Von Eiscreme, Nutellabroten und einer Tüte Chips

Gestern Abend hatte ich Lust auf einen Eisbecher. Einen richtig großen. Mit Erdbeeren oben drauf. Aber wie soll das klappen? Die Kinder wollten einfach nicht einschlafen. Die Kleine schrie und schrie, trotz aller möglichen Beruhigungsversuche von Papa.

Ich las dem Wildfang derweil mit meiner immer noch heiseren Stimme eine Geschichte von Leo Lausemaus vor. Danach war es auch für ihn Zeit fürs Bett. Ich schaltete ihm noch ein Hörspiel an und ließ mir anschließend Badewasser ein.

Die Kleine schrie immer noch. Doch irgendwann schaffte Papa es schließlich, sie zu beruhigen.

Während ich in der Badewanne lag, kratzte mein Sohn an der Tür. Ich bat ihn, wieder in sein Zimmer zu gehen und nicht so laut zu sein, weil seine Schwester sich doch gerade erst beruhigt hatte. Zwei Minuten später stand er schon wieder an der Tür. Ich versprach ihm, gleich noch einmal zu ihm zu kommen und beeilte mich schließlich. So ein heißes Bad kann ja herrlich entspannend sein. Kann.

So ging ich noch einmal zu ihm, sagte nochmals gute Nacht und hörte, wie Papa aus dem Zimmer der Kleinen schlich.

In den letzten Tagen blieb ich immer oben, bis der Wildfang eingeschlafen ist. Meistens bin ich dann selbst auch eingeschlafen. Aber heute hatte ich nun mal Hunger. Großen Hunger sogar.

Uns war klar, dass es vollkommen unmöglich war, dass mein Mann jetzt das Haus verließ, um uns etwas aus der Eisdiele zu holen. Also entschieden wir uns spontan für Brot. Aber dafür mit Nutella. Als kleinen Ausgleich für das Eis.

Normalerweise Essen wir immer im Wohnzimmer vor dem Fernseher. Heute nicht. „Lass uns doch hier in der Küche essen!“, sagte ich. „Hier?“, fragte mein Mann. Ja, genau hier. Denn der Wildfang war nach wie vor wach und kommt dann schon mal gern die Treppe runter, um nachzuschauen, was gerade im Fernseher läuft. Außerdem kamen wir, mein Mann und ich, in der letzten Zeit kaum zum Reden, da immer irgendeiner von uns während der Einschlafbegleitung der Kinder selbst eingeschlafen ist. Es blieb kaum Zeit. Und wenn der Fernseher läuft, unterhält man sich auch eher weniger.

Also saßen wir nun in der Küche. Und wisst Ihr was? Das war richtig schön und tat echt gut. Wir haben gegessen und geredet. In Ruhe. Ohne Störungen. Na gut, doch. Eine Störung. Wildfang saß nämlich irgendwann auf der Treppe. Er wollte ja nur mal wissen, was ich auf meinem Brot drauf habe. Nutella, sagte ich. Dann ging er beruhigt wieder ins Bett. Und da blieb er dann auch. Ist ja auch voll langweilig, wir saßen ja schließlich nur in Küche.

Nach dem Essen setzten wir uns trotzdem vor den Fernseher, guckten das Bachelorette-Finale (Ja ja, ich schlimmer Mensch, ich. Ziehe mir so’n Zeug rein). Die Kinder schliefen nun beide friedlich. Jetzt noch ein Eis? Nein, das passte nicht mehr rein. Aber im Schrank, da schlummerte noch eine böse Tüte Chips, die mein Mann (gegen meinen Willen) gekauft hatte. Die passte dann noch rein. Und die haben wir uns auch verdient.

Und das Abendessen, das nehmen wir jetzt vielleicht öfter mal in der Küche ein. In aller Ruhe.

23 Gedanken zu “Von Eiscreme, Nutellabroten und einer Tüte Chips

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