Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? – September 2019

05.45: Ist das wirklich mein Wecker, der da klingelt? Ich will das nicht. Schule ist doof, sag ich Euch. Eben wegen dem Wecker. Dass ich jetzt fast eine Stunde früher aufstehen muss, daran werde ich mich wohl so schnell nicht gewöhnen. Erstaunt bin ich allerdings, dass das Schulkind nur fünfzehn Minuten nach mir ins Bad torkelt, nur um sich gleich darauf noch einmal ins Bett fallen zu lassen. Nur weitere zehn Minuten später ist auch die Kleine auf den Beinen.

06.50: Wir stapfen alle fertig geschniegelt in die Küche und ich bereite den Kindern ihr Frühstück, sowie die Pausenbrote zu. Zum Glück habe ich genug Zeit eingeplant dafür, denn schneller als wir gucken können, müssen wir auch schon los.

07.32: Wir sitzen im Auto Richtung Schule. Ich bringe den Großen etwa auf halbe Strecke, parke den Wagen. Den Rest gehen wir zu Fuss. Heute klappt das erstaunlich gut. Die Kleine läuft ohne Meckern mit, anders als an den Tagen zuvor, und wir kommen zügig voran.

07.45: Wir verabschieden Wildfang vor seinem Klassenzimmer und laufen zurück zum Auto. Jetzt fahren wir weiter in den Nachbarort zum Kindergarten. Wir hören Pusteblumes aktuelles Lieblingslied „747“ von dem werten Herrn Forster in voller Lautstärke.

08.05: Angekommen, ein bisschen geplaudert, dann folgte auch schon mein morgendlicher Rausschmiss. Zum Abschied winke ich meiner Tochter am Fenster und trete anschließend die Heimfahrt an.  Jetzt erst mal frühstücken! Mein Magen hängt mir nähmlich schon auf den Knien.

09.37: Gerade habe ich es unter Schnappatmung in die 2. Etage in mein Büro geschafft, da klingelt der Bofrost-Fahrer. Na ja, ein bisschen Frühsport kann ja nicht schaden. Immerhin ist unser Mittagessen damit gesichert.

09.50: Endlich sitze ich in meinem Büro und hänge mich über mein neues Buchprojekt. Seit ein paar Tagen bin ich dabei Ideen zu sammeln, heute fange ich an, sie ein wenig geordnet aufzuschreiben. Eigentlich hatte ich ein ganz anderes Projekt weitermachen wollen, doch ein Foto, welches mir auf Instagram entgegensprang, brachte mich auf eine völlig andere Idee. Und jetzt kommt ich nicht mehr davon weg. Daher recherchiere ich, suche Namen, zeichne eine Karte, beginne mit dem Plot, brainstorme mit meiner Freundin.

11.22: Oh Mist! Schon wieder so spät. Ich muss los, meinen Sohn von der Schule abholen. An die neuen Zeiten habe ich mich einfach noch nicht gewöhnt. Als er aus dem Gebäude kommt, hat er schon wieder seine Jacke und sein Cap vergessen. Also muss er nochmal zurück. Dann plaudern wir noch ein wenig mit seiner neuen Freundin und deren Mama. Ich bin sehr froh, dass er schon jemanden gefunden hat, mit dem er gut klarkommt.

11.48: Wir sitzen wieder im Auto auf dem Weg zum Kindergarten. Gerade als wir von dort wieder weg wollen, fängt es an zu schütten. Danke auch.

12.23: Wieder zu Hause chillen die Kinder etwas und ich kümmere mich ums Essen. Es gibt Backofenpommes und dazu brate ich Hähnchenbrustfilets. Danach ist es Zeit für die Hausaufgaben. Heute hat der Herr keine Lust. Und ich keinen Verstand. Tatsächlich, ich habe die Mathe-Aufgabe eines Erstklässlers nicht verstanden. Das war mir einfach nicht plausibel. Mein Mann hat uns dann auf die Sprünge geholfen. Das fängt ja gut an.

15.24: Hier wird mal wieder gestickert.

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Mal sehen, wie viele Aufkleber ich nachher auf meinen Möbeln und Türen wiederfinde. Pusteblume markiert nämlich immer alles, damit jeder weiß, dass es uns gehört.

16.20: Wir spielen eine Weile in friedlicher Eintracht mit dem Playmobil Swimmingpool. Dann kommt es zum Showdown. Das geht nämlich nur so lange gut, bis…

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… Ja, bis ich mich erdreiste, das Handtuch für meine Figur zu nutzen, obwohl es ausschließlich für die Figur meiner Tochter bestimmt war. Das führt zu einem leichten Wutanfall (wobei ich gerade leicht untertreibe) und dann geht für knapp eine Stunde gar nichts mehr. Sorry. Mein Fehler.

17.07: Wir konnten das Ruder doch noch rumreißen. Eine Verschnaufpause ist jetzt genau das richtige. Ja, ich weiß – es ist nicht gerade pädagogisch wertvoll, dass ich jetzt den Fernseher einschalte. Aber bitter nötig.

17.45: Ich stiefle nach oben ins Schlafzimmer, um mich umzuziehen. Muss nämlich noch weg, daher bin ich für heute raus. Wenn ich später am Abend wieder daheim bin, gibt es noch eine Folge „How to get away with murder“. Wenn denn nichts dazwischen kommt.

Gute Nacht dann schon mal!

Alle Beiträge zu #wmdedgt gibt es selbstverständlich bei Frau Brüllen.

3 Gedanken zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? – September 2019

    • Da ich in keinem Angestelltenverhältnis stehe und mich gerade als Autorin versuche, ist das nicht allzu dramatisch. Aber ja, mir bleibt immer so wenig Zeit. Als beide noch im Kindergarten waren, blieben mir jeden Tag drei Stunden. Mit Schule sieht die Sache leider schon anders aus. Sollte ich eines Tages tatsächlich mit meinen Büchern Geld verdienen – was ich hoffe – müsste ich das alles etwas anders organisieren. Aber so weit muss ich erst einmal kommen. 😉

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