Piep, piep, piep…

Piep, piep…

Was ist denn jetzt los?, dachte ich verwirrt. Erst piepst das Babyphone der Kleinen und dann das vom Großen. Es kommt ja schon mal vor, dass die Dinger Funkstörungen haben – aber beide gleichzeitig? Ich mache beide Geräte aus und wieder an. Nichts. 

Ich höre den Regen, wie er auf unsere Markise prasselt. Ich gucke auf die Uhr.

04.42

Mein Mann liegt nicht neben mir und ich erinnere mich, dass die Kleine irgendwann anfing zu weinen und nach Papa rief. Er war also noch bei ihr. Aber warum die Babyphones piepsen, das weiß ich immer noch nicht.

Ich schalte meine Nachttischlampe an. Oder sagen wir, ich versuche es. Nichts.

Stromausfall?

Ich gucke durch die Schlitze des Schlafzimmerrollos. Gegenüber im Haus brennt Licht. Auch die Straßenlaternen leuchten. Komisch.

Ich stehe auf und teste das Licht. Nichts. Ich gehe ins Bad und versuche es dort. Auch nichts. Aber auch auf dieser Seite des Hauses leuchten draußen die Laternen.

Ich schleiche die Treppe hinunter und tapse in die Küche. Nichts. Und im Wohnzimmer? Auch nichts. Unser Haus ist tot. Aber nur unser Haus? Gegenüber brennt doch Licht und auf der Straße auch.

Ich gehe wieder rauf und starre auf mein Handy. Nichts. Nur Notrufe. So langsam finde ich das mehr als eigenartig.

Mir kommt unser Gefrierschrank in den Sinn, der randvoll gefüllt ist. Wie lange halten sich die Sachen wohl ohne Strom?

Ich schleiche zu meiner Tochter ins Zimmer und wecke meinen Mann. Der wusste erst einmal nicht, wo oben und unten ist. „Unser Haus ist tot!“, flüstere ich.

Wir schleichen leise wieder raus und mein Mann stiefelt in den Keller zum Sicherungskasten. Alles in Ordnung. Hausinfarkt? Oder doch Stromausfall?

Er hatte komischerweise noch ein bisschen Netz und ging in die örtliche Facebook-Gruppe, wo sich dann herausstellte, dass der halbe Ort betroffen war. Komischerweise unsere Nachbarstraße wohl nicht. Und die Straßenbeleuchtung muss dann vermutlich ein eigenes Stromnetz haben.

Und jetzt? Weiter schlafen. Aber ich war erst mal so was von wach, dass es sehr lange dauerte, bis ich wieder wegdöste.

Um 07.40 stapfte dann unser Sohn ins Schlafzimmer. Lampentest. Immer noch nichts. Schon seit drei Stunden. In der Zwischenzeit hatten die meisten allerdings schon geschrieben, dass der Strom wieder da ist. Nicht so bei uns.

Das bedeutete daher auch kein warmes Wasser und vor allen Dingen: Dunkelheit.

Unser ganzes Haus ist inzwischen mit elektrischen Rollos ausgestattet, die natürlich alle geschlossen waren. Lediglich im Schlafzimmer und im Bad waren die Rollos nicht ganz verschlossen und ein kleines bisschen Tageslicht drang ins Haus. Also saßen wir schließlich alle im Schlafzimmer auf dem Bett und warteten.

Irgendwann hatten wir plötzlich wieder W-LAN. Aber das Licht ging immer noch nicht an. Mein Mann stiefelte wieder nach unten und ich hörte, wie er die Rollos öffnete. Und oben? Immer noch nichts.

Er ging schließlich wieder in den Keller, um dann festzustellen, dass die Sicherung rausgesprungen ist, was vermutlich passierte, als der Strom wieder floss.

Und siehe da: Es werde Licht!

Da wurde mir mal wieder klar, wie sehr man doch auf den Strom angewiesen ist und für wie selbstverständlich man diesen „Luxus“ doch nimmt.

Und die Moral von der Geschicht: elektrische Rollos schließt man nicht!

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