2 Jahre Zwischen Windeln und Wahnsinn

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Wieder geht ein Jahr zwischen Windeln und Wahnsinn vorbei. Seit zwei Jahren schreibe ich nun für Euch, für mich, für alle. Zwei Jahre mit jeder Menge Höhen und Tiefen, an denen ich Euch habe teilhaben lassen. Zwei Jahre, in denen ich viel erlebt habe, in denen ich glücklich war, gelacht und geliebt habe, aber auch vieles überhaupt nicht so lief, wie ich mir das vorgestellt habe.

Seit die kleine Pusteblume letztes Jahr im September geboren wurde, ist es hier ein wenig ruhiger geworden. Mit zwei Kindern wird die Zeit knapper und die Eltern müder. Es ist ein Balanceakt, keines der Kinder zu kurz kommen zu lassen. Oft hat mich die Kleine so beansprucht, dass der Wildfang darunter leiden musste, viel zu wenig Zeit für ihn blieb. Dafür stand letztendlich der Blog hintenan. Verständlich. Denn schließlich ist das echte Leben so viel wichtiger. Trotzdem hängt mein Herz an meinem kleinen, feinen Blog und ich habe immer versucht, am Ball zu bleiben.

Aufgrund des Zeitmangels habe ich persönlich aber leider oft selbst das Gefühl, dass viel von der Qualität des Schreibens verloren ging. Und das stört mich. Doch wenn man die Artikel oft nur zwischen Tür und Angel und zu 90 % auf dem Handy verfasst, dann ist das leider so. Klar, ich könnte auch abends schreiben, wenn die Kinder im Bett sind. Anfangs habe ich das oft gemacht. Würde ich auch weiterhin – wenn ich nur nicht so unfassbar müde wäre. Mir fehlt dann einfach die Kraft und der Elan nach einem langen Tag. Und außerdem möchte man das kleine bisschen Zeit zu zweit mit dem Partner auch auskosten. Ich denke, all Ihr lieben Eltern da draußen, Ihr versteht das. Denn ich bin mir sicher, Euch geht es oft nicht anders.

Dennoch werde ich mein Bestes geben, dass sich das wieder ändert. Denn ich freue mich so sehr über all die, die hier meine Geschichten lesen, die sich darin wiederfinden, denen es genauso geht wie mir. All die, die Glück und Leid mit mir teilen, die dankbar sind zu erfahren, dass es auch bei anderen oft nicht rund läuft, dass niemand perfekt ist und dass das auch gar nicht nötig ist. Danke, dass Ihr mich begleitet und dass ich Euch mitnehmen darf. Danke für Eure Unterstützung, fürs Mutmachen, fürs miteinander Lachen! Ich freue mich über all Eure Likes und Kommentare. Ihr seid es, die diesen Blog mit Leben füllen. Und es werden langsam, aber stetig immer mehr.

Meinem Blog folgen 106 liebe Menschen, auf Facebook sind es inzwischen sogar über 920. Und seid Juni findet Ihr mich auch auf Instagram – dort sind es mehr als 170 Leutchen. Ich freue mich über jeden einzelnen von Euch, auch wenn die meisten nur stille Mitleser sind.

Zwischenzeitlich habe ich 238 Beiträge veröffentlicht. Im Sommer habe ich zum ersten Mal ein Blogger-Event besucht.

Auch habe ich meine erste Blogparade am den Start gebracht: #KindermackenundCo! Der Haken an der Sache war, dass es ein solches Thema bereits schon bei der lieben Wiebke von Verflixter Alltag gab – aber da ich in letzter Zeit auch nur noch sehr selten dazu komme, andere Blogs zu lesen, ist das völlig an mir vorüber gegangen. Trotzdem haben einige mitgemacht, sogar Wiebke selbst, worüber ich mich riesig gefreut habe.

Und hier sind die Top 10 der beliebtesten Artikel aus dem vergangenen Blog-Jahr:

  1. #ichhabeesgesagt – Wie ich die wundervollste(n) Nachricht(en) der Welt verbreitet habe
  2. Als ich Dich verlor
  3. Nachgefragt! Kampomele Dysplasie – Wenn das Leben besonders ist
  4. Der Spagat einer Zweifachmutter
  5. #KindermackenundCo. – Blogparade
  6. „Du bist doch gar nicht krank!“ – Leben mit einer unsichtbaren Krankheit
  7. Ist das noch normal?
  8. Beim zweiten Kind ist alles anders
  9. Ein Abschiedsbrief
  10. Muttermorphose

Der am meisten gelesene Artikel aus der gesamten Zeit ist Es geht vorbei #MeinBriefAnMich, welcher Teil einer Blogparade vom Hebammenblog war.

