Desaster und Frustation

Es ist 02.07 Uhr, Samstag Nacht. Ich bin unfassbar müde und dennoch hellwach. Durch meinen Kopf wirbelt gerade ein Orkan. Ich bin genervt, frustriert – und hungrig.

Im Moment läuft es einfach nicht rund. Mein Sohn hat in den letzten Tagen wieder ordentlich gewütet. Und er hört in keiner Weise mehr auf mich. Sicher eine Folge dessen, dass er wieder mal viel zu kurz kommt.

Seine Schwester schreit seit einer Woche extrem viel. Und ist sie endlich ruhig, würde ich am liebsten auch einfach mal ein paar Minuten Pause machen. Aber da ist ja noch mein kleiner Junge, der mit mir spielen will. Den ich immer wieder vertrösten muss.

Freitag zum Beispiel. Ich gehe nur kurz zur Toilette. Unumgänglich. Aber er wollte mit mir spielen. Wütend donnert er immer wieder die Wohnzimmertür gegen die Kommode. Ich rufe ihm zu, er soll es bitte lassen, ich bin ja in zwei Minuten wieder bei ihm. Er hört nicht auf. Ich rufe erneut. Er hört nicht auf. Ich schimpfe, inzwischen wütend. Er hört nicht auf. Als ich von der Toilette komme – ist ein Loch in der Tür. Ich werde laut. Er zertrümmert sein Duplo-Krankenhaus und schlägt mir mit den Teilen auf den Kopf. Wir beide schaukeln und gegenseitig völlig hoch. Ich bin verzweifelt. Und ratlos. Weil ich nicht weiter weiß, schicke ich ihn in sein Zimmer.

Ich bin frustriert. Ich komme viel zu oft an den Punkt, wo ich einfach nicht mehr weiter weiß. Sicher liegt der Fehler bei mir. Ich fahre viel zu oft aus der Haut. Weil ich mit reden nichts bei ihm erreiche. Doch wenn ich wütend bin, erreiche ich noch weniger. Das weiß ich selbst, aber in dem Moment muss es raus.

Böse Zungen würden jetzt behaupten, ich bin einfach nicht konsequent genug mit ihm. Aber darüber sollte sich keiner ein Urteil bilden. Denn keiner weiß tatsächlich wie ich bin und wie er darauf reagiert.

Ich weiß, dass seine Wut und Frustration eine Folge dessen sind, dass wir ihm einfach viel zu wenig Zeit widmen. Widmen können. Und genau da liegt das Problem. Ich kann an dieser Situation nicht viel ändern. Sicher – ich könnte seine Schwester einfach schreien lassen, was eh öfter vorkommt, als mir lieb ist. Ich könnte auf meine eigenen kleinen Verschnaufpausen verzichten. Ich könnte und sollte weniger auf mein Handy starren.

Aber was bleibt dann für mich? Woher hole ich Kraft, wenn ich nie mal durchatmen kann?

Es ist ein Teufelskreis, aus dem es momentan keinen Ausweg gibt.

Am Freitag stand ein Besuch bei Freunden meines Sohnes an. Eigentlich wollte ich nur ihn mitnehmen, die Kleine zuhause bei Papa lassen. Der hatte aber keine Zeit. Er muss zu viel arbeiten, hechtet von einer Geschäftsreise zur nächsten und im Büro häuft sich währenddessen die Arbeit virtuell bis unter die Decke. So nahm ich die Kleine schließlich doch mit und die Hälfte der halbstündigen Fahrt hat sie nur gebrüllt, während mein Sohn alle 10 Sekunden „Mama“ sagte und mich mit irgendwelchen Fragen löcherte. Völlig gestresst kam ich dort an. Während die Großen zusammen spielten und mein Sohn einen seiner Freunde mit dem Gartenschlauch nassspritzte, musste die Kleine irgendwie betüddelt werden. Es klappte zwar besser als erwartet, aber dennoch war ich nicht wirklich entspannt. Nur unter großem Protest traten wir gegen 18.00 den Heimweg an. Die Kleine schrie zunächst, schlief dann nach etwa 5 Minuten jedoch ein. Mein Sohn sagte alle 10 Sekunden: „Aber ich will nicht nach Hause!“ Er war aber ebenfalls hundemüde. Er wurde immer leiser und quengliger, aber er wiederholte diesen Satz bis kurz vor der Haustür.

