Fräulein Niggel, Herr Nörgel und Mama Motzkuh

Darf ich vorstellen?! Das ist Fräulein Niggel.

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Gerade mal ein Jahr halt, hat sie an der Welt ziemlich viel auszusetzen. Dabei ist das Leben als Kleinkind doch so schön! Man wird geknuddelt, bespaßt, spazieren gefahren, gefüttert, hübsch angezogen, in den Schlaf gestreichelt. Man hat tolle Spielsachen, bekommt lustige Lieder vorgesungen und wird mit Aufmerksamkeit überschüttet. Bis dahin alles gut.

Aber: Fräulein Niggel ist mit all dem gerade nicht zufrieden. Das Essen schmeckt nicht und wird in der kompletten Küche, auf der Kleidung, in den Haaren und auf ihrer Mutter verteilt. Schlafen findet sie auch gerade ganz doof und fordert, das nachts jemand zwei bis drei Stunden an ihrem Bett wacht.

Bringt sie ihrer Mutter ein Buch, ist sie eine kurze Weile fröhlich, während darin geblättert wird. Doch von einer Sekunde auf die andere, wird das Buch wütend durch die Gegend geschleudert. Auch zeigt sie ständig in eine Richtung, weist ihrem Gegenüber den Weg zu einem begehrten Objekt, nur um dann lautstark zu verkünden, dass es doch nicht so läuft, wie sie sich das vorgestellt hat. Auch deutet sie an, dass sie unbedingt mit dem Kinderwagen rausfahren möchte. Wird diesem Wunsch entsprochen, ist es dennoch oft mit Gezeter verbunden.

Dies sind nur einige wenige Beispiele aus Fräulein Niggels Alltag.

Mögliche Gründe:

  1. Fräulein Niggel befindet sich gerade mitten in einem Entwicklungsschub. Dies beeinträchtigt das Wohlbefinden.
  2. Fräulein Niggel bekommt eventuell Zähne. Dies beeinträchtigt das Wohlbefinden.
  3. Fräulein Niggel möchte unbedingt laufen lernen. Das gelingt aber noch nicht so, wie gewünscht. Dies beeinträchtigt das Wohlbefinden.

 

Der nächste Kandidat: Herr Nörgel

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Herr Nörgel ist mit seinen drei Jahren schon eine ziemlich willensstarke Persönlichkeit. Er lacht gerne, tobt gerne, redet gerne, singt gerne, spielt gerne, liebt Bücher und vor allem Dinosaurier. Herr Nörgel ist der große Bruder von Fräulein Niggel. Die beiden lieben und streiten sich, wie es bei Geschwistern normal ist.

Herr Nörgel ist seit einigen Wochen ein Kindergartenkind. Am Anfang fand er das ganz toll. Doch nach einer Woche nicht mehr. Als ihm bewusst wurde, dass er nun tatsächlich jeden Tag in den Kindergarten soll, wollte er plötzlich nicht mehr hin. Er war deswegen immer sehr traurig. Das hat sich zwischenzeitlich wieder gelegt.

Der Haken an der Sache ist aber: Herr Nörgel muss fast jeden Morgen geweckt werden, denn er schläft gerne etwas länger. Nun stolpert seine Mutter jeden Morgen in sein Zimmer und lässt ihn aus seinen süßen Träumen aufschrecken. Das mag Herr Nörgel nicht. Er ist noch müde und hat deswegen schlechte Laune. Er will morgens nicht angezogen werden und ebenso wenig will er seine Zähne putzen. Er verlangt jeden Morgen ein Brot zum Frühstück und einen Joghurt. Er isst nur den Joghurt. Das Brot mag er nicht, obwohl er es vorher ausdrücklich gewünscht hat. Manchmal liegt das Problem darin, dass das Brot an der falschen Stelle durchgeschnitten wurde. Manchmal mag er den Belag nicht, den er sich zehn Sekunden zuvor selbst ausgewählt hat.

Wenn Herr Nörgel aus dem Kindergarten kommt, ist er müde. Deswegen hat er schlechte Laune. Während Fräulein Niggel ihren Mittagsschlaf macht, hat Herr Nörgel seine Mutter ganz für sich allein. Er möchte einen Film mit ihr anschauen. Sie singt die Lieder aus dem Film mit. Das gefällt Herrn Nörgel nicht. Deswegen möchte er lieber mit den Dinosauriern spielen. Er fragt seine Mutter, mit welchem Dinosaurier sie spielen möchte. Sie sucht sich einen aus. Es ist der falsche. Das gefällt Herrn Nörgel nicht. Sie nimmt einen anderen. Es ist der falsche. Das gefällt Herrn Nörgel nicht. Er gibt ihr einen. Der gefällt ihr nicht. Das gefällt Herrn Nörgel nicht.

Herr Nörgel liest vor dem Schlafengehen mit seiner Mutter ein Buch. Am Ende des Buches fällt ihm auf, dass er doch eigentlich ein anderes Buch lesen wollte. Das gefällt Herrn Nörgel nicht. Er wird sehr wütend.

Herr Nörgel soll ins Bett. Das gefällt Herrn Nörgel nicht, schließlich ist er gar nicht müde. Man bedenke hierbei, dass er morgens nicht aufstehen wollte, weil er noch müde war und dass er mittags schlechte Laune hatte, weil er? Genau: furchtbar müde war.

