haben, Eure Zeit trotzdem sinnvoll eingesetzt zu haben: nämlich für Eure Kinder! Was gibt es Wichtigeres?

Unser Wochenende fiel ins Wasser

Für das vergangene Wochenende hatten wir ein paar Pläne – aber das Wetter hatte uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Die ganze Woche war es so schön – und dann? Nur Regen!

Eigentlich wollten wir alle ganz früh aufstehen am Samstag. Papa hatte nämlich ordentlich was vor. Der Spielturm von Herrn Sohn lag in unzähligen Einzelteilen auf der Terrasse und wartete darauf, endlich aufgebaut zu werden.

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Und ich wollte mit Herrn Sohn, seiner quirligen kleinen Freundin und ihren Eltern in den Tierpark. So hätte Papa in Ruhe arbeiten und wir uns einen schönen Tag machen können. Doch bereits der erste Blick aus dem Fenster vermasselte alles.

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Der Besuch im Tierpark ging den Bach runter und für den Aufbau des Spielturms sah ich ebenfalls schwarz.

Aber ein Mann, ein Wort! Und was macht einem echten Kerl schon so ein bisschen Regen aus?! So machte Papa sich doch an die Arbeit und zwischendurch hat es auch mal aufgehört zu regnen. So nahm das Ganze langsam Formen an.

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Später kam sogar mein Bruder – von Herrn Sohn liebevoll immer nur „Onkel“ genannt – freiwillig um meinem Mann unter die Arme zu greifen. Ich muss dazu sagen, dass Onkel Zimmermann ist und sogar eine Weile bei einer Firma arbeitete, die ausschließlich Spielplätze baute.

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So ging es dann doch recht gut voran, doch irgendwann kam dann ein wirklich schlimmer Regenguss, und dann war es vorbei mit der Arbeit. Und es war auch eigentlich eh nicht mehr viel Zeit.

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Meine Eltern hatten Hochzeitstag und die Kinder waren alle eingeladen – das heißt mein Bruder und ich mit unseren Familien.

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Als Geschenk brachten wir meinen Eltern einen digitalen Bilderrahmen mit, bereits gefüllt mit einer Menge Fotos von den fünf Enkelkindern und natürlich auch von sich selbst – schonungslose Bilder, mit Grimassen und allem drum und dran. Ich hatte mehrere Stunden damit verbracht, all meine Fotos zu durchforsten, um ein schönes Potpourri für die beiden zusammenzustellen. Unter anderem ist dort auch ein Kinderfoto von mir zu finden – mit Pottpony und ganz furchtbarer Kluft.

Da muss ich so ungefähr 5 Jahre alt gewesen sein...
Da muss ich so ungefähr 5 Jahre alt gewesen sein…

Es war ein schöner Abend. Herr Sohn hat mit seinem Cousin getobt und gespielt und wir haben lecker gegessen und den Abend genossen. Viel zu spät ging es dann nicht ohne Probleme ins Bett – denn als wir nach Hause kamen, wollte Herr Sohn noch im Garten spielen. Als wir ihm sagten, dass bereits Bett-Zeit angesagt ist, gefiel ihm das so gar nicht. Schließlich ließ er sich aber doch irgendwann überreden.

Der Sonntag war ebenso verregnet. Das heißt die Arbeit am Spielturm konnte nicht wirklich weitergehen und auch sonst war uns allen recht langweilig.

Mittagessen gab es dann vom neuen Teller, und das kam gut an. Je leerer der Teller wurde, desto mehr Tiere waren dort zu entdecken. Elmar, der Elefant und seine Freunde! Dazu gibt es den passenden Trinkbecher,der besonders beliebt ist, weil er ja so groß ist wie ein richtiges Glas! Daraus wird jetzt besonders gern getrunken!

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Als am späten Nachmittag noch ein wenig die Sonne raus lauerte, wollte ich gern ein Eis essen gehen. Papa meinte, es wäre doch besser am Spielturm weiter zu basteln, und das sah ich dann auch ein. Ich möchte ja, dass so schnell wie möglich damit gespielt werden kann.