Abendessen unter Protest, zu Bett gehen unter Protest. Das Mädchen hellwach, hatte ja im Auto noch schön geschlafen. Als sie endlich schlief und wir uns gerade etwas zu Essen machen wollten, stand mein Sohn wieder auf und wollte nach unten kommen.

Der Abend war nervenaufreibend. Dachte ich. Aber da wusste ich auch noch nicht, dass der nächste Abend noch schlimmer werden würde. Und die Nacht ebenso.

(Es ist jetzt übrigens 02.48 – ich sollte jetzt wirklich versuchen zu schlafen.)

Der Samstag fing ganz normal an. Wir saßen harmonisch am Frühstückstisch und gleich danach machte ich mich auf den Weg zum Friseur. Wirklich entspannend war der Termin aber nicht, hatte ich doch noch im Kopf, was ich danach in nur kurzer Zeit alles zu erledigen hatte. Zuerst stand der Wocheneinkauf auf dem Programm. Aber weil es schon so spät war, fuhr ich nur zwei der drei geplanten Geschäfte an. Wieder zuhause wurden die Einkäufe schnell eingeräumt. Dann schnell eine Kleinigkeit gegessen.

Meine Eltern hatten heute ihren 45. Hochzeitstag. Wir würden später essen gehen. Ich musste noch das Geschenk einpacken, mit meinem Sohn noch ein Bild für Oma und Opa malen und vom Abendbrei und Babyspielzeug bis hin zu Bespaßungsmöglichkeiten für meinen Sohn alles in die Tasche packen, damit der Abend nur ja nicht in einem Desaster endet. Doch das hat letztendlich nicht viel gebracht.

Während der Fahrt weinte das Tochterkind unaufhörlich, weshalb ich mir alle zwei Minuten fast den Arm auskugeln musste, um nach hinten zu greifen und ihr den Schnuller zu geben. Im Restaurant angekommen, ging es zunächst ganz gut. Der Kellner kam und wollte nach den Getränken fragen, da sagte mein Sohn als erstes „Ich hätte gerne Pommes!“ Wir waren beim Chinesen. Aber zum Glück gab es dort auch Pommes. Während die Männer sich ihr Essen vom Buffet holten, ging das Geschrei schon wieder los. Bis ich dazu kam, mir auch etwas zu holen, dauerte es eine ganze Weile. Mit wenig Ruhe verschlang ich dann meinen nur semi vollen Teller, während mein Sohn ständig wegrannte, den Kellnern unter die Füße lief, die zum Glück echt auf Zack waren, und ich ständig um die riesigen Porzellan-Vasen fürchtete, die überall rumstanden.

Als mein Teller leer war, nahm ich meinem Mann die Kleine wieder ab, damit er die zweite Runde einläuten konnte. Zwischendurch übernahm Oma die Kleine, aber ich hatte wegen dem Großen nicht genug Ruhe, meinen Teller noch mal zu füllen und holte daher für ihn Eis und für mich nur noch Obst vom Dessert-Buffet. Papa fütterte dann die Kleine, die danach von oben bis unten mit Brei verschmiert war. Mein Sohn rannte immer wieder weg und ich stand total unter Strom. Außerdem war es brüllend heiß in dem Laden. Gegen 19.00 verabschiedeten wir uns genervt. Ich hatte gehofft, es würde besser klappen. Aber gut. Kaum im Auto schläft das kleine Mädchen ein. Oh nein, bitte nicht! Der Wildfang quengelte wie üblich alle paar Sekunden: „Aber ich will nicht nach Hause!“

Dort angekommen, artete das in einen richtigen Heulanfall aus. Er blieb stur unten im Flur auf dem Boden liegen, während ich seine Schwester bettfertig machte. Danach legte ich sie ab und ging wieder zu ihm und versuchte ihn zu beruhigen. Papa musste derweil noch seinen Koffer packen. In Null Komma nix war es auch schon fast 20.00 Uhr und ich brachte das noch allzu wache Baby ins Bett, während Papa mit dem inzwischen wieder gut gelaunten Wildfang rumblödelte.

