17 Monate

Guten Morgen, kleine Pusteblume!

Heute bist Du 17 Monate alt. Gerade schlummerst Du noch friedlich in Deinem Bettchen. Die letzten Nächte waren gut, trotz Schnupfen. Aber ich glaube, der ist jetzt auch endlich überstanden. Hoffen wir, dass Du jetzt mal für längere Zeit durchatmen kannst – und ich auch. Seit Wochen jagt ein Infekt den nächsten und langsam bin ich es leid. Der Frühling bringt sicher Aufschwung.

Inzwischen hast Du drei Backenzähne. Insgesamt hat Du nun 11 Zähnchen. Die gute Nachricht: Du hast mehr als die Hälfte geschafft. Die schlechte Nachricht: Es fehlen noch 9! Und im Gegensatz zu Deinem Bruder quält Dich jeder einzelne Zahn so sehr. Ich bin froh, wenn wir das überstanden haben.

Der Vorteil ist, Du kannst jetzt viel besser kauen. Und Du futterst fast alles. Vor allen Dingen das, was andere auf ihren Tellern haben. Ich kann gar nicht mehr ausmachen, was Du am liebsten ist. Was mich nach wie vor irritiert: Du verschlingst Frikadellen. Und ich hasse Frikadellen. Und wenn mein kleines, süßes Mädchen nach Frikadellen riecht… Nee. Wenn Du satt bist, winkst Du lässig ab. Wenn Du etwas anderes willst, zeigst Du darauf und machst „Emmm, mmmmm, mmmmm“ (oder so ähnlich). Du willst ständig Obst aus Quetschbeuteln essen. Die Quetschie-Schublade ist aber auch verlockend! Wenn ich Dir den Quetschie dann öffne, setzt Du Dich ganz brav auf den Boden und verschlingst ihn dort. Manchmal zeigst Du mir aber auch, dass Du dabei lieber in Deinem Stuhl sitzen möchtest. Ist der Quetschie leer, pustest Du ihn grundsätzlich auf. Anschließend wirfst Du ihn in den Mülleimer und applaudierst Dir selbst. Wie Dein Bruder liebst auch Du meinen Tee. Mein Zitronentee, den ich schon trinke seit ich denken kann. Ich lasse immer einen kleinen Rest für Dich übrig.

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Schon lange hilfst Du mir dabei, die Spülmaschine auszuräumen. Dummerweise räumst Du auch das schmutzige Geschirr raus, während ich versuche eben dieses einzuräumen. Du kramst hinter dem Kühlschrank das Höckerchen hervor, um Dir Dinge von der Arbeitsplatte zu räubern. Du schiebst den Hocker auch gern vor die Wand, um das Licht an- und ausschalten zu können.

Wenn Dein Bruder aus dem Kindergarten zurück kommt, stürzt Du Dich direkt auf seinen Rucksack, in der Hoffnung, dort noch etwas essbares zu ergattern.

Manchmal reibst Du Deine Augen und wenn ich dann frage, ob Du müde bist, schauspielerst Du ein kunstvolles Gähnen. Wenn Deine Windel voll ist, kommst Du zu mir, zeigst auf Deinen Popo und sagst „Bah“. Manchmal flunkerst Du mich aber auch an. Will ich die Windel dann wechseln, machst Du Dich meistens gleich wieder aus dem Staub, oder Du legst Dich falsch herum auf die Wickelunterlage und grinst mich schelmisch an.

Du schaust nach wie vor gern Bücher. Wenn Du Dinge in einem Buch entdeckst, die wir auch haben, zeigst Du sogleich in die Richtung, wo sich das entsprechende Teil befindet. Handelt es sich dabei zum Beispiel um Schuhe, läufst Du in den Flur und holst Deine Schuhe, um mir zu zeigen, dass Du auch welche hast. Siehst Du in dem Buch eine Mutter mit ihren Kindern, zeigst Du auf sie, sagst „Mama“, drehst Dich dann zu mir um und klopfst mir auf die Schulter. In einem Buch ist ein Ritter. Da zeigst Du immer drauf und sagst „Papa“. Äh…ja. Frage ich Dich „Wo ist denn…die Blume? Der Schmetterling? Das Herz? Was such immer?“, zeigst Du darauf und rufst laut „Daaaaaaaaa!“. Wenn Du etwas nicht gleich findest, sagst Du „Ähhhhhmmmmm“ und suchst und suchst. Das ist so süß! Bei jeder neuen Seite, die wir aufschlagen, sagst Du laut „Ooooooohhhhh“.

Spielen Dein Bruder und ich mit den Dinosauriern, kommst Du immer und räumst sie wieder in die Kiste. Sehr zum Leidwesen Deines Bruders. Darüber ärgert er sich total. Aber immerhin räumst Du auf.

Du liebst Deine kleine Magnettafel. Sie wird überall hingeschleppt. Manchmal bringst Du sie mir und machst ein Tiergeräusch, damit ich weiß, was ich malen soll. Und wenn Du selbst malst, staune ich immer wieder darüber, wie Du den Stift hältst. Wie eine Große!

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Dein neues Wort: Puppe. Oder so ähnlich. Das Feuerwehrauto macht „Tataaaaaaa“. Aber sonst ist nichts neues dazu gekommen. Ich warte jeden Tag auf ein neues Wort von Dir.

Weil ich operiert wurde und mir die Stelle noch weh tut, schiebst Du immer mein Shirt beiseite, sagst „Aua“ und pustest. Wenn Dir etwas weh tut, kommst Du angerannt und willst, dass ich puste. Danach ist es sofort wieder gut.

Wenn Du weinst, hilft es immer, wenn ich ein „Schhhhhh“-Geräusch mache. Du wirst sofort still und legst Dich auf den Boden und lässt Dir von mir den Rücken streicheln.

Du trägst nach wie vor Kleidergröße 80 – 92 und tagsüber Pampers Active Fit Größe 4, nachts Pampers BabyDry Größe 5. Deine Schuhe in Größe 20 sind nun zu klein. Die werden heute gegen Deine neuen Schuhe ausgetauscht.

Mein kleines, großes Mädchen! Ich wünsche Dir einen zauberhaften Tag!

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22 Gedanken zu “17 Monate

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