Herr Sohn guckte genau zu, was Papa da so macht.IMAG1745_BURST008

So ist der aktuelle Stand...
So ist der aktuelle Stand…

Fertig ist er natürlich immer noch nicht, aber bald…

Herr Sohn ging dann noch in die Badewanne, wo er uns mal wieder nach Herzenslust mit reichlich Wasser vollspritzte. Nach dem anschließenden Abendbrot ging es auch schon bald ins Bett.

Mama hat dann doch noch ihr ersehntes Eis bekommen. Danke Papa!

Blutorange, Zitrone, Erdbeer und Vanille
Blutorange, Zitrone, Erdbeer und Vanille

Und welches Eis mögt Ihr am liebsten?

Ich wünsche Euch eine schöne Woche!

Ein kleiner Ausflug nach… KOBLENZ

Es ist schon wieder eine Weile her – genau gesagt schon fast vier Jahre –  da haben wir einen wunderschönen Ausflug nach Koblenz gemacht. Vermutlich haben wir an diesem Tag nicht einmal die Hälfte von all dem entdeckt, was es dort zu sehen gibt. Trotzdem möchte ich Euch ein wenig daran teilhaben lassen. Vielleicht gefällt es Euch ja, und Ihr bekommt Lust, ebenfalls einmal nach Koblenz zu reisen.

Ich empfehle Euch: nehmt Euch lieber zwei Tage Zeit, statt nur einen. Sonst verpasst Ihr womöglich das Beste.

Aber hier kommen jetzt ein paar Eindrücke, die ich in dieser schönen Stadt gesammelt habe.

Wir starten mit einer Seilbahnfahrt über den Rhein. Es geht hinauf zur Festung Ehrenbreitstein, die ich wirklich sehr sehenswert finde.

Mit der Seilbahn geht es hich hinauf!
Mit der Seilbahn geht es hoch hinauf!

Seilbahnstation

Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Deutsche Eck.
Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Deutsche Eck.
Deutsches Eck und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Deutsches Eck und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Unser Ziel ist die Festung Ehrenbreitstein. Diese kann man besichtigen und das fand ich sehr lohnenswert für Entdecker, wie wir welche sind.

Ein Blick auf die Festung von unserer Gondel aus...
Ein Blick auf die Festung von unserer Gondel aus…

Festung Ehrenbreitstein0

Festung Ehrenbreitstein2

Festung Ehrenbreitstein3

Festung Ehrenbreitstein4

Es gibt dort noch viel mehr zu sehen, nur irgendwie habe ich zwischendurch scheinbar vergessen, ein paar Bilder zu knipsen. Ein Grund mehr, es Euch selbst anzuschauen!

Wieder unten angekommen, führte uns unser Weg zunächst ein wenig am Rhein entlang.

Rheinblick

Und an der bunten Seite der Stadt…

Koblenz blüht...
Koblenz blüht…

Koblenz blüht1

Koblenz blüht2

Weiter geht es zur Historiensäule. Diese ist ein Brunnen in der Altstadt von Koblenz, auf dem Josef-Görres-Platz. Die Säule ist 10,59 Meter hoch und wiegt ganze 3,6 Tonnen und sie erzählt die Geschichte der Stadt Koblenz in zehn Bildern von der Römerzeit bis heute. Ich fand sie fanzinierend!

Leider sind die Bildnisse auf diesem Fotos nicht besonders gut zu erkennen.
Leider sind die Bildnisse auf diesem Foto nicht besonders gut zu erkennen.

Unser Weg führte uns dann am Rathaus vorbei. In dessen Hof steht der Schängelbrunnen, welcher 1941 erbaut und zu einem Wahrzeichen der Stadt wurde.