Wie ich befürchtet hatte – an Schlaf war bei der Kleinen nicht zu denken. Stattdessen war Terror angesagt. Als ich dachte, sie sei endlich eingeschlafen, so gegen 20.30, schlich ich mich aus dem Schlafzimmer und ging runter zu meinem Mann. Just in diesem Moment fing sie wieder an zu schreien. Ich ging wieder hoch. Und dort blieb ich dann auch. Sie schlief einfach nicht ein. Mein Abend war gelaufen. Ich lag neben ihr und habe die ganze Zeit geheult. Ich wollte den Abend mit meinem Mann verbringen, den ich die nächsten fünf Tage nicht mehr zu Gesicht bekomme, weil er zur Messe muss. Aber unsere Tochter hat uns einen gewaltigen Strich durch die Rechnung genacht. Gegen 21.30 überlegte ich schon, ihr noch mal eine Flasche zu geben, aber wenige Minuten später hat sie endlich die Kurve gekriegt. Und ich auch.

Keine zwei Stunden später weinte sie wieder. Etwa im 30-Minuten-Takt verlor sie ihren Schnuller und hielt mich damit bei (schlechter) Laune. Mein Mann war  offensichtlich unten auf dem Sofa eingeschlafen und da habe ich ihn auch gelassen. Er musste ausgeruht sein für die Fahrt. Und so starrte ich eine gefühlte Ewigkeit in die Dunkelheit und fand keinen Schlaf mehr. Da fing ich halt an zu schreiben. Aber auch das machte mich nicht wirklich müde.

Doch schließlich schlief ich irgendwann nach 03.00 wieder ein, um drei Stunden später wieder geweckt zu werden, das Tochterkind zu füttern und erneut keinen Schlaf zu finden.

Irgendwann aber schlief ich wieder. Gegen 08.00 weckte mein Mann mich heute Morgen, um sich zu verabschieden. Die Kleine war damit auch wieder wach und kurze Zeit später sprang mein Sohn auch schon auf mir herum.

Kaum gefrühstückt ging der Terror weiter. Die Kleine schreit und schreit, Ohne erkennbaren Grund. Wenn sie wenigstens einen Schub hätte, dann würde ich es ja verstehen. Auch wenn das die Sache nicht leichter machen würde.

Im Moment ist einfach irgendwie der Wurm drin. Ich bin permanent gestresst und genervt und kann gar nichts mehr richtig genießen. Mein Mann ist jetzt fünf Tage weg – und allein der Gedanke daran, keine Pause zu haben in der Zeit, stresst mich schon. Und in zwei Wochen ist er wieder die ganze Woche unterwegs. Ich weiß, es ist auch für ihn stressig. Trotzdem nervt es mich. Ich habe gerade mal wieder das Gefühl irgendwie auf der Strecke zu bleiben. Der Alltag ist zu einem Kraftakt geworden. Wieder mal.

Manchmal wünsche ich mir Schokolade. Viel Schokolade. Und ein, zwei Tage nur für mich. Ich Egoist. Als Mutter kann man nicht einfach mal hinschmeißen, wenn man eine Pause braucht. Letztendlich habe ich mir dieses Leben ja auch genau so ausgesucht. Und außerdem – ich würde die ganze Bagage hier sowieso fürchterlich vermissen.

Aber es wäre trotzdem schön, wenn die Zeiten mal wieder ein bisschen weniger anstregend sind.

 

Als ich Dich verlor

Heute war wieder einer dieser Tage.

Dein Bruder war den ganzen Tag wütend. Er saß trotzig in seinem Zimmer. Deine Schwester hat geweint und geweint. Sie war nun endlich eingeschlafen.