Wenn Ihr noch recht neu bei mir seid oder etwas verpasst habt, dann schaut gerne noch mal in diese Artikel rein.

Auf Instagram habe ich in der kurzen Zeit bereits knapp 360 Fotos mit Euch geteilt. Einfach weil ich Fotos liebe. Und Ihr offensichtlich auch. Dort hinterlasst Ihr mir nämlich immer so viele Herzen. Und ich selbst verteile dort auch fleißig Likes. Es gibt einfach so unfassbar viele tolle Bilder, nicht nur von meinen lieben BloggerkollegInnen, auch Food- und Landschaftsfotografie begeistert mich total. Gleichzeitig ist dieses Portal aber auch echt ein Zeiträuber. Ich beschäftige mich inzwischen vermutlich mehr damit, als mit dem Blog, weil es da so unfassbar viel zu gucken gibt.

Ich bin gespannt, wie es im nächsten Jahr weitergeht. Aber vorher…

…Um Euch allen Danke zu sagen, gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen.

Wer mir schon länger folgt, der weiß, dass wir die Spielzeuge von Klein Toys lieben. Daher freue ich mich besonders, dass ich dieses tolle Spiel an Euch verlosen darf:

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Die Bärenhöhle aus der Princess Coralie-Serie von Theo Klein ist ein toller Spielspaß für Groß und Klein, für Jungs und Mädels.

„Der hungrige Bär beschützt die Beeren, die auf den Sträuchern seiner Höhle wachsen, mit all seiner Kraft. Doch auch du und deine Freunde möchtet Beeren sammeln, um eure Schüssel zu füllen und einen leckeren Kuchen zu backen! Das Glücksrad verteilt die Beeren, aber wenn du genau beobachtest und geschickt taktierst, landen ganz viele Beeren in deiner Schüssel. Wer am Ende die meisten Beeren gesammelt hat, gewinnt.“

Dazu gibt es noch ein kleines Spielfiguren-Set und eine Geschichte.

 

Und das ist noch nicht alles. Es gibt auch dieses Jahr wieder ein persönliches Geschenk von mir. Und zwar habe ich einen wunderschönen Loop-Schal für Euch und eine Sheepworld-Tasse mit der Aufschrift ZAUBERHAFT UND WUNDERVOLL – weil jede Frau das auf ihre ganz besondere Art und Weise ist.

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Was Ihr dafür tun müsst?

  1. Seid (oder werdet) Fan meiner Seite, oder folgt meinem Blog.
  2. Liked und kommentiert den Beitrag auf Facebook, oder hinterlasst hier unter dem Artikel einen Kommentar.
  3. Bitte teilt mir mit, welchen der beiden Preise Ihr gern gewinnen möchtet.
  4. Wer den Beitrag öffentlich teilt, erhält ein Extra-Los.
  5. Teilnehmen könnt Ihr bis Montag, den 07.11.2016 um 23.59 Uhr.

Die Gewinner werden dann hier auf dem Blog bekannt gegeben.

Noch mal ein ganz großes Dankeschön dafür, dass Ihr da seid. Ich hoffe Ihr werdet mir treu bleiben und ich freue mich auf Eure Kommentare, auf einen regen Austausch mit Euch und darauf, dass Ihr mich weiterhin begleitet.

Eure Nadine

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Ich & Du

Mein kleines Mädchen,

schon lange wollte ich Dir diese Zeilen schreiben, um Dir zu sagen, wie glücklich ich bin, dass es Dich gibt.

Seit mehr als einem Jahr bist Du nun bei uns und hast unsere Familie komplett gemacht. Zu dritt waren wir glücklich und zufrieden, aber ich hatte tief in mir immer das Gefühl, dass noch etwas fehlt, jemand fehlt. Und das bist Du!