Rathaushof mit Schängelbrunnen

Wir machten schließlich noch eine kleine Stadtrundfahrt mit dem Altstadt-Express, der uns an folgenden Sehenswürdigkeiten vorbeiführte:

– die St. Kastor Kirche
– das Kaiser-Wilhelm-Denkmal
– die Mosel
– das Kauf- und Danzhaus mit Augenroller
– die Liebfrauenkirche
– die alte Burg
– die berühmte Deinhard-Sektkellerei
– das Koblenzer Schloss
– das Mahnmal für die Verfolgten des Zweiten Weltkrieges

Hier noch ein paar Eindrücke von dieser Stadtrundfahrt.

Die Fahrt ging durch die Altstadt...
Die Fahrt ging durch die Altstadt…
Kauf- und Danzhaus
Kauf- und Danzhaus
Kurfürstliches Schloss
Kurfürstliches Schloss
St. Kastor
St. Kastor

Das war’s auch schon mit unserem kleinen Ausflug. Vielleicht habt Ihr ja Lust bekommen, Koblenz auf eigene Faust zu entdecken. Fahrt nicht so blauäugig los wie wir, plant den Ausflug gut, damit Ihr alle Seiten der Stadt kennenlernt. Es lohnt sich!

Viel Spaß!

Our House – The 80’s are still alive

Wohnt Ihr zur Miete? Oder in den eigenen vier Wänden? Beides kann schön sein, letzteres ist toll, jedoch auch immer irgendwie mit einer Menge Arbeit und Kosten verbunden. Zumindest wenn man nicht gerade im modernsten Neubau wohnt.

So wie wir. Unser kleines Haus ist aus den 80er Jahren – und das sieht man ihm auch heute noch an. Dabei haben wir schon viel getan. Trotzdem wird immer ein Hauch aus den 80ern erhalten bleiben, befürchte ich.

Wir wohnen hier nun seit 3 1/2 Jahren und am Anfang sah es noch so gar nicht chic aus. Schon im Eingangsbereich wurde man von kackbraunen Bodenfliesen begrüßt, welche sich bis zur Küche ausgebreitet haben.

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Und der gesamte Flur- und Treppenbereich: Rauputz!!! Ebenso im Wohnzimmer – angestrahlt von krankenhausweißen Bodenfliesen. Alles andere als warm und gemütlich.

Wohnzimmer alt

Der nächste Blick fiel zwangsläufig auf den kleinen Garten, auf Waschbeton-Platten, Bretterbude und einen riesigen (hässlichen) Kirschbaum. Aber er war schön klein, genau richtig für Leute, die Gartenarbeit nicht ausstehen können.

Garten alt

Weiter ging es in der 1. Etage. Das Bad (und übrigens auch das Gäste-WC) lachte uns total Retro an – in Bahama-Beige. Sogar der Pott, die Wanne und das Waschbecken waren beige. Auf dem doch recht engem Raum wurde man förmlich davon erschlagen.

Bad alt

Das Schlafzimmer und die beiden Kinderzimmer (von denen das eine eher einer Kammer gleicht), waren mit Laminatböden ausgelegt, dessen beste Tage jedoch auch schon längst vorüber waren.

Noch eine Etage weiter oben gibt es ein ausgebautes Studio, welches sich doch schon sehen lassen konnte. Und ein Traum für Papa! Platz für seine Instrumente und das Studio-Equipment! Nebendran eine kleine Kammer, welche als Gesangskabine dienen könnte. Optimal!

Tja, wir gingen ganz spontan zu dieser Hausbesichtigung, eigentlich war ein Haus noch gar nicht so richtig eingeplant, vor allem nicht für mich, machte mir der finanzielle Faktor doch große Sorgen. Doch irgendwie gefiel uns die Größe und Aufteilung des Hauses, und mir vor allem der Wohnort. Denn es war mein Heimatort und eigentlich wollte mein Mann immer näher Richtung Arbeitsplatz. Ich wollte jedoch nie hier weg. DIE Gelegenheit ihn hier festzunageln!

(Inzwischen könnte mein Mann kaum näher an seinem Arbeitsplatz wohnen, hat er doch jetzt ein Home-Office!)

