Die Sache mit dem Urlaub

Ich sah ihn schon dahinschwinden, unseren Urlaub. Unsere kostbare Woche pure Familienzeit unter der strahlenden Sonne Mallorcas. Ein Wechselbad der Gefühle, um diese mir ach so heilige Zeit.

Aber mal ganz von vorne. Es geschah Sonntag Nachmittag, während wir mit den Kindern in ihren Zimmern spielten und tobten. Mein Mann fragte mich plötzlich panisch, ja beinahe hysterisch, wann genau wir nochmal in den Urlaub fliegen würden. 

Als ich mit fragendem Blick das Datum nannte, fing er an zu fluchen, wurde kreidebleich. Ihm fiel plötzlich ein, dass er mitten in unserem Urlaub einen Auftritt mit seiner Band hat.

Und ich dachte so: „Na gut, dumm gelaufen. Dann muss er das halt absagen.“ Aber dass er das unter keinen Umständen tun würde, kam mir zu dem Zeitpunkt noch nicht in den Sinn.

Er fluchte und fluchte, fragte sich die ganze Zeit, was er nun machen sollte. Für mich war das völlig klar. Den Gig abblasen. Aber das geht nicht, ist doch alles schon unter Dach und Fach. Gut, okay, dann müssen die Jungs halt mal ausnahmsweise einen Ersatzmusiker engagieren. Nein, auch das geht auf gar keinen Fall. (Äh…wieso nicht?)

Und jetzt?!

Die Idee des Tages: Na ja, er würde dann halt an dem Tag, wo das Konzert ist, mal kurz nach Hause fliegen und wäre am nächsten Tag wieder da.

Und ich so: „Waaaaaaaas?!“ Das meint er jetzt nicht ernst. Nein, das war nur ein Scherz. Zugegeben, ein ziemlich schlechter. Aber eben nur ein Scherz.

Nicht. Er meinte es wirklich so. (Meintest Du das wirklich so?)

Und ich: Panikattacke!

Ich alleine mit den beiden Kindern auf Mallorca. Wie soll das gehen? Was, wenn ein Kind wegrennt und in den Pool fällt? Und wie soll ich etwas zu Essen vom Buffet holen für uns drei und gleichzeitig aufpassen, dass die beiden nicht weglaufen? Ich, die eh so schnell gestresst ist in letzter Zeit. Ich würde mich mit den beiden auf dem Zimmer verbarrikadieren müssen und von Keksen und Quetschies ernähren, so lange wir allein sind. Und was, wenn sein Flugzeug abstürzt? Miss Blühende Fantasie war hoffnungslos überfordert von solchen Gedanken. Der Urlaub wäre damit total im Eimer. Nein, das geht gar nicht.

Ich las schließlich nach, was eine Umbuchung kosten würde. 25% des Reisepreises. Ein ganz schöner Batzen Geld. Meine Laune wurde immer schlechter. Das darf doch nicht wahr sein! Mir verging schon ganz und gar die Lust überhaupt noch zu fliegen. Wir hatten doch nur diese eine kleine Woche Urlaub.

Der Sonntag war dann gelaufen und auch am nächsten Tag war unsere Stimmung nicht wirklich besser. Mein Vorschlag war, dass mein Mann fragt, ob er seinen Urlaub eventuell eine Woche vorziehen könnte und dann ins Reisebüro geht und guckt, was sich da machen lässt.

Und tatsächlich hatten wir Glück im Unglück.

Wir können die Reise genau eine Woche früher antreten, haben tatsächlich gute Flüge bekommen – und da die Reise sogar günstiger war, müssen wir mit der Umbuchungsgebühr, die übrigens nicht 25% beträgt, letztendlich nur etwa 70,00 € draufzahlen.

Das kann mein Mann dann von seiner Gage bezahlen. Den Stein konnte man von hier bis nach Mallorca fallen hören.

Gig gerettet, Urlaub gerettet, erste Ehekrise erfolgreich abgewendet.

Was für eine Aufregung…im wahrsten Sinne.

Und die Moral von der Geschicht: Termine aufschreiben vergisst man nicht!

10 Gedanken zu “Die Sache mit dem Urlaub

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