„Die Zähne sind schuld“ oder „Here comes trouble“

Noch kann ich sagen „Die Zähne sind schuld“. Schuld an der Wut, die oft kein Ende findet. Die mich an meine Grenzen bringt. Die mich oft verzweifeln lässt.

Bestimmt hast Du Schmerzen und steigerst Dich deshalb so sehr in Deine Wut hinein. Alles was ich tun möchte, um Dich zu beruhigen, macht es nur noch schlimmer. Ich rede ruhig auf Dich ein, mache Vorschläge, um Dich auf andere Gedanken zu bringen. Du stampfst auf den Boden und schreist. Ich komme auf Dich zu, versuche Dich in den Arm zu nehmen, Dich zu streicheln, zu trösten. Du wirfst Dich hin, trampelst, brüllst, immer lauter, immer schriller. Ich frage Dich, ob Dir etwas weh tut und Du schreist immer nur „Nein, nein!“. Ich setze mich ein paar Meter von Dir entfernt hin und lasse Dich gewähren. Aber auch das lässt Dich nicht zur Ruhe kommen.

Ich bin ratlos. Was kann ich tun, um Dir zur helfen? Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr. Die Welt, die Du noch weniger verstehst.

Ich versuche ruhig zu bleiben. Oft gelingt es mir auch. Aber manchmal eben auch nicht.

Und dann werde ich auch laut. Und bereue es immer wieder. Bitte verzeih mir, mein Schatz! Manchmal bin ich mit meiner Kraft am Ende. Aber das soll keine Entschuldigung sein.

Manchmal fließen auch bei mir die Tränen. Erschöpft und hilflos. Und ich frage mich, was ich falsch mache. Dann kommst Du auf mich zu und sagst „Mama traurig!“. Du merkst, dass irgendetwas nicht stimmt und kuschelst Dich an mich. Und dann beruhigen wir uns beide.

So sind unsere Tage sehr oft in letzter Zeit. Und ich wünsche mir mein fröhliches, ausgelassenes Kind zurück.

Dann gibt es wieder Tage, an denen Du sehr an mir hängst, ständig meine Nähe suchst.

Jeder Tag ist anders.

Und an den schwierigen Tagen frage ich mich, ob es an mir liegt? Oder ob es nur eine Phase ist?

Oder quälen Dich wirklich die letzten beiden blöden Zähne so sehr, dass Du manchmal nicht weißt, wie Du Dich lassen sollst? Ich kann Dir sagen, das ist bald geschafft. Bald sind sie durch und alles ist wieder gut!

Und wenn nicht? Wenn ich die Schuld nicht mehr auf die Zähne schieben kann? Woher soll ich dann wissen, was Dich quält? Was Dir weh tut, was Dich stört, was Dir Angst macht?

Oder ist es doch das Baby? Die Tatsache, dass Mama nicht mehr so fit ist, wie sie mal war? Dass mein Bauch wächst und wächst? Die Vorahnung, dass sich noch mehr verändern wird, wenn Deine kleine Schwester bald da ist?

Davor habe ich auch Angst. Angst, dass einer von Euch zu kurz kommt. Aber ich verspreche Dir, ich werde mein Bestes geben. Für Euch beide. Auch wenn ich dabei immer wieder an meine Grenzen stoßen werde.

Sei nachsichtig mit mir, wenn mir nicht immer alles so gut gelingt.

Und auch ich versuche nachsichtig zu sein. Ruhiger. Gelassener. Um Dir noch mehr zu zeigen, wie sehr ich Dich liebe. Mein kleiner Trouble-Maker. ❤

Alles wird gut. Ganz bestimmt.

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