Mein Schädel brummte. Ich wusste nicht mehr, wo mir der Kopf stand. Ich ließ mich auf mein Bett sinken und starrte in den strahlend blauen Himmel. Plötzlich musste ich wieder an Dich denken.

Als ich da so lag und aus dem Fenster schaute, war es wie damals, als ich Dich verlor…

Ich fühlte ich mich plötzlich um mehr als 1 1/2 Jahre zurückversetzt. – Es war ein heißer Sommertag im August 2014. Ich sollte heute meinen ersten Vorsorgetermin haben. Ich war gerade in der 9. Woche mit Dir schwanger.

Eigentlich hatten wir uns gerade erst entschieden, dass Dein Bruder ein Geschwisterchen bekommen soll. Wir hatten vor, noch ein wenig zu warten. Aber damit haben wir es nicht so genau genommen. Und ich ahnte vom ersten Tag an, dass ich wieder schwanger bin. Ich spürte gleich die Veränderung in meinem Körper, jedes noch so kleine Anzeichen nahm ich wahr. Als ich zwei Wochen später endlich einen Test machen konnte, hat sich mein Gefühl bestätigt.

Wir waren ein bisschen perplex, dass es so schnell ging, doch wir freuten uns auf Dich. Obwohl es mir ganz schön schlecht ging, in den nächsten paar Wochen. Mir war oft übel, ich hatte Kreislaufbeschwerden und ich sah außerdem ganz furchtbar aus. Aber damit konnte ich leben. Es dauerte gar nicht lange, bis mein Bauch schon wieder eine deutliche Wölbung zeigte, so dass es schwer war, Dich in der ersten, kritischen Zeit zu verstecken, bevor wir es aller Welt erzählen wollten.

Nun war es also endlich so weit – ich sollte erfahren, ob alles in Ordnung ist; die erste Untersuchung stand an. Doch genau in dem Moment, als ich dort ankam, wo ich Dich zum ersten Mal sehen sollte, spürte ich plötzlich, dass ich Dich verloren hatte. Es war mir sofort klar.

Als die Ärztin mich dann untersuchte, schüttelte sie nur mit dem Kopf. Ich konnte gar nichts sagen. Dort, wo Du hättest sein sollen, war nichts mehr zu sehen. Du hast Dich nicht weiterentwickelt, Dein Herz hat niemals angefangen zu schlagen.

Ich verließ die Praxis völlig regungslos, Doch als ich im Auto saß, brach es aus mir heraus. Ich musste Papa anrufen und es ihm sagen. Ich konnte es kaum aussprechen.

Wir sollten sofort ins Krankenhaus fahren, doch weil es schon so spät war, wurde an diesem Tag nichts mehr unternommen. So blieb ich über Nacht dort – allein mit mir und allein mit meinen Schmerzen. Ich starrte in die tiefschwarze Nacht, machte kein Auge zu.

Ich dachte an Dich, an das was ich verloren hatte, wo ich Dich doch gerade erst ein paar Wochen in meinem Leben wusste – auch wenn Du in dieser Zeit nicht viel mehr warst, als eine leere Hülle. Doch ich trug Dich in meinem Herzen, schmiedete Pläne, malte mir unsere Zukunft mit Dir aus. Du warst ein Teil von mir – und von einem Moment auf den anderen waren alle Hoffnungen und Träume wie eine Seifenblase zerplatzt. So verging die scheinbar nie enden wollende Nacht in Gedanken an Dich und auch an Deinen Bruder, den ich zum ersten Mal die ganze Nacht allein lassen musste, wo ich doch in diesen Stunden so gerne Trost bei ihm gefunden hätte.

Am nächsten Morgen wurde ich untersucht. Mein Körper hat scheinbar viel geleistet und eine OP blieb mir erspart. Mir wurden Tabletten gegeben, die Wehen auslösen und damit dafür sorgen sollten, dass nichts zurückbleibt – nichts von dem, woraus Du hättest entstehen sollen.