Und ehe wir uns versahen, waren wir auch schon Eigentümer dieses kleinen Reihenhauses, in dem es noch so viel zu tun gab. Knapp 120 m², plus Keller und einem kleinen Garten. Perfekt für uns zwei.

Also, dann mal ran an die Arbeit!

Da alles so überraschend kam und wir bis zum Umzug schlussendlich nur einen knappen Monat Zeit hatten, mussten wir ein echt sportliches Tempo an den Tag legen. Da wir jedoch beide nur Sesselpupser sind, musste dringend ein Fachmann her. Der verwandelte unser kleines Bad von hässlich und Oldschool in eine ansehnliche Badeoase. Weiße Wandfliesen, Mosaikbordüren, anthrazitfarbene Bodenfliesen und moderne Armaturen.

Bad neu

Natürlich verlief das nicht ganz ohne Pannen. Beim Versuch die beiden neuen Waschbecken zu installieren, wurden mal eben drei riesige Löcher in die Wand geschlagen – mit Aussicht ins Nebenzimmer. Und ich muss an dieser Stelle sicher nicht erwähnen, dass die Wände in diesem Zimmer bereits fertig tapeziert und gestrichen waren!? Außerdem gab es noch einen kleinen Rohrbruch der Warmwasserzufuhr. Die Flut konnte nicht so leicht gestoppt werden, da auch der Haupthahn im Keller defekt war. Überraschung!!! Glücklicherweise war gerade in dem Moment der richtige Mann zur Stelle, so hielt sie die Katastrophe in Grenzen.

Während die Böden in Flur und Küche ebenfalls mit anthrazitfarbenen Fliesen versehen wurden, hatte mein Mann eine ganz andere Aufgabe. Er kratzte in Wohnzimmer und Flur den Rauputz von den Wänden. Der Lohn dafür waren schmerzende, schwielige Hände. Anschließend wurden die Wände dann neu verputzt und natürlich abgeschliffen. Der größte Dreck aller Zeiten! Eine feine, graue Staubschicht bedeckte das ganze Haus, vom Dachboden bis zum Keller. (Und auch noch ein halbes Jahr später legte sich nach dem Putzen immer wieder ein feiner Schleier über alle Böden.)

Meine beste Freundin und ich strichen anschließend die Wände im Wohnzimmer. Ich immer gleich oben unter der Decke. Sie den unteren Bereich. Genickstarre und Muskelkater in den Armen. Mein Mann und ich legten dann an einem sehr langen Sonntag dort neues Laminat. Wir waren blutige Anfänger und mussten uns erst mal eingrooven. Als wir fast fertig waren, sahen wir, dass am anderen Ende des Raumes ein Hubbel war. Einer der Abstandshalter war umgefallen und lag nun unter dem Laminat. Und jetzt? Alles wieder raus machen? Nee, nicht mit mir! So haben wir uns eine „Angel“ gebastelt und ein wenig gepfriemelt und dann hatten wir es auch so geschafft. Puh!

13. Wohnzimmer

Das Schlafzimmer wurde nur in lila gestrichen, der Boden blieb erst mal drin. Wir konnten aus Zeitmangel nicht alles so ausführlich machen, wie wir es gern gehabt hätten. Das kleine Kinderzimmer wurde zum Gästezimmer, das größere diente vorerst als Wäsche- und Abstellraum.

In der Küche wurde eine Wand mit Mustertapete versehen, der Rest mit Raufaser. Der Fliesenspiegel wurde neu gemacht mit silbergrauen Mosaik-Fliesen. Da unsere alte Küche so wie sie war nicht ganz in den Raum passte und ein paar Schränke ausgetauscht werden mussten, standen wir vor einem Problem. Es gab nicht mehr die passende Farbe zu unseren Schränken. IKEA sei Dank, kann man die Fronten ohne großen Aufwand tauschen, und so wurde aus der ehemals vanillegelben Küche eine Knallrote mit Hochglanzfronten. Sieht sehr cool aus, leider jedoch nicht wenn immer Kindernasen und Finger darauf rumpatschen. Aber da habe ich halt Mut zur Lücke! Das gehört so!