Denn seit Du da bist fühle ich mich vollständig. Alles passt. Der Moment, in dem ich Dich zum ersten Mal im Arm hielt, hatte einen ganz besonderen Zauber. Und die ersten Wochen, in denen Du noch so winzig klein warst, waren so erstaunlich leicht und wundervoll. Du warst ein so pflegeleichtes Baby. Hast viel geschlafen und warst rundum zufrieden, wenn Du wach warst. Wir waren alle sofort total verliebt in Dich, vor allem Dein großer Bruder.

Natürlich blieb nicht immer alles so einfach, es gab auch Phasen, in denen Du mit Dir und der Welt überhaupt nicht zufrieden warst. Das wird auch immer mal wieder so sein. Doch das geht auch wieder vorbei. Das schaffen wir. Gemeinsam.

Ich darf erleben und mit ansehen wie Du wächst, was Du lernst, wie Du die Welt entdeckst. Ich war so aufgeregt, als Du krabbeln gelernt hast, hätte platzen können vor Glück, als Du zum ersten Mal „Mama“ sagtest. Und Deine ersten Schritte haben uns so unglaublich stolz gemacht.

Du bist wahrhaft eine Mini-Ausgabe von mir, bist mir wie aus dem Gesicht geschnitten. Ob Du auch den gleichen Charakter hast wie ich? Wirst Du eine Tagträumerin? Traumtänzerin? Oder vielleicht so ein wilder Feger wie Dein Bruder?

Wenn ich Dich zusammen mit Deinem Bruder sehe, wie Ihr Quatsch macht und laut zusammen lacht, dann weiß ich, Ihr beide seid mein größtes Geschenk und mein Herz quillt über vor lauter Liebe für Euch.

Dein Bruder und Du – Ihr seid Euch in vielen Dingen ähnlich und doch könnt Ihr verschiedener nicht sein. Er war immer schon laut und wild und ungestüm. Du machst alles ruhig und mit Bedacht, bist vorsichtig und dennoch mutig. Und Du liebst es zu kuscheln. Wie oft unterbrichst Du Dein Spiel, um Dich an mich zu kuscheln. Das ist so unfassbar süß.

Als Zweitgeborenes kamst Du bisher nur selten in den Genuss, meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu haben, so wie Dein Bruder sie mehr als zwei Jahre hatte. Denn schließlich darf er ja nicht zu kurz kommen. Er braucht mich, genauso wie Du mich brauchst. Doch nun geht er in den Kindergarten, ist Vormittags nicht bei uns.

Jetzt ist Deine Zeit da! Jeden Morgen hast Du mich für Dich allein und ich merke, Du genießt das. Du bringst mir ein Buch nach dem anderen und kostest die Zeit voll aus. Ich lese Dir vor, mache Tiergeräusche nach, singe Lieder für Dich – und Du bekommst nicht genug davon. Fast jeden Morgen gehen wir spazieren, beobachten Tiere und die Natur, entdecken die Welt. Ich genieße diese Zeit mit Dir. Denn sie geht so schnell vorbei.

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Und wie Du Dich freust, wenn wir Deinen Bruder dann wieder abholen. Du kreischst vor Freude, wenn Du ihn siehst! Es ist so toll, das mitanzusehen. Ich wette, Ihr beide werdet die besten Freunde und zusammen noch jede Menge Unsinn aushecken.

Papa und ich – wir freuen uns darauf mit Euch die Welt zu erkunden, sie durch Eure Augen zu sehen.

Als Du geboren wurdest, hat sich der Kreis geschlossen. Alles ist nun perfekt, so wie es ist. Und dafür danke ich Dir, Du kleines Zaubermädchen!

Danke, dass Du uns immer wieder zum Lachen bringst. Danke, dass Du noch mehr Glück und Liebe in unser Leben gebracht hast. Danke, dass Du uns vertraust und dass wir Dir beim Wachsen, Lernen und Staunen zuschauen dürfen. Danke, dass Du unsere Welt noch bunter machst und dass Du unser Haus mit Deinem Lachen füllst.

Du bist zauberhaft und wundervoll!

Deine Mama

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Gemütlichkeit mit Hindernissen

Lange schon suchten wir nach einem neuen Sofa für unser trautes Heim. Dies erwies sich jedoch als schwierig, denn was mir gefiel, gefiel ihm nicht, was uns beiden gefiel, passte nicht in unser Wohnzimmer. Doch dann hielten wir irgendwann einen Prospekt in den Händen, mit einem Objekt, das uns beiden gefallen könnte.