Dies sind nur einige wenige Beispiele aus Herrn Nörgels Alltag.

Mögliche Gründe:

  1. Herr Nörgel geht in den Kindergarten. Das ist eine große Umstellung für ihn. Das beeinträchtigt das Wohlbefinden.
  2. Herr Nörgel verbringt weniger Zeit mit seiner Familie, dabei vermisst er sie so sehr. Das beeinträchtigt das Wohlbefinden.
  3. Herr Nörgel ist ständig müde. Das beeinträchtigt das Wohlbefinden.

 

Die Dritte im Bunde ist Mama Motzkuh.

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Mama Motzkuh ist die Mutter von Fräulein Niggel und Herrn Nörgel. Sie lebt mit ihrer zauberhaften Familie in einem kleinen Reihenhaus in einer idyllischen Kleinstadt. Sie hat alles, was sie sich wünscht.

Trotzdem hat Mama Motzkuh oft schlechte Laune. Nicht, weil das in ihrer Natur liegt. Im Gegenteil. Aber an manchen Tagen, da motzt sie, was das Zeug hält.

Fräulein Niggel möchte zum Beispiel mit ihr ein Buch lesen. Sie liest vor, macht Tiergeräusche nach, macht sich zum Affen. Plötzlich wird Fräulein Niggel wütend. Und Mama Motzkuh ist total genervt.

Sie startet einen neuen Versuch und möchte Fräulein Niggel auf andere Weise bespaßen. Auch das macht der jungen Dame nicht lange Freude. 10-30 Versuche später. Mama Motzkuh hat jetzt keine Lust mehr. Fräulein Niggel passt nichts in den Kram und Mama Motzkuh hat die Nerven blank liegen.

Mama Motzkuh bereitet den Brei für Fräulein Niggel zu. Herr Nörgel stürmt in die Küche, weil er unbedingt die Mikrowelle aufmachen will. Das hat Mama Motzkuh aber bereits erledigt. Herr Nörgel bekommt einen Wutanfall und zieht sich unaufhörlich daran hoch. Mama Motzkuh bleibt gelassen. Ungefähr fünf Minuten. Dann motzt Mama Motzkuh. Herr Nörgel schreit noch lauter. Mama Motzkuh motzt noch lauter. Sie schaukeln sich gegenseitig hoch.

Mama Motzkuh ist wütend auf sich selbst, weil sie nicht cool geblieben ist. Denn früher, als sie weder Mama noch Motzkuh war, blieb sie immer cool. Mama Motzkuh nimmt sich vor, in Zukunft gelassener zu sein.

Später schmiert sie Herrn Nörgel das Abendbrot. Das Brot mag er nicht, obwohl er es vorher ausdrücklich gewünscht hat. Er wird sauer, weil sie das Brot an der falschen Stelle durchgeschnitten hat. Oder aber, weil er den Belag nicht mag, den er sich zehn Sekunden zuvor selbst ausgewählt hat. Mama Motzkuh bleibt gelassen. Ungefähr fünf Minuten. Dann motzt Mama Motzkuh. Herr Nörgel schreit noch lauter. Mama Motzkuh motzt noch lauter. Sie schaukeln sich gegenseitig hoch. Der selbe Teufelskreis. Dabei wollte Mama Motzkuh doch cool bleiben.

Dies sind nur einige wenige Beispiele aus Mama Motzkuhs Alltag.

Mögliche Gründe:

  1. Mama Motzkuh tut alles, damit es Fräulein Niggel und Herrn Nörgel gut geht, und trotzdem wird geniggelt und genörgelt. Das zerrt an ihren Nerven. Das beeinträchtigt das Wohlbefinden.
  2. Mama Motzkuh leidet an akutem Schlafmangel. Das beeinträchtigt das Wohlbefinden.
  3. Mama Motzkuh vermisst ihren ruhenden Pol, ihre bessere Hälfte. Das beeinträchtigt das Wohlbefinden.

 

Fräulein Niggel, Herr Nörgel und Mama Motzkuh haben sich über alle Maßen lieb. Doch es gibt Tage, da läuft es bei ihnen nicht so rund. Vor allem dann, wenn Papa Seelenruhig in weiter Ferne ist. Bestimmt liegt es einfach daran, dass dieses wichtige Puzzleteil fehlt. Eine Phase, die bald vorübergeht. Und bestimmt lachen sie alle irgendwann darüber, wie chaotisch doch manchmal alles war.

Ähnlichkeiten zu ihnen bekannten Personen sind rein zufällig. Die Charaktere sind frei erfunden.

8 Gedanken zu “Fräulein Niggel, Herr Nörgel und Mama Motzkuh

  1. Ach Du Liebe, ich kann Dich da gut verstehen- es zwei kleinen Halbwüchsigen immer recht zu machen ist und bleibt eine Utopie. Persönlich finde ich es auch immer voll schwer, in diesen nervenaufreibenden und kräfteraubenden Momenten die Ruhe zu bewahren, vor allem dann, wenn ich selbst nicht genügend ausgeruht bin oder eben zusätzlich noch andere Dinge im Kopf habe. Versuche doch, Dir einen „wohltuenden“ Name zu verleihen, so wie Mama Melodie- um Dich selbst daran zu erinnern, nicht die falschen Noten zu spielen und ausgeglichen zu bleiben. Viele Grüße! Claudia

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