9. Küche

Eine neue Heiztherme musste auch noch her, war die alte doch schon 30 Jahre alt.

All das haben wir in nur wenigen Wochen erledigt. Der Umzug (übrigens nur 700 m von der alten Wohnung entfernt) ging dank vieler helfenden Hände schnell über die Bühne.

Doch zu tun gibt es IMMER etwas. Im folgenden Frühjahr wurde der Vorgarten komplett plattgewalzt und mit einem Kiesbett neu gestaltet. Und dann kündigte sich auch schon bald unser Sohn an – da wurde natürlich das Kinderzimmer neu und wunderschön gestaltet für den kleinen Mann.

Letzten Sommer musste dann der Garten dran glauben. Die Waschbetonplatten: weg! Der alte Rasen: weg! Der Kirschbaum: weg!

Garten im Umbruch Der Baum musste dran glauben

Neue Platten, Rollrasen, ein kleiner Kugel-Trompetenbaum. Nur die Bretterbude blieb. Sie ist zwar hässlich, aber auch praktisch. Also pflanzten wir davor eine Hecke, in der Hoffnung, dass die Bude bald nicht mehr sichtbar ist. Wir hoffen immer noch.

Garten neu

Heute wurde dann noch ein Spielturm für unseren Sohn angeliefert, mit Sandkasten und Rutsche. Das ist unser nächstes Projekt.

Das Lila im Schlafzimmer konnte ich auch schon nicht mehr sehen, so wurde das letzten Herbst neu gestaltet, dezent in weiß und grau.

Und dann? Das Gäste-WC! So langsam möchten wir uns dann doch ganz von Bahama-Beige verabschieden und haben uns für weiße Wandfliesen und dunkelbraune Bodenfliesen entschieden. Ein Waschbecken und das passende Schränkchen dazu steht auch schon bereit. Die neue Schüssel ist noch auf dem Weg. Jetzt warten wir nur noch auf das perfekte Angebot eines Handwerkers.

Eines der letzten Relikte aus den 80ern!
Eines der letzten Relikte aus den 80ern!

Und dann steht bald noch das zweite Kinderzimmer an. Darauf freue ich mich am meisten. Ich weiß auch schon, wie es aussehen soll. Aber das erzähle ich Euch ein anderes Mal.

Dann wären da noch die Zimmertüren in Mahagoni. Auch ein deutliches Zeichen der 80er! I-r-g-e-n-d-w-a-n-n werden die auch mal ausgetauscht.

Und wer weiß, was sonst noch so alles kommt.

(Übrigens gefiel uns ja anfangs, dass hier nicht alles so riesig ist. Inzwischen aber könnte doch jeder Raum so ein paar m² mehr haben. Und auch der Garten, damit wir Platz hätten für eine Schaukel. Mit der Größe der Familie wachsen auch die Ansprüche. Aber so ist es jetzt nun mal. Das passt schon.)

Was aber wohl immer bleiben wird: der Rauputz im Treppenhaus. Die Chance haben wir am Anfang verpasst. Hätten wir mehr Zeit gehabt, dann wäre er jetzt sicher weg. Aber den ganzen Dreck kann ich mir jetzt nicht mehr ins Haus holen, wo alles voll mit Möbeln und Bewohnern bestückt ist.

Deswegen werden wir immer ein wenig in den 80ern leben. Ob wir wollen oder nicht…

Zwischen Hühnersuppe und Inhalator

In den letzten Tagen ist meine Hochachtung vor Alleinerziehenden noch einmal immens gewachsen. Denn ich war vier Tage lang auch „alleinerziehend“. Und krank. Mit einem ebenso kranken Kind. Und ich war kaum in der Lage für mein Kind richtig da zu sein. Das brach mir fast das Herz, aber ich konnte mich aber ja selbst kaum auf den Beinen halten.