So lag ich dann ein paar Stunden später auf meinem Bett und starrte in den strahlend blauen Himmel. Die Tabletten zeigten ihre Wirkung. Nicht nur die Schmerzen, die immer wieder wie eine Welle anrollten, ließen mich den ganzen Tag in finstere Gedanken versinken, während ich zuhörte wie Dein Bruder draußen im Garten lachte und tobte. Stille und Trubel – so nah beieinander.

Ich ruhte mich das ganze Wochenende aus. Ein kurze Erholungsphase, zu kurz. Doch am nächsten Tag musste ich wieder voll funktionsfähig sein. Papa musste auf Geschäftsreise und Dein Bruder brauchte mich. Es war ein körperlicher Kraftakt – doch was lenkt einen besser ab, als fröhliches, pures Kinderlachen?

Dein Bruder war für mich die beste Medizin. Er hat das wirklich toll gemacht – ohne es zu wissen. Er und vermutlich auch die Tatsache, dass ich Dein Herzchen niemals habe schlagen hören, haben mir recht bald geholfen, mit dem Verlust umgehen zu können.

Etwa vier Monate später spürte ich neues Leben in mir. Deine Schwester hatte es sich in meinem Bauch gemütlich gemacht. Angst machte sich breit – Angst, dass ich auch sie verlieren könnte. Doch schon bald durfte ich erfahren, dass alles in Ordnung ist. Ihr Herz schlug und alles war so, wie es sein sollte.

Seit einigen Monaten ist sie nun bei uns und hat unsere Familie vollständig gemacht. Sie ist wirklich wundervoll. Doch manchmal ist es ein komisches Gefühl – denn wenn es Dich gäbe, dann gäbe es sie nicht.

Du hast den Platz für sie frei gemacht. Ein Platz, der Dir zustand, den Du ihr aber geschenkt hast. Genau wie sie und Dein Bruder wirst Du bei mir immer einen Platz haben. Du bist ein Teil von mir und wirst es immer sein – ich trage Dich in meinem Herzen.

And The Winner Is…

Oh man, oh man! Eigentlich wollte ich ja gestern schon den Gewinner für das Babypaket bekannt geben – aber ich habe es total verpennt.

Daher jetzt – mit etwas Verspätung!

Gewonnen hat:

Nina Stracke für Ihre kleine Tochter

Herzlichen Glückwunsch, liebe Nina! Bitte melde Dich bei mir, und teile mir Deine Anschrift mit, damit ich Dir das Paket zukommen lassen kann.

An alle anderen: Das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt! Seid nicht traurig!

Ein schönen Abend Euch allen!

Hypochonder. Ich.

Hypochondrie ist zum einen eine psychische Störung (somatoforme Störung), bei der die Betroffenen unter ausgeprägten Ängsten leiden, eine ernsthafte Erkrankung zu haben, ohne dass sich dafür ein angemessener, objektiver Befund finden lässt. Zum anderen ist Hypochondrie ein Symptom, das im Rahmen zahlreicher psychischer Störungen auftreten kann.

Quelle: Wikipedia

Ich? Hypochonder?

Wenn man den Ärzten glaubt, dann schon. Ich habe gerade einen Untersuchungsmarathon hinter mir.

Der Grund dafür ist, dass ich das Gefühl habe, nicht genug Luft zu bekommen, was ich vor allem immer dann bemerke, wenn ich mich ins Bett lege. Und das hauptsächlich, wenn ich auf der linken Seite liege. Manchmal ist es aber auch ganz schlimm, wenn ich meiner Tochter nachts die Flasche gebe.

Vielleicht bemerke ich es gerade dann so extrem, weil es ruhig ist und ich mich zu Abwechslung mal nur auf mich konzentriere. Im Alltagstrubel fällt es mir nur selten auf, dass ich mal besonders intensiv nach Luft schnappen muss. Aber in der Stille der Nacht wird es mir immer wieder bewusst.