In der selben Woche fuhr ich zum Möbelhaus, um mir das gute Stück anzuschauen. „Oh, das haben wir noch gar nicht in der Ausstellung!“ Äh – wie bitte? Dabei war es in dieser Woche im Angebot. Sehr witzig. Nicht.

So kamen wir wieder, als das Sofa endlich dort eingetroffen war. Und siehe da – es gefiel uns beiden und würde tatsächlich genug Platz im Wohnzimmer finden. Doch das Angebot war nicht mehr gültig. Welch Ironie! Die Verkäuferin war jedoch sehr nett, wir bekamen das Sofa natürlich zum Angebotspreis, weil ich schließlich schon einmal vergeblich dort war und man sich sogar daran erinnern konnte!

Der Kaufvertrag wurde in der Spielecke des Möbelhauses abgeschlossen. Wir vereinbarten, dass wir das Sofa aber erst am Ende der Sandkastensaison abholen würden.

Ich freute mich darauf, denn das alte Sofa mit seinen vielen losen Kissen nervte mich nur noch. Ebenso der ständig verschmierte Glastisch. Der Laufstall stand mitten im Weg, es war alles ein wenig suboptimal.

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Samstag war es also so weit. Alles war perfekt geplant.

Um 09.30 Uhr kam Oma, um die Kinder zu bespaßen, während wir arbeiteten. Gleich darauf fuhr mein Mann los, um das neue Sofa abzuholen. Um 10.00 Uhr sollte das alte Sofa abgeholt werden. Wir hatten es bei eBay Kleinanzeigen zum Verschenken eingestellt und ein junger, geistig behinderter Mann sollte es schließlich bekommen. Wir freuten uns darüber, er freute sich. Perfekt. Aber: Es wurde 10.00 Uhr. Es wurde 10.30 Uhr – doch niemand kam. Ich schrieb ihm eine Nachricht. Keine Reaktion.

Zwischenzeitlich rief mein Mann an und teilte mir mit, dass das Möbelhaus keine Kreditkarte annehmen würde. Und seine EC-Karte…war in meinem Portemonnaie. Ich hatte am Abend zuvor Geld geholt und vergessen, die Karte zurückzugeben. Puh, und jetzt? Ich konnte hier nicht wirklich weg, zurück fahren war für ihn auch keine Option, da wir den Lieferwagen zwei Stunden später schon wieder zurückbringen mussten. Das hätte vorne und hinten nicht gepasst. Er rief dann seinen besten Kumpel an, der um die Ecke wohnte. Peinlich. Aber er war sofort zur Stelle. Gott sei dank!

So konnte mein Mann sich schließlich mitsamt dem neuen Sofa auf den Heimweg machen. Doch das alte Sofa war immer noch da. Ich rief den Jungen Mann an – er hatte es vergessen. Er würde aber gleich mit seinem Vater, der ein großes Auto hat, kommen und es holen.

Ein Freund, der seine helfende Hand bot, war auch schon da. Und als mein Mann schließlich kam, schleppten die beiden das alte Sofa erst mal vor’s Haus, damit das neue rein kann.

Plötzlich stand der junge Mann vor der Tür, in der Hand eine kleine Glasplatte mit Rollen drunter. „Mein Vater hat mich hängen lassen!“ Er wollte doch tatsächlich das Sofa auf diesem kleinen Glasbrett nach Hause transportieren. Allein. Das brach mir fast das Herz.

Obwohl die Zeit knapp war und der Lieferwagen zurück musste, packten die Männer das Sofa schließlich in den Wagen und brachten es drei Straßen weiter zu ihm nach Hause. Anschließend fuhr mein Mann den Wagen zurück, unser Freund baute das neue Sofa auf.

Aber: Die Schrauben waren zu lang. Weil in unserem Kellerchaos nichts zu finden war, fuhr er schnell nach Hause, eine Flex holen. Das funktionierte aber auch nicht und er fuhr schließlich zum nächstbesten Baumarkt und besorgte neue Schrauben.