Es ging schon vor dem Wochenende los. Wir hatten erste Anzeichen einer Grippe. Alle auf einen Schlag. Samstag sind wir für Herrn Sohn noch zur Notapotheke gefahren und haben Schmerz- und Fiebersaft besorgt. Dann noch schnell das Nötigste eingekauft und ab auf’s Sofa. Papa musste aber am Sonntag Morgen seine Geschäftsreise antreten – vier Tage zur Messe. Als er das Haus verließ, die Haustür ins Schloß fiel, in dem Moment ging das Drama los. Herr Sohn lag eigentlich noch schlummernd im Bett, trotzdem ist ihm nicht entgangen, dass Papa nicht mehr da ist. Über das Babyphone hörte ich sein Weinen und wie er rief „Papa, Arm! Papa!!“

Aber sein Held war weg und ich versuchte, ihm zu erklären, dass Papa mit dem Auto weggefahren ist und auch ein paar Tage unterwegs sein würde. Aber das machte seinen Kummer natürlich nur noch schlimmer und er wollte sich gar nicht mehr beruhigen lassen. Also haben wir beide erstmal eine halbe Stunde geweint (ich konnte mich leider auch nicht zusammenreißen), doch irgendwann ging es und dann konnte ich ihn überreden, frühstücken zu gehen. Aber er weinte den ganzen Tag über sehr viel und das war für uns beide sehr kräftezehrend. Er hustete unaufhörlich, die Nase lief und offensichtlich hatte er auch Ohrenschmerzen. Ich selbst hatte (habe immer noch) die Nasen- und Nebenhöhlen total zu, eine Halsentzündung und starke Kreislaufbeschwerden. Da wurde Alltägliches wie Spielen oder Windeln wechseln zum echten Kraftakt.

Sonntag Nachmittag holten Oma und Opa den kleinen Mann zu einem Spaziergang ab. Frische Luft tut ihm sicher gut – und mir die Ruhe. So bekamen wir den Tag noch recht gut rum, doch die Nacht wurde dafür umso schlimmer. Sechs Mal wurde mein süßer Schatz schreiend wach und ließ sich nicht so leicht beruhigen, weil er immer wieder nach Papa verlangte. Ich versuchte immer wieder beruhigend auf ihn einzureden, doch irgendwann verabschiedete sich dann meine Stimme. Ich bekam kaum mehr ein Wort raus, nur noch ein leises Krächzen… und beruhigte er sich dann endlich, stand ich spätestens zwei Stunden später wieder an seinem Bett. So ging es die ganze Nacht. Und um 06.30 war es dann ganz vorbei.

Der Tag danach war einfach grauenvoll. Wir waren beide total gerädert. Herr Sohn wollte drei Mal tagsüber ins Bett, aber sein Schlaf war immer schon nach einer halben Stunde vorbei, weil er so mit seinem Husten zu kämpfen hatte. Und bei mir ging gar nichts mehr. Ich konnte mich kaum vom Sofa weg bewegen. Am späten Nachmittag kam meine Schwiegermutter vorbei und brachte mir einen Inhalator und diverse Erkältungstees mit. Den Tee durfte ich aber leider nicht trinken – nicht erlaubt in der Schwangerschaft!! Hätte ich mir ja denken können. Wo man ja auch sämtliche pflanzliche Medikamente nicht nehmen darf, laut Packungsbeilage. Und das Inhalieren hat es eher schlimmer gemacht als besser. Danach waren die Halsschmerzen noch heftiger und Luft bekam ich auch nicht besser.

Herr Sohn schlief in dieser Nacht schon viel ruhiger. Ich hatte ihm von Opa einen anderen Hustensaft besorgen lassen, und der verschaffte endlich Linderung. Ich schlief trotzdem nicht, weil ich einfach keine Luft bekam. Und ohne Schlaf auch keine Erholung.