Woher mag das kommen? Herz? Lunge? Einen Grund muss es ja dafür geben. Oder rede ich mir das nur ein? Ein Weile glaubte ich das. Oder ich wollte es glauben. Dennoch machte es mir Angst. Was ist, wenn es doch etwas Schlimmes ist und es vielleicht noch schlimmer wird, wenn ich es nicht untersuchen lasse? Ich bin Mutter – ich darf nicht ernsthaft krank werden. Niemals. Ich muss doch für meine Kinder da sein!

Dieser Gedanke setzte sich fest. Und dann starb mein bester Freund – nur ein Jahr älter als ich. Das machte mir noch mehr Angst und endlich raffte ich mich auf und ging zum Arzt.

Ich erklärte ihm mein Anliegen. Ich sagte ihm, dass ich in der Schwangerschaft extrem mit Kurzatmigkeit zu kämpfen hatte, es nach der Geburt jedoch schlagartig weg war. Aber nach ein paar Wochen tauchte das Problem – in abgeschwächter Form – wieder auf. Es wurde ein EKG gemacht, dann ein Lungenfunktionstest. Auch eine Blutuntersuchung wurde durchgeführt, bei der getestet wurde, ob eine Herzschwäche vorliegt. Diese Untersuchung habe ich sogar selbst bezahlt. Sicher ist sicher.

Aber: Alle Ergebnisse sind einwandfrei.

Zu guter Letzt wurde mein Blutdruck noch 24 Stunden überwacht. Das war ganz schön nervtötend.

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Alle 15 Minuten ging das Gerät an. Auch nachts. Eigentlich sogar öfter, denn tagsüber war ich so mit der Kleinen beschäftigt und ständig in Bewegung, dass das Gerät nicht richtig messen konnte und nach ein paar Minuten einen neuen Versuch startete.

Auch sonst war das sehr unpraktisch. Meine Tochter fand das Kabel nämlich ganz toll und bei jeder Gelegenheit schnappte sie es sich, um es genau zu untersuchen.

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Die Nacht war natürlich auch kein Spaß und ans Schlafen war nicht wirklich zu denken. Ich war daher mehr als froh, als ich das Gerät am nächsten Morgen wieder los wurde.

Wieder eine Woche warten bis zum Besprechungstermin. Und das Ergebnis?

Es ist alles im grünen Bereich. Fast zumindest. Der Blutdruck ist leicht erhöht, aber nicht in bedenklichem Maße. Also, keine Tabletten oder so. Stattdessen bekam ich „Die 10 Regeln des Blutdrucks“ ausgehändigt. Für mich speziell soll das bedeuten, mich salzarm zu ernähren, ausreichend schlafen (Haha!), Sport treiben (Hahaha!) und Übergewicht abbauen. Woran ich bereits arbeite.

Alles schön und gut. Aber das löst mein Problem nicht. Ich lege mich ins Bett und bekomme immer noch schlecht Luft. Bilde ich mir das wirklich nur ein? Scheinbar ja. Ich Hypochonder, ich. Da steh ich nun wieder, genauso schlau wie vorher.

Ist ja schön, dass offenbar alles gut ist, aber von nix kommt doch nix, oder?

So lief mir nach der Physiotherapie die Osteopathin der Kinder vor die Füße und ich erklärte ihr mein Problem. Es könnte durchaus auch an einem eingeklemmten Wirbel oder dergleichen liegen. Sollte sich bei ihr ein Zeitfenster auftun, wird sie sich bei mir melden und mich durchchecken. Ich fürchte, das wird nie der Fall sein, denn sie ist einfach immer total ausgebucht. Aber vielleicht klappt es ja doch. Ich warte. Mir bleibt ja eh nichts anderes übrig.

Aber Ruhe lässt es mir nicht.

Durch Zufall sprach ich heute mit einer Bekannten über meine Fibromyalgie-Erkrankung, weil ihr Mann unter ähnlichen Symptomen leidet und als ich ihr versprach, ihr dazu mal ein paar Infos zukommen zu lassen, stieß ich dabei auf den Hinweis, dass unter anderem auch Atembeschwerden zum umfassenden Krankheitsbild gehören können. Aber soll die Fibromyalgie tatsächlich die „Lösung“, bzw. die Antwort auf sämtliche Beschwerden sein?