Ich baute zwischenzeitlich das neue Regal auf und wurde damit fertig, noch bevor mein Mann wieder zuhause war. Wieder zurück half er mir dann, den Laufstall und einige andere Dinge umzuräumen. Unser Kumpel kam mit den Schrauben zurück, vollendete sein Werk und verabschiedete sich.

Die Kleine schlief inzwischen und der Große ging mit Oma spazieren. So hatten wir noch genug Zeit und Ruhe, den neuen Couchtisch (der farblich leider überhaupt nicht zum Rest der Möbel passt) aufzubauen, zu putzen und alles fertig zu machen.

So, und jetzt zeige ich es Euch natürlich auch.

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Das neue Sofa ist etwas breiter als das alte, was aber nicht auffällt, da der Laufstall nun nicht mehr daneben steht, sondern in die Ecke verbannt wurde. Die Spielecke wurde etwas nach rechts verschoben, die Kinderküche steht nun aber neben dem Sofa. Die usselige Kramecke hinter der Couch ist fort, dafür steht dort nun ein geräumiges Regal mit viel Stauraum für Bücher und Spielzeug.

Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch. Kissen, ein wenig Deko. Und neue Teppiche hätte ich gern, aber da muss noch das passende gefunden werden.

Bei dem neuen Sofa kann man übrigens die Kopfstützen hochklappen und die Sitzflächen in Liegeposition bringen. So können wir zukünftig mit der ganzen Familie gemütlich auf der Couch liegen. Rein theoretisch.

Gemütlich auf der Couch liegen hat nämlich echt Seltenheitswert. Erst recht, wenn die Kinder wach sind. Kennt Ihr alle, oder?

Die Kunst des Vergessens

Kinder haben eine besondere Gabe. Sie können vergessen. Von einer Sekunde auf die andere.

Sie streiten sich mit ihren Freunden um ein Spielzeug, sind beide sauer und nur fünf Minuten später spielen sie wieder friedlich miteinander, als ob nichts gewesen wäre.

Oder: Mein Sohn ist total wütend auf mich, weil er seinen Willen nicht bekommt, tobt und wütet, Eins kommt zum Anderen und schließlich verliere ich die Geduld, werde laut. Die Gemüter sind auf beiden Seiten dermaßen erhitzt, dass es die beste Lösung ist, sich für eine Weile aus dem Weg zu gehen. Er tobt eine Weile weiter vor sich hin, in mir brodelt es ebenfalls nach wie vor. Doch irgendwann taucht er wieder auf, fröhlich, als hätte er die Sonne verschluckt, plaudert mit mir, kuschelt sich an mich – als wäre niemals die Stimmung zwischen uns gekippt.

Ich beneide ihn darum. Denn ich fühle mich nach solchen Machtkämpfen erschöpft, ausgelaugt. Ich schaffe es nicht, einfach den Schalter wieder umzulegen. Ich knabbere noch eine ganze Weile am Geschehenen.

Und genauso kommt es doch auch im Umgang mit anderen Menschen immer wieder vor. Sei es unter Kollegen, Freunden oder auch in der Familie – kommt einem jemand quer, schleppt man es mit sich herum, ist nachtragend, hält es dem anderen ewig vor. Erwachsene können so furchtbar verbissen sein.

Sollten wir nicht vielmehr wie Kinder werden? Einfach vergessen und weiter machen, ohne nachtragend zu sein? Einfach den Schalter umlegen?

Unmöglich, sagt Ihr? Einfach ist das sicher nicht – aber wir könnten es versuchen. In solchen und vielen anderen Situationen könnten wir uns ein Beispiel an unseren Kindern nehmen. Völlig naiv und intuitiv machen sie so oft einfach das Richtige. Mit kindlicher Leichtigkeit.

Nicht nur wir sind Vorbilder für unsere Kinder – sie sind es genauso für uns.

Windelfrei in 597 Schritten

Dein Kind ist noch nicht sauber? Aber es ist doch schon drei Jahre alt! In dem Alter trägt man doch keine Windeln mehr! Also, mein Kind ging schon mit 1 1/2 Jahren aufs Töpfchen!

