Wo geht’s denn hier zum Strand? – Reisetagebuch Tag 2

Dienstag – 30.05.2017

Nach einer unruhigen Nacht schlief unser Sorgenkind recht lange. Sie bekam nicht mal mit, dass der Wildfang schon durch die Zimmer turnte und wütend war, weil der Tag nicht so losging, wie er sich das vorgestellt hatte. Er motzte, was das Zeug hielt und weigerte sich außerdem zum Frühstück zu gehen. Da wir uns auch nicht sicher waren, wie es der Kleinen gehen würde, wenn sie denn aufwacht, entschieden wir uns dafür, getrennt frühstücken zu gehen. Mein Mann ging zuerst und beim Wildfang glätteten sich langsam wieder die Wogen. Wir lasen zwei Bücher und in der Zwischenzeit wurde dann auch Pusteblume wach und hatte erst einmal das Bedürfnis zu kuscheln. Offenbar hatte sie tatsächlich ein bisschen Appetit, denn sie zeigte auf den Schrank, in dem ich am Abend zuvor ihre geliebten Quetschies und Knäckebrot verstaut hatte. Der Quetschbeutel mit Apfel und Banane war ruck zuck geleert, am Knäckebrot knabberte sie eher halbherzig. Ihr Bruder wollte das gleiche, denn auch mit mir wollte er nicht zum Frühstück gehen. Als Papa wieder zurück war, gab es daher nur einen kurzen Schlagabtausch.

Im Urlaub esse ich standardmäßig Mohnbrötchen mit Käse und einer Scheibe Tomate darauf. So auch dieses Mal. Da hier doch eher kleine Brötchen gebacken werden, verputzte ich davon jeden Morgen gleich drei Stück, dazu Automatensaft, einen kleinen Joghurt und frische Ananas. Das Frühstück war also gut, da ist der halbe Tag schon mal gerettet.

Als ich wieder zurück auf dem Zimmer war, entschieden wir uns für einen kleinen Spaziergang. Wir hatten noch nicht die Gelegenheit, die Anlage richtig zu erkunden, geschweige denn das Meer zu sehen. Das Wetter war außerdem sehr durchwachsen. Stürmisch und immer wieder Schauer bei 21℃. Kein Badewetter. In Deutschland wurde an diesem Tag hingegen die 30℃ Marke geknackt. Verrückt!

Am Kinderpool vorbei ging es zum Park Paradis, das der Wildfang unbedingt erobern wollte. Vorher musste aber noch die Wassertemperatur getestet werden. Hier war es natürlich menschenleer.

Ganz im Gegensatz zum Park Paradi(e)s. Die Kinder wollten alle bei Laune gehalten werden, wenn sie schon nicht ins Wasser können. Empfangen wird man dort von mehreren Kinderspielgeräten, einer Trampolinanlage und Scootern.

Dann gibt es dort noch einen weiteren Kinderpool mit Wasserrutsche, einen kleinen Spielplatz, Schaukeln und eine große Holzburg mit Rutschen und Klettermöglichkeiten. Für die Kinder wirklich ein Paradies!

Es war schwer, die beiden da wieder wegzubekommen. Aber ich wollte unbedingt zum Strand. Und da lag das Problem. Denn: Wo geht’s denn hier zum Strand? Wir hatten keinen blassen Schimmer und liefen zunächst etwas orientierungslos durch die Gegend. Wir fragten ein Pärchen, die uns grob die Richtung zeigten, aber es war noch ein langer Weg. Ein sehr langer Weg. Mit Umweg. Einem riesigen Umweg. Am erstbesten Souvenir-Shop wollten wir Sandspielzeug für die Kinder kaufen. Mein Sohn suchte sich ein Set mit einem kleinen Kipplaster aus. (Den Laster habe ich übrigens im Hotelzimmer stehen lassen. Er passte nicht mehr in den Koffer. Beim besten Willen nicht. Er hat es noch nicht bemerkt. Hoffentlich bleibt das auch so.) Für Pusteblume wollte ich einen kleinen Eimer mit Gießkanne. Ich suchte jedes verdammte Regal ab. Nichts. Bis eine Frau sagte „Sie suchen was mit Gießkanne? Hier, von Hello Kitty!“ Mir klingelten die Ohren. Hello Kitty? Geht gar nicht. Hello Kitty hat bei uns Hausverbot! Aber es gab nicht anderes. Verdammt! Und ich? Hello Kitty gekauft.

Wir gingen weiter grob Richtung Strand, wo wir gefühlt nach etwa 45 Minuten ankamen. Endlich!

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Unsere Tochter war nun zum ersten Mal in ihrem Leben am Meer! Ein riesiger Sandkasten, wundervoll!

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Das Wasser hingegen war ihr nicht gerade geheuer. Und es war eben kalt und stürmisch. Die Stimmung kippte recht bald und wir machten uns auf den Rückweg zum Hotel. Und siehe da – der Weg war total einfach. Wenn man denn vorne aus dem Hotel herausgehen würde anstatt hinten. Natürlich war die Entfernung nicht wie angepriesen nur 300 Meter, sondern mindestens 600 Meter. Zuzüglich der 300 Meter, die wir von der Rezeption zu unserem Zimmer zurücklegen mussten.

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Eingangshalle des Hotels

Wir aßen zu Mittag und die Kleine zeigte einen recht gesunden Appetit. Ich ging dann mit ihr aufs Zimmer, da Zeit war für ihren Mittagsschlaf, während Papa und Sohn zum Pool gingen. Sie schlief lange. Sehr lange.

Und danach ging es ihr viel besser und sie war wieder richtig gut gelaunt. Ich war total erleichtert.

Schon bald ging es zum Abendessen. Und das Essen war tatsächlich ganz gut, war ich doch bei unserer letzten Mallorca-Reise absolut nicht begeistert vom Essen. Und auch mit den Kindern klappte es erstaunlich gut, graute mir doch davor, weil der Wildfang bisher im Hotelrestaurant immer alles zusammenschrie. Aber er ist nun mal älter geworden. Und Pusteblume? Sie musste immer erst eine Weile auf Papas Schoß sitzen, dann konnte man sie in den Hochstuhl setzen. Klar, weinte sie schon mal, aber irgendein Kind schrie immer. Daher fiel es kaum auf.

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Der große Pool
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Schnell noch ein Selfie…

Das Wetter war viel besser geworden, daher gingen wir noch einmal zum Strand runter und die Abendstimmung dort war wirklich toll.

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Eine andere Familie mit einer kleinen Tochter kam auf den Strand und der Wildfang quasselte ihnen eine Frikadelle ans Ohr und ignorierte dabei völlig, dass sie kein Wort verstanden. Wir kamen ins Gespräch und erfuhren, dass die Familie aus Irland kam. Wir unterhielten uns eine Weile und dann zog jeder wieder seines Weges.

Abends fielen wir müde ins Bett. Was uns wohl am nächsten Tag erwartet?

Fortsetzung folgt…

 

Ein Gedanke zu “Wo geht’s denn hier zum Strand? – Reisetagebuch Tag 2

  1. Wow, dass sieht richtig klasse für Kinder aus! 😊👌

    Und das mit dem Umweg kommt mir seeehr bekannt vor:
    Bin (zu Fliegerzeiten) mal aus einem Hotel aus dem Vorder- statt Hinterausgang gelaufen und hab einen 5 Kilometer Umweg gemacht 😂😂😂

    Gefällt 1 Person

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