Vielleicht sollte ich versuchen, mir einzubilden, es wäre so, dann brauche ich mir um die Ursache keine Gedanken mehr machen.

Aber das wäre zu einfach, nicht wahr?

7 Monate – und schon fast kein Baby mehr

Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell die Zeit verfliegt und wie schnell unsere kleine Pusteblume wächst.

Heute ist sie 7 Monate alt und mit Baby hat das gar nicht mehr so viel zu tun. Wenn ich sie so im Arm halte und ihr die Flasche gebe, kommt sie mir so unglaublich riesig vor.

Die erste Flasche am Morgen, so gegen 06.00 trinkt sie immer noch gut und gerne. Doch um 09.30 steht eigentlich die nächste Fläschchenmahlzeit an. Inzwischen wird das jedoch zu einem echten Kampf. Sie dreht und windet sich, schlägt auf die Flasche, pustet hinein, brabbelt, schaut in alle Richtungen, versucht immerzu nach meinen Haaren zu greifen. Eine gefühlte Ewigkeit später hat sie meist gerade mal 60 ml getrunken. Und das reicht ihr offenbar auch. Um 12.30 gibt es das Mittagsmenü, drei Stunden später seit einem Monat nun auch den Obst-Getreide-Brei. Ich würde sagen, das ist die beliebteste Mahlzeit. Oft schwierig ist noch der Abendbrei. Manchmal isst sie nur die halbe Portion. Aber vermutlich hat sie dann einfach keinen Appetit mehr, kommt sie doch die ganze Nacht damit aus.

Wir versuchen nun auch, sie daran zu gewöhnen zwischendurch ein wenig Wasser zu trinken. Aber eigentlich spuckt sie es immer aus. Die Flasche findet sie trotzdem super und kaut mit großer Vorliebe darauf rum.

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Kauen ist das Stichwort: Zähnchen sind immer noch nicht in Sicht. Schon seit ein paar Wochen habe ich das Gefühl beim Füttern mit dem Löffel irgendwo hängen zu bleiben. Aber es tut sich einfach nichts. Ihr Bruder hatte in dem Alter schon zwei Zähne.

Was jedoch sichtlich wächst sind die Haare. Sie werden langsam dichter und länger. Und heller. Sie mutiert zum Straßenköter, wie der Rest der Familie eben. Aber wenigstens wächst die Glatze hinten wieder zu.

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In Bewegung ist sie auch ordentlich. Rückwärts robben und die Gegend erkunden ist seit ein paar Tagen ihre Lieblingsbeschäftigung.

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Den Popo hebt sie auch schon und wippt vor und zurück – eine wichtige Gleichgewichtsübung und Vorbereitung aufs Krabbeln (Rocking genannt). Es geht bestimmt bald los und darin eifert sie ihrem Bruder nach, der ebenfalls mit 7 Monaten krabbeln konnte.

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„Sie kann jetzt endlich sprechen!“ sagte der Wildfang neulich, als seine kleine Schwester zum ersten Mal „Dadadadada“ sagte. Das kommt seitdem in sämtlichen Tonlagen aus ihr heraus. Da-da, Ba-ba, und sogar manchmal Ma-ma und Pa-pa. Außerdem Geräusche jeglicher Art. Leise ist sie nur, wenn sie schläft.

Das Schlafen ist seit der Zeitumstellung ein Problem geworden. Wir legen Sie abends zu gewohnten Zeit in die Wiege und kaum eine halbe Stunde später ist sie wieder wach. Hellwach. Und schreit.

Und wenn sie tagsüber schläft hat mein Sohn neuerdings die dumme Angewohnheit an der Wiege zu rütteln und sie zu wecken.

Zeit für Veränderungen

Deswegen hat sie am Donnerstag zum ersten Mal in ihrem großen Bett ihren Mittagsschlaf gemacht. Das klappt einigermaßen – so lange ich neben ihr sitzen bleibe, bis sie eingeschlafen ist.