Auch schon mal gehört? Ich durfte mir sowas oft anhören. Und ganz ehrlich: Ist mir doch egal! Wenn andere Kinder sich schon so früh fürs Töpfchen interessieren, dann ist das super. Aber Fakt ist schon mal eines:

Erst im dritten Lebensjahr sind die Nervenbahnen so gereift, dass die Schließmuskeln kontrolliert werden können. Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, ist das Kind überhaupt fähig, auf die Windel zu verzichten. Wer zu früh mit der Sauberkeitserziehung beginnt, erreicht deshalb oft das Gegenteil dessen, was er sich erhofft hat. Quelle: Kinderzentrum.Krumbach.de

Ich besorgte zwar auch schon früh ein Töpfchen für meinen Sohn, darauf sitzen blieb er aber höchstens immer zwei Sekunden, weil er viel wichtigeres zu tun hatte. Er hatte so früh einfach keine Ruhe dafür und auch keine Lust. Also ließ ich ihn.

Als er zwei Jahre alt war und der Sommer kam, ließen wir ihn im Garten immer ohne Windel laufen. Das Töpfchen stand auf der Terrasse parat, falls er mal musste. Ein paar Mal hat es dann auch funktioniert. Allerdings landete sein Geschäft – ob klein oder groß – zu 90 % irgendwo im Garten, statt im Töpfchen. Und nicht mal dann hat er es wirklich bemerkt, was mir zeigte, dass er immer noch nicht so weit ist.

Im Herbst wurde seine Schwester geboren und mir fehlte ehrlich gesagt die Zeit und die Muße mich intensiv um die Sauberkeitserziehung zu kümmern. Nach wie vor zeigte er aber auch kein Interesse daran, und ich denke aufgrund der großen Veränderung, die die Geburt seiner Schwester mit sich brachte, wäre der Zeitpunkt auch nicht gerade günstig gewesen.

Ein paar wenige seiner Freunde waren schon sauber, einige andere jedoch nicht. Es schien also nicht unnormal zu sein.

Von manchen Seiten hörte ich aber immer wieder, dass ich mich doch endlich darum kümmern muss. Mit Druck erreicht man jedoch nur eines: Nämlich gar nichts.

Im Frühjahr sind wir von Standard-Windeln auf Höschen-Windeln umgestiegen und hin und wieder ging er schließlich aufs Klo. Oft passierte jedoch nichts. Doch in den letzten Wochen stieg das Interesse und jedes Mal, wenn dann auch tatsächlich etwas kam, war die Freude groß.

Das Problem war, dass er die Windel dennoch unter keinen Umständen gegen eine Unterhose tauschen wollte, obwohl ich extra welche von Cars oder Mickey Mouse besorgte. Keine Chance. Jeder Versuch endete in einem Aufstand – und zwingen wollte ich ihn schließlich nicht.

Ich vermutete, dass der Kindergarten den Durchbruch bringen würde. Und so war es auch. Dort gehen schließlich alle anderen Kinder auch schon aufs Klo. Und so ging er auch immer. Die Windel war meistens so gut wie trocken.

Die Dinosaurier-Unterwäsche hat es letztendlich rausgerissen. Ich hatte sie zufällig beim Bummeln entdeckt, und dachte mir: Das ist es! Und ich irrte mich nicht – diese Unterwäsche wollte er natürlich anziehen, dreht sich hier doch alles nur um Dinosaurier.

Nun ist er tagsüber windelfrei. Der erste Tag lief natürlich nicht ohne Unfälle ab. Am zweiten Tag gab es nur einen Unfall und dann ging es sogar ein paar Tage ganz ohne. Hin und wieder geht es natürlich nach wie vor daneben, aber jetzt haben wir endlich den Durchbruch geschafft. Mit dreieinhalb Jahren. Nach mehreren Anläufen.

Ist das schlimm? Nein, ist es nicht. Jedes Kind bestimmt selbst das Tempo. So und nicht anders.

Woran Ihr merkt, dass Euer Kind soweit sein könnte:

  • Es zieht sich in eine Ecke zurück, um sein Geschäft zu erledigen.
  • Es ist spannend für Dein Kind, wenn Ihr aufs Klo geht und kommt sofort hinterher, um zu sehen, was Ihr dort macht.
  • Es sagt Bescheid, wenn etwas in der Windel gelandet ist.
  • Es möchte gewickelt werden, weil die volle Windel unangenehm ist.
  • Es will keine Windel mehr tragen.