Am Dienstag ging es weiter bergab mit mir. Herrn Sohn ging es zum Glück schon wieder besser – was aber auch bedeutete, dass er von mir mehr Action wollte. Wozu ich kaum in der Lage war. Es scheiterte ja schon daran, ihm etwas vorzulesen mit meiner kaum vorhandenen Stimme. Zum Glück kündigte meine Schwiegermutter sich erneut an. Sie hatte mir einen riesigen Topf Hühnersuppe gekocht und machte einen ausgedehnten Spaziergang mit dem Zwerg und ich ruhte mich aus.

Heute geht es mir nur ganz dezent besser. Die Halsschmerzen sind fast weg, dafür habe ich jetzt aber Husten. Ist auch nicht wirklich toll. Und ich schmecke und rieche gar nichts mehr. GAR NICHTS. Nicht mal Stinke-Windeln! Und Herr Sohn hat auch nicht erwähnt, dass er eine neue Windel braucht (was er sonst eigentlich tut)! So erwartete mich eine böse Überraschung, als es Zeit für eine neue Pampers war. Ein komplettes frisches Outfit musste her. Es war so widerlich!!! In dem Moment hatte es dann auch seine Vorteile, dass ich nichts riechen kann. Denn ich will gar nicht wissen, wie bestialisch DAS gestunken haben muss!

Auch heute wurde ich wieder ein wenig entlastet und meine Mutter drehte draußen eine kleine Runde mit dem Stinker.

Früher als erwartet war Papa dann auch endlich wieder da! Die Freude war groß! Herr Sohn war selig. Und ich auch. Denn zu zweit ist doch alles viel schöner. Und einfacher.

Gut, dass es die Großeltern gibt! Ohne sie wäre ich in den letzten Tagen echt aufgeschmissen gewesen. Der Alltag mit Kind ist ja so schon anstrengend. Zweifellos wunderschön – aber eben anstrengend! Und wenn es einem dann nicht gut geht und man kaum mit sich selbst klarkommt… Trotzdem musst Du für Deine Kinder da sein. Immer. Irgendwie. Auch wenn Du es gerade eigentlich nicht kannst.

In dem Moment ist man für jede Entlastung dankbar. Sehr dankbar.

Aber nicht jeder hat das Glück mal eben so auf Papa oder Oma und Opa zurückzugreifen. Es gibt Eltern, die so gut wie immer auf sich allein gestellt sind, die rund um die Uhr da sind und dafür sorgen, dass es den Kindern an nichts fehlt – obwohl etwas (oder jemand) ganz Wichtiges in ihrem Leben nicht vorhanden ist!

All Ihr Alleinerziehenden da draußen: Ich ziehe meinen Hut vor Euch! Ihr macht das großartig! Wie Ihr alles für Eure Kinder tut, auch wenn Ihr vielleicht gerade selbst nicht mehr könnt… Ich bewundere das! Und gerade im Moment frage ich mich: Woher nehmt Ihr die Kraft?

Wir liegen flach!

Alle! Und zwar so richtig. Passend zum schönen Wetter haben wir uns eine Grippe eingefangen. Papa und Herr Sohn wurden gleich mit Medikamenten ausgestattet – ich muss irgendwie ohne auskommen. Papa musste heute trotzdem weg. Zur Messe. Vier Tage lang. Und dass wo Herr Sohn doch immer nach ihm verlangt, erst recht, wenn es ihm […]

Da sind wir wieder…

Hier war es lange sehr, sehr ruhig. Nicht wahr!?

Das lag daran, dass Papa frei hatte und wir ein paar Dinge unternommen haben. Und die Familienzeit war mir wichtig. Man hat so wenig davon. Außerdem gab es einiges zu erledigen und faulenzen muss ja auch mal drin sein.

So haben wir bereits vor 1 1/2 Wochen neue Fliesen für unser Gäste-WC gekauft, welches irgendwann dieses Jahr mal restauriert werden soll. Die Fliesen liegen übrigens auch heute noch immer in meinem Auto… So viel zum Thema Faulenzen.