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Auch wollen wir uns jetzt angewöhnen sie abends direkt oben ins Schlafzimmer zu legen. Vielleicht schläft sie dort ruhiger als bei uns im Wohnzimmer. Wir werden es sehen.

Wenn das alles klappt, werden wir die Wiege im Wohnzimmer gegen den Laufstall tauschen, auch wenn wir den bestimmt nicht oft brauchen werden und er höllisch viel Platz wegnimmt. Aber manchmal wird es von Nöten sein, sie irgendwo sicher ablegen zu können.

Heute waren wir übrigens auch bei der U5 und es ist alles perfekt. Gewicht und Größe liegen genau auf der Mittellinie und in der motorischen Entwicklung ist sie bereits weiter, als sie sein müsste. Was das angeht, kommt sie auf ihren Bruder – ist aber etwas kleiner und leichter als er in dem Alter.

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Am schönsten ist es, wenn sie laut lacht. Das macht sie oft, weil sie so kitzelig ist, aber wenn jemand Blödsinn macht, kichert sie auch drauf los! Überhaupt hat sie ein so sonniges Gemüt und ist meistens total zufrieden mit sich und ihrer kleinen Welt.

Ich liebe es, ihr dabei zuzusehen wie sie anfängt, alles zu erkunden. Bald geht es richtig los. Das Krabbeln ist nicht mehr in weiter Ferne. Dann wird es noch spannender. Ihr großer Bruder freut sich übrigens auch immer riesig, wenn sie etwas neues lernt! Und das ist jeden Tag ein bisschen mehr…

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Für Baby-Eltern oder die, die es bald werden, habe ich heute noch eine kleine Überraschung. Ich war ein wenig shoppen und habe für Euch ein kleines Baby-Paket geschnürt.

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Am Samstag wird dann hier auf dem Blog der Gewinner bekannt gegeben. Viel Glück!

 

Unser buntes Wochenende 08.-10.04.2016

Am Freitag Morgen wurde es laut. Sehr laut. Wir sollten unsere neue Haustür bekommen und dafür musste die alte erst mal raus. Zum Glück waren die Kinder beide schon wach, sonst wären sie sehr unsanft geweckt worden. Schön war es trotzdem nicht, blieb uns bei dem Lärm doch nicht anderes übrig, als uns anzubrüllen. Aber da mussten wir halt durch.Weiterlesen »

Wortlos

Mein Kopf ist leer, bringt kaum Worte hervor. Ich weiß, Ihr wartet auf sie – auf meine Worte. Ich warte auch, aber sie lassen sich nicht blicken. Wollen nicht raus, ins Freie.

Es gibt Zeiten, da versuche ich sie zu fangen, doch sie sind schneller als ich, flinker. Denn sie sind nicht vom Alltag geplagt, Zeit und Raum interessieren sie nicht. Sie fliegen einfach so durch ihre Welt. Die Welt der Gedanken, der Ideen, der Poesie.

Manchmal lassen sie mich nicht in diese Welt eintauchen, verschließen sich vor mir.

Warum weiß ich nicht. Vielleicht weil sie spüren, dass mit gerade die Zeit dazu fehlt, mich ihnen voll und ganz zu widmen. Sie wollen volle Aufmerksamkeit und nicht halbherzig niedergeschrieben werden.

Da! Plötzlich ein Gedankenblitz! Eine Idee, die mich fesselt. Aber nur eine Zeitlang. Ich bin nur einen kleinen Moment unachtsam gewesen und die Idee ist auf und davon. Und sie nimmt all die Worte, die an ihr hingen, mit hinfort. Für immer. Sie kommen nicht wieder. Weil meine Gedanken woanders sind.

Doch ich denke – nein, ich bin mir sicher – sie kommen wieder. Die Worte, in all ihrer Pracht. Worte, die fesseln, die beigeistern, die auf mich einströmen, nur um von mir niedergeschrieben zu werden.

Schon bald werden wir wieder eine Einheit sein und die Worte verschmelzen mit meinen Gedanken – um sie mit Euch zu teilen. Habt Geduld. Und Nachsicht.

Auf dass die Worte mich wiederfinden.

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