Beim Sauber werden kann es Eurem Kind helfen, es selbst entscheiden zu lassen, wann und ob es aufs Klo oder Töpfchen gehen möchte. Die Anfänge sollten eher spielerisch sein. Manche Kinder wollen, so wie wir Erwachsene es schließlich auch tun, lieber gleich aufs Klo gehen, haben aber oft Angst hineinzufallen. Dafür gibt es zum Glück Sitzringe für Kinder. Ein Tritt vor der Toilette gibt ebenfalls mehr Sicherheit.

Vielleicht schaut Euer Kind bei der Sitzung auch gerne mal ein Buch. Also legt eine Klo-Lektüre bereit, falls es mal länger dauert.

Zieht den Kleinen am besten eine Hose mit Gummibund an, die es auch schnell selbst an- und ausziehen kann. Knöpfe und Gürtel, die schwer zu öffnen sind, können dafür sorgen, dass es im letzten Moment doch noch daneben geht.

Und wenn es wirklich mal schief geht? Jetzt bloß nicht schimpfen! Das erhöht den Druck und nimmt die Freude. Sagt Eurem Kind, dass es nicht so schlimm ist, damit es nicht den Mut verliert. Und wenn Ihr unterwegs seid: Denkt immer daran, Wechselkleidung mitzunehmen. Gerade in den ersten Wochen kann es immer wieder mal passieren, dass etwas in die Hose geht. Bis ein Kind wirklich trocken ist, vergehen nämlich einige Wochen. Bis es auch nachts trocken ist, dauert es manchmal sogar noch Monate.

Wie ist das bei Euch? Sind Eure Kinder schon trocken? Habt Ihr früh mit dem Töpfchen-Training begonnen, oder habt Ihr gewartet, bis Euer Kind von selbst aufs Klo gehen wollte?

What about Speck? #2

Vor einer Weile erzählte ich Euch hier, wie es mit meinen Diätplänen so läuft. Irgendwann lief es nämlich gar nicht mehr. Nach 5 kg Verlust tat sich lange Zeit einfach nichts mehr.

Schließlich nahm ich aber doch noch mal 1 Kilo ab. Und dann sind wir in den Urlaub gefahren. Ende der Geschichte.

Also, wir haben im Urlaub auf rein gar nichts geachtet, haben viel zu oft Pommes gegessen, wie man das ja in Holland so macht. Chips und Schoki gab es auch. Als wir Anfang Juli wieder daheim waren, hatte ich 1,5 kg mehr auf den Rippen. Und keine Lust mehr.

Zwar verzichtete ich weitestgehend wieder auf Süßigkeiten und Knabbereien, aber ich hielt mich nicht mehr an meinen Diätplan. Ich aß wohl nach wie vor nur alle fünf Stunden und nur in ganz seltenen Ausnahmen eine Zwischenmahlzeit, aber vor allen Dingen abends hielt ich mich kaum noch an die Regeln und aß Brot und trank wieder literweise Orangensaft. Kohlenhydrate pur. Zwar achtete ich darauf, dass ich auch immer Eiweiß zu mir nahm, aber ich glaube, das reißt es dann auch nicht mehr raus.

Doch ständig nur Fleisch und Salat oder Gemüse kam mir schon aus den Ohren. Und es nervte auch, jeden Abend, wenn die Kinder endlich im Bett sind, noch zu schnippeln und zu braten.

„Gibt es denn nichts anderes mit viel Eiweiß und wenig Aufwand?“, fragte ich meinen Mann irgendwann.

Er fand dann dieses Rezept für einen Eiweißshake, welches ich sofort ausprobierte.

Zutaten:

  • 150 Gramm Magerquark
  • 350 ml Wasser
  • 70 Gramm Erdbeeren (oder andere Früchte)
  • 1 TL Honig

Einfach alles in den Mixer werfen, oder pürieren – fertig!

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Man darf natürlich kein geschmackliches Highlight erwarten, aber man kann es gut trinken, viel besser als einen Pulvershake, und es macht auch wirklich satt.

Hin und wieder ersetze ich also nun mein Abendessen durch diesen Shake. Besonders leicht fällt mir das, wenn mein Mann nicht da ist und mir etwas vormapft.