Leider war das Wetter echt schrecklich und viele unserer Pläne fielen damit ins Wasser. Papas ersten freien Tag nutzen wir somit – für gar nichts.

Am Dienstag hatte ich dann meine nächste Vorsorgeuntersuchung. Papa und Herr Sohn waren dieses Mal auch endlich mit dabei und konnten das Baby in Aktion beobachten. Denn ja – es ist schon sehr lebhaft! Noch hat es ja auch genug Platz im Bauch. Aber einen Blick auf sein Geschlecht hat er uns dieses mal verwehrt. Ich wollte wissen, ob noch alles dran ist, oder ob vielleicht doch noch etwas abgefallen ist. Aber keine Chance! Dann hoffe ich auf das nächste Mal. Das wird in der 20. Woche sein. Momentan bin ich in der 17. Woche. Ich fühle mich ganz gut, aber die Müdigkeit kehrt doch immer wieder zurück. Ein bisschen mehr Energie könnte mir echt nicht schaden.

Im Anschluss vom Arztbesuch haben wir uns auf den Weg nach Oberhausen gemacht und das Legoland Discovery Centre besucht. Wir wollten Herrn Sohn ja etwas bieten, und bei dem schlechten Wetter und dem heftigen Sturm bleibt ja nicht so viel Auswahl. Aber es erwies sich als große Pleite!

Natürlich war es brechend voll. Ferien, schlechtes Wetter…das war ja eigentlich zu erwarten. Trotzdem hatte ich mir von dem Laden an sich viel mehr erhofft. Für unseren Kleinen war das einfach noch gar nichts. Für die meisten Aktivitäten (von denen es nicht viele gab) war er einfach noch zu klein. Und ich hatte mir das Ganze auch echt größer und geräumiger vorgestellt. So ergriffen wir tatsächlich nach einer dreiviertel Stunde wieder die Flucht und gingen rüber ins SeaLife – in weiser Voraussicht hatten wir die günstigen Kombitickets gekauft.

Dort war es natürlich auch sehr voll, jedoch war es für unseren Sohn wesentlich interessanter.

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Genießen konnten wir den Tag jedoch nicht wirklich. Es war einfach alles zu stressig durch die vielen Leute.

Fazit: Solche Aktivitäten lieber nicht in der Ferienzeit einplanen.

Den Mittwoch starteten wir mit einen Großeinkauf in dem Unternehmen, bei dem ich angestellt bin. Es gab Personalrabatt, also lockte es uns dorthin. Der Einkaufswagen war randvoll, Herr Sohn ein schreiendes Bündel, die Geldbörse leer…

Der Nachmittag war da schon entspannter. Wir gingen ins Schwimmbad und stellten fest, dass Herr Sohn urplötzlich die Angst vorm „großen“ Wasser verloren hat. Kaum waren wir im Becken, wurde auch schon wie wild geplanscht und gespritzt was das Zeug hielt. Und auch im Planschbecken bewegte er sich, als wäre er voll in seinem Element. Beim letzten Mal im Schwimmbad sah das noch ganz anders aus. Das saß er im Kinderbecken auf meinem Schoß und fing erst nach einer knappen Stunde langsam mal an, sich von Mama und Papa weg zu bewegen. Ich denke also, der Urlaub kann kommen! Er wird dort sicher viel Spaß haben!

Am Ende wurde das Wetter ja langsam wieder besser, so haben wir noch einige Spaziergänge gemacht, Spielplätze besucht und außerdem viel zu viel gegessen. Fotos habe ich fast keine gemacht. Das Handy lag oft verlassen zu Hause, und ich hatte den Kopf frei. Tat auch mal ganz gut.

Leider sind so ein paar Tage immer viel zu schnell vorbei. Papa muss heute wieder arbeiten und Herr Sohn fragt ständig nach ihm – seinem Helden! Ach, es wäre doch schön, wenn Papa immer bei uns sein könnte…