Ich, die Anti-Sportlerin

Letzte Woche hat er begonnen: Mein Rückbildungskurs.

Mit großem Schaudern sah ich ihm entgegen. Denn ich wusste ja bereits, was mich dort erwartet. Und für jemanden, der so sportlich ist wie ich, ist das mehr als nur anstrengend.

Die erste Stunde war harmlos. Nur Theorie und anschließend 10 Minuten Beckenbodentraining. Mehr nicht. Doch diese Woche hatte es der Kurs schon in sich. 15 Minuten für den Beckenboden, 20 Minuten aufwärmen (überhitzen wäre der bessere Ausdruck) mit Step-Aerobic und dann: Pilates!

Als ob ich mit dem Aufwärmen nicht schon längst genug gehabt hätte (ganz zu schweigen von den „kleinen“ Problemen mit der Koordination), kam jetzt der Gipfel – was mein Schmerzevel und die Talentfreiheit anbelangt.  Ja, Schmerzen hatte ich tatsächlich. Der Shopping-Bummel nur zwei Tage zuvor hat mir schon starken Muskelkater eingebracht. Außerdem schmerzt mein Becken nach wie vor – ein Überbleibsel aus der Schwangerschaft – so, dass ich manche Bewegungen, ebenso wie flaches Liegen auf dem Rücken, nur unter Schmerzen ausführen kann. Tja, und zu dieser Einschränkung kommt dann noch der Mangel an Bewegungsbegabung. Erdboden, tu Dich auf! Obwohl ich mich in die hinterste Ecke des Raumes verkrochen habe, fühlte ich mich trotzdem beobachtet. Andere waren viel sportlicher als ich. Und viel schlanker. Aber es gab dann tatsächlich noch ein paar Damen, um die stand es noch schlimmer, als um mich. Während ich sie so beobachtete, kam ich mir plötzlich nicht mehr ganz so doof vor.

Der Sport und ich – Feinde fürs Leben

Noch nie waren der Sport und ich uns wohlgesonnen. Es macht mir einfach keinen Spaß. Vermutlich weil ich es einfach nicht kann. Ich war die, die immer als letzte in die Mannschaft gewählt wurde. Ich war die, die den Ball mitten ins Gesicht bekam, anstatt ihn zu fangen. Werfen klappte genau so schlecht. Ich war allerdings auch die, die beim Völkerball noch bis zum Schluss im Feld war. Warum? Weil ich Angst vor dem Ball hatte. Ich konnte gut ausweichen. Nützte nur keinem was. Ich war diejenige, die beim Sportfest nur eine Teilnahme-Urkunde bekommen hat. Die, die beim 600m-Lauf als Letzte ins Ziel kam. Ich war die, die nur mit großem Glück mal eine Drei in Sport hatte. Ich war auch diejenige, die beim Schwimmen zwei Mal im Monat „aus biologischen Gründen“ nicht teilnehmen konnte (noch öfter wäre aufgefallen). Und ich war die, die eine Eins bekam für einen Aufsatz, der das Thema „Sport ist Mord“ trug. Ich war wohl sehr glaubhaft.

In der Berufsschule dann der Supergau: Ich, ICH bekam eine Zwei. Im Sport! Ja, Trampolin springen. Das lag mir. Mit Salto und so. (Heute traue ich mich das auch nicht mehr.)

Vor Jahren – es ist schon bald nicht mehr wahr – meldeten wir uns im Fitnesscenter an. Meine beste Freundin und ich. Warum? Vielleicht weil es cool war. Dummerweise war es auch verdammt teuer. 120,00 DM im Monat. Unser Trainingsplan: 15 Minuten Gerätetraining, 30 Minuten Getränk schlürfen an der Theke, 10 Minuten Ausdauer-Training. Ja genau. Ausdauer. Das ganze haben wir vielleicht insgesamt 10 Mal gemacht. An den Vertrag waren wir 6 Monate gebunden. Hauptsache wir hatten beide die gleichen, coolen Turnschuhe.

Eine ganze Weile dann jedoch ging ich regelmäßig schwimmen. Zwei Jahre lang sogar, um genau zu sein. Bis meine Schwimmpartnerin keine Zeit mehr hatte. Damit war meine treibende Kraft weg.

Das erste, was ich nach Jahren wieder machte, war der Rückbildungskurs nach der Geburt meines Sohnes. Voll motiviert bin ich danach sogar noch einige Wochen schwimmen gegangen. Doch da mein Mann immer öfter auf Geschäftsreisen musste und ich nicht jedes Mal einen Babysitter nehmen konnte oder wollte, ließ ich auch das wieder einreißen.

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Eine inzwischen lieb gewonnene Freundin, mit der ich den eben genannten Rückbildungskurs besucht habe, hat mich doch nun tatsächlich dazu breitgeschlagen, sie zum Zumba zu begleiten. Zum Schnupperkurs wohlgemerkt. Aber immerhin.

Ich.Die.Mit.Dem.Mangel.An.Motivation.Und.Koordination.

Dazu noch sowas von talentfrei. Und erst recht frei von Kondition. Ich habe ja gesagt. Vermutlich weil ich froh bin, mal wieder etwas für mich zu tun. Und weil ich ohne Sport wohl niemals abnehmen werde.

Ich habe dann den Fehler gemacht, mir mal ein Video vom Zumba anzusehen. Jetzt weiß ich schon vorher, dass ich mich bis auf die Knochen blamieren werde.

Ja, lacht mich ruhig aus!

Aber wer weiß, vielleicht macht es mir ja sogar Spaß?! Blamage hin oder her! Wenn ich es nicht versuche, werde ich es auch nicht herausfinden.

Ihr werdet es bald erfahren. Ich geh mich dann jetzt Mal zum Affen machen. Und wisst Ihr was? Ich freu mich drauf!


Nachtrag von 18.30

Ohne Worte…

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Ich habe es versucht. Es sollte nicht sein.

Da standen wir zwei nun wie der Ochs‘ vorm Berg in unseren stylischen Jogginghosen und konnten nicht mal den angebrochenen Abend nutzen und irgendwo etwas trinken gehen…

Pech auf der gesamten Linie.

To be continued…

3 Gedanken zu “Ich, die Anti-Sportlerin

  1. Ich lieg unterm Tisch & habe ein paar Paralellen fest gestellt. Wir sollten uns mal wieder auf ein Heißgetränk treffen. Allerdings gibt es an dem Tag keinen Zitronentee, sondern Latte Macchiato mit Schaum aus Sahne. Ich habe gehört, Sahne strafft die Haut – aber von innen *haha*

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