Und dann ist da ja noch die Sache mit der Bewegung. Seit der Wildfang im Kindergarten ist, gehe ich fast jeden Tag eine bis eineinhalb Stunden mit dem Tochterkind spazieren, und das nicht etwa gemütlich schlendernd, sondern strammen Schrittes.

Und nun? Auch ohne strengen Diätplan sind wieder zwei Kilo verschwunden.

Aktueller Stand: – 7 kg

Plötzlich kann ich wieder alle meine alten Hosen tragen, habe ich mich doch die ganze Zeit noch mit meinen rutschenden Umstandshosen herumgeplagt. Dummerweise rutschen die alten Hosen nun auch alle irgendwie. Aber eine Nummer kleiner geht nicht, denn da ist jemand im Weg.

Der Bauch – der ist nämlich immer noch rund. Wenn ich ihn nicht einziehe, könnte man nach wie vor meinen, es sei ein Babybauch.

Doch nun weiß ich auch den Grund dafür, welcher da heißt: Rektusdiastase

Eine Ärztin wies mich darauf hin, dass Fett am Bauch nicht im Übermaß vorhanden sei und es so aussieht, als hätten sich die geraden Bauchmuskeln nach außen gewölbt, wodurch eine Lücke zwischen den Bauchmuskeln entsteht.

Ich las mich in das Thema ein, sprach mit meiner Physiotherapeutin darüber, die schließlich auch die Lücke ertastete und mir ein paar kleine Übungen zeigte, mit denen ich ausschließlich die diagonalen Bauchmuskeln trainieren kann. Dadurch könnte die Wölbung zurückgehen.

Das größte Problem daran ist, die Übungen in meinen Alltag einzubauen. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Aber nun, da ich weiß wo das Problem liegt, möchte ich unbedingt am Ball bleiben. Dazu muss ich nur mir selbst immer wieder in den Arsch treten.

Ich hoffe, es bringt etwas.

To be continued…

 

13 Monate

Schon wieder ist ein Monat um – und Mama ist gerade so stolz auf mich! Ich habe nämlich laufen gelernt! Alle freuen sich total. Aber am meistens freue ich selbst mich darüber.

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Ich bin zwar noch langsam und wackle wie ein Pinguin, sagt Mama, aber ich übe fleißig und werde jeden Tag etwas schneller und sicherer. Bald laufe ich mit meinem großen Bruder um die Wette! Darauf freue ich mich schon ganz besonders!

Ich habe auch zwei neue Zähne unten. Das tat ganz schön weh und ich habe sehr schlecht geschlafen deswegen. Jetzt schlafe ich wieder schlecht. Mama sagt, nun würden oben auch endlich zwei Zähne kommen, aber es wären wohl nicht die richtigen. Also, sie meint, ich würde mich nicht an die richtige Reihenfolge halten, so wie es im Buch steht. Aber ich bin eben nicht wie die anderen. Niemand ist gleich und jeder ist etwas Besonderes. Und es ist ja auch egal, welcher Zahn zuerst kommt. Mir zumindest. Wenn das nur nicht so weh tun würde.

Gestern war es besonders schlimm und Papa und Mama saßen drei Stunden in Wechselchicht an meinem Bett, weil ich einfach nicht allein sein wollte. Mama war ganz schön müde heute. Aber die Schmerzen waren halt nicht mehr so schlimm, als Mama meine Hand hielt. Entschuldige!

Ich liebe übrigens Bücher. Ich könnte den ganzen Tag nur noch Bücher gucken! Das ist lustig, weil Mama immer Tiergeräusche macht. Ich versuche dann, die Geräusche nachzumachen. Ich kann schon Brüllen wie ein echter Löwe! Das Schaf macht „Mäh“ und die Kuh macht auch „Mäh“. Die meisten Tiere machen aber „Ba, Ba“! Ich räume gerne Schubladen aus und setze mich dann hinein. Mamas Tupperschrank ist auch toll. Da drin ist alles so schön bunt und ich liebe den Krach, wenn ich alles auf den Boden werfe!

Und ich gehe auch gern mit Mama spazieren. Aber nicht zu lange, denn ich muss ja schließlich noch genug Zeit haben, das Laufen weiter zu lernen.

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Ich sage jetzt „Gute Nacht“! Eigentlich sollte ich längst schlafen. Bis bald!