Gemütlichkeit mit Hindernissen

Lange schon suchten wir nach einem neuen Sofa für unser trautes Heim. Dies erwies sich jedoch als schwierig, denn was mir gefiel, gefiel ihm nicht, was uns beiden gefiel, passte nicht in unser Wohnzimmer. Doch dann hielten wir irgendwann einen Prospekt in den Händen, mit einem Objekt, das uns beiden gefallen könnte.

In der selben Woche fuhr ich zum Möbelhaus, um mir das gute Stück anzuschauen. „Oh, das haben wir noch gar nicht in der Ausstellung!“ Äh – wie bitte? Dabei war es in dieser Woche im Angebot. Sehr witzig. Nicht.

So kamen wir wieder, als das Sofa endlich dort eingetroffen war. Und siehe da – es gefiel uns beiden und würde tatsächlich genug Platz im Wohnzimmer finden. Doch das Angebot war nicht mehr gültig. Welch Ironie! Die Verkäuferin war jedoch sehr nett, wir bekamen das Sofa natürlich zum Angebotspreis, weil ich schließlich schon einmal vergeblich dort war und man sich sogar daran erinnern konnte!

Der Kaufvertrag wurde in der Spielecke des Möbelhauses abgeschlossen. Wir vereinbarten, dass wir das Sofa aber erst am Ende der Sandkastensaison abholen würden.

Ich freute mich darauf, denn das alte Sofa mit seinen vielen losen Kissen nervte mich nur noch. Ebenso der ständig verschmierte Glastisch. Der Laufstall stand mitten im Weg, es war alles ein wenig suboptimal.

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Samstag war es also so weit. Alles war perfekt geplant.

Um 09.30 Uhr kam Oma, um die Kinder zu bespaßen, während wir arbeiteten. Gleich darauf fuhr mein Mann los, um das neue Sofa abzuholen. Um 10.00 Uhr sollte das alte Sofa abgeholt werden. Wir hatten es bei eBay Kleinanzeigen zum Verschenken eingestellt und ein junger, geistig behinderter Mann sollte es schließlich bekommen. Wir freuten uns darüber, er freute sich. Perfekt. Aber: Es wurde 10.00 Uhr. Es wurde 10.30 Uhr – doch niemand kam. Ich schrieb ihm eine Nachricht. Keine Reaktion.

Zwischenzeitlich rief mein Mann an und teilte mir mit, dass das Möbelhaus keine Kreditkarte annehmen würde. Und seine EC-Karte…war in meinem Portemonnaie. Ich hatte am Abend zuvor Geld geholt und vergessen, die Karte zurückzugeben. Puh, und jetzt? Ich konnte hier nicht wirklich weg, zurück fahren war für ihn auch keine Option, da wir den Lieferwagen zwei Stunden später schon wieder zurückbringen mussten. Das hätte vorne und hinten nicht gepasst. Er rief dann seinen besten Kumpel an, der um die Ecke wohnte. Peinlich. Aber er war sofort zur Stelle. Gott sei dank!

So konnte mein Mann sich schließlich mitsamt dem neuen Sofa auf den Heimweg machen. Doch das alte Sofa war immer noch da. Ich rief den Jungen Mann an – er hatte es vergessen. Er würde aber gleich mit seinem Vater, der ein großes Auto hat, kommen und es holen.

Ein Freund, der seine helfende Hand bot, war auch schon da. Und als mein Mann schließlich kam, schleppten die beiden das alte Sofa erst mal vor’s Haus, damit das neue rein kann.

Plötzlich stand der junge Mann vor der Tür, in der Hand eine kleine Glasplatte mit Rollen drunter. „Mein Vater hat mich hängen lassen!“ Er wollte doch tatsächlich das Sofa auf diesem kleinen Glasbrett nach Hause transportieren. Allein. Das brach mir fast das Herz.

Obwohl die Zeit knapp war und der Lieferwagen zurück musste, packten die Männer das Sofa schließlich in den Wagen und brachten es drei Straßen weiter zu ihm nach Hause. Anschließend fuhr mein Mann den Wagen zurück, unser Freund baute das neue Sofa auf.

Aber: Die Schrauben waren zu lang. Weil in unserem Kellerchaos nichts zu finden war, fuhr er schnell nach Hause, eine Flex holen. Das funktionierte aber auch nicht und er fuhr schließlich zum nächstbesten Baumarkt und besorgte neue Schrauben.

Ich baute zwischenzeitlich das neue Regal auf und wurde damit fertig, noch bevor mein Mann wieder zuhause war. Wieder zurück half er mir dann, den Laufstall und einige andere Dinge umzuräumen. Unser Kumpel kam mit den Schrauben zurück, vollendete sein Werk und verabschiedete sich.

Die Kleine schlief inzwischen und der Große ging mit Oma spazieren. So hatten wir noch genug Zeit und Ruhe, den neuen Couchtisch (der farblich leider überhaupt nicht zum Rest der Möbel passt) aufzubauen, zu putzen und alles fertig zu machen.

So, und jetzt zeige ich es Euch natürlich auch.

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Das neue Sofa ist etwas breiter als das alte, was aber nicht auffällt, da der Laufstall nun nicht mehr daneben steht, sondern in die Ecke verbannt wurde. Die Spielecke wurde etwas nach rechts verschoben, die Kinderküche steht nun aber neben dem Sofa. Die usselige Kramecke hinter der Couch ist fort, dafür steht dort nun ein geräumiges Regal mit viel Stauraum für Bücher und Spielzeug.

Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch. Kissen, ein wenig Deko. Und neue Teppiche hätte ich gern, aber da muss noch das passende gefunden werden.

Bei dem neuen Sofa kann man übrigens die Kopfstützen hochklappen und die Sitzflächen in Liegeposition bringen. So können wir zukünftig mit der ganzen Familie gemütlich auf der Couch liegen. Rein theoretisch.

Gemütlich auf der Couch liegen hat nämlich echt Seltenheitswert. Erst recht, wenn die Kinder wach sind. Kennt Ihr alle, oder?

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