Mein Weg zum Buch

Am Anfang war da diese Idee. Die Idee vom eigenen Buch. Ich war ein Teenager und träumte vom Schreiben. Jedoch wusste ich nicht, wie ich das jemals umsetzen sollte. Ich besaß weder eine Schreibmaschine noch einen Computer. Die dreißig handgeschriebenen Seiten meiner ersten Romanidee landeten irgendwann in der Mülltonne, weil ich keine Ahnung hatte, wie ich es angehen, geschweige denn zu Ende bringen sollte.

Viele Jahre später besuchte ich einen Englisch-Kurs. Unser Dozent stellte die Frage, ob es irgendetwas gab, das wir schon immer einmal tun wollten. Ich erzählte von der Idee, einen Roman zu schreiben, doch dass es nie dazu kam. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, wollte er wissen. Und so flammte der Wunsch wieder in mir auf. Jedoch kam mir der Alltag dazwischen und der Gedanke geriet erneut in Vergessenheit.

Der Tag, der alles änderte

Bis zu einem Tag vor etwa drei Jahren, an dem ich in der Spielgruppe ein Gespräch auffing. Ich hörte, wie eine der anderen Mamas davon erzählte, dass sie gerade einen Roman schreibt. Sofort war ich Feuer und Flamme. Wir tauschten uns aus und ich erzählte ihr, dass auch ich immer gern einen Roman schreiben wollte. Das gab diesem Wunsch wieder Energie – mehr denn je wollte ich dieses Buch schreiben. Zumal mein Leben mir inzwischen genug Stoff und Erfahrungen bot, so etwas auf die Beine stellen zu können. Aber mir fehlte immer noch eines: Zeit.

Daher wollte ich den Gedanken daran schon fast wieder verwerfen, aber er ließ mich einfach nicht mehr los. So nahm ich mir fest vor, dass ich damit beginne, sobald meine Tochter den Kindergarten besucht. Bis dahin sollte noch mehr als ein Jahr vergehen, doch innerhalb dieser Zeit ließ ich die Geschichte in meinem Kopf reifen. Ich überlegte mir, worüber ich schreiben möchte, und begann ein grobes Gerüst für die Geschichte zu entwickeln, welches mit jedem Arbeitsgang vertieft und verfeinert wurde.

Von der Idee zum Schreibprozess

Nach einer Weile war der Zeitpunkt endlich gekommen: Ich konnte mit dem Schreiben beginnen. Doch schneller, als ich gucken konnte, wurde ich wieder ausgebremst. Der Handlungsort, den ich auserkoren hatte, sollte Bremen sein. Vor Jahren war ich einmal dort und hatte mich in diese schöne Stadt verliebt. Doch ich wusste nicht mehr genau, wie es dort tatsächlich aussieht. Was entdeckt meine Protagonistin, wenn sie durch die Straßen und Gassen der Altstadt läuft? Ich hätte mir an dieser Stelle natürlich einfach etwas ausdenken können, doch ich wollte, dass es authentisch wirkt. Also blieb mir nur eines: Ich musste nach Bremen fahren. So saß ich wenige Tage später an einem kühlen Novemberabend im Auto auf dem Weg in die schöne Hansestadt. Erst am Abend kam ich im Hotel an und fiel müde ins Bett. Am nächsten Tag machte ich mich früh auf den Weg, zog allein durch Bremen, um alle Details aufzusaugen, Fotos zu machen, mir Dinge zu notieren. Ich lief durch die Straße, in der meine Protagonistin Tessa wohnt, aß in ihrem Stamm-Restaurant, sah die Stadt durch ihre Augen.

Davon inspiriert konnte der Schreibprozess endlich losgehen. Jeden freien Vormittag, wenn die Kinder im Kindergarten waren, setze ich mich hin und schrieb und schrieb und schrieb. Zwischendurch wurden Stadtpläne studiert, Goggle Streetview genutzt, immer wieder recherchiert. Dabei gab es einige Höhen und Tiefen. Unsicherheit mischte sich unter meinen Eifer. Mal war ich Feuer und Flamme für meinen eigenen Text, dann überkamen mich Zweifel. Es war ein stetiges Auf und Ab. Fünf Monate später war die erste Rohfassung fertig. Wenn ich die Krankheitstage und Ferien meiner Kinder abziehe, habe ich etwa vier Monate dafür gebraucht.

Dann schenkte mein Mann mir ein Schreibcoaching, das alles wieder auf den Kopf stellte. Mir wurde bewusst gemacht, dass der Geschichte die nötige Spannung fehlt, und so musste kurzerhand ein Antagonist her. Der wurde auch schnell gefunden, weil eine der Figuren eine Steilvorlage dafür bot. Das Problem war, dass ich das Buch bis zum 31.07.2019 bei einem Wettbewerb einreichen wollte. Und das Coaching fand nur sechs Tage vorher statt. So legte ich mehrere Nachtschichten ein und überarbeitete, was das Zeug hielt. Am 31.07.2019 um 22.58 Uhr reichte ich das Buch schließlich ein. Ich war stolz, es noch rechtzeitig geschafft zu haben. Erfolg hatte es jedoch nicht.

Absagen, so weit das Auge reicht

Testleser lasen meinen Roman und ich überarbeitete daraufhin erneut. Anschließend ging das Anschreiben an die Verlage los. Zwanzig Verlage haben das Buch in den letzten zwölf Monaten erhalten. Wie erwartet, hagelte es Absagen. Mir war von Anfang an bewusst, dass die Verlage mit Manuskripten überschüttet werden, und dass man als unbekannter Autor nur wenig Chancen hat. Dennoch ließ ich mich am Anfang davon entmutigen. Ist meine Idee zu schwach? Gefällt mein Schreibstil nicht? Solche Fragen schwirrten permanent in meinem Kopf herum.

Dann mache ich es eben selbst

Doch mit jeder Absage festigte sich der Gedanke, es im Selfpublishing zu versuchen. Ich habe zu viel Herz und Energie in dieses Projekt gesteckt, um es nun einfach in der Schublade versauern zu lassen. Der Roman ging erneut an Testleser, danach folgten zwei weitere Überarbeitungsgänge. Schließlich schickte ich es ins Lektorat und Korrektorat, was mit einigen Kosten verbunden war. Auch ließ ich mir ein wunderschönes Cover anfertigen. Wieder diese Zweifel … Lohnt sich all das? Was, wenn die Geschichte nicht bei den Lesern ankommt? Wenn sie nicht berührt? Aber an diesem Punkt gab es kein Zurück mehr.

Plötzlich musste ich mich mit Dingen auseinandersetzen, von denen ich nicht die leiseste Ahnung hatte. Buchsatz zum Beispiel. Doch da musste ich mich selbst durchbeissen. Ich hätte es beauftragen können, das Buch „in Form“ bringen zu lassen, aber an dieser Stelle konnte ich nicht noch mehr Geld investieren. Also habe ich mich selbst an diese Aufgabe gewagt. Es hat mich einiges an Nerven gekostet, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wenn ich Fragen hatte, konnte ich meine lieben Schreibkolleginnen stets belästigen. Der Austausch untereinander ist echt toll, jeder hilft jedem. So wurde mein Roman tatsächlich fertig und ich konnte den Probedruck in Auftrag geben.

Mein eigenes Buch in den Händen halten

Als ich knapp vier Wochen später meinen eigenen Roman zum ersten Mal in den Händen hielt, war das ein unfassbar aufregender Moment. Das habe ich allein geschafft! Es war eine Mischung aus Aufregung und Stolz.

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Der Moment, wenn Du Dein eigenes Buch zum ersten Mal in den Händen hältst …

Ein letztes Mal las ich die Geschichte und konnte dann schließlich auf „Veröffentlichen“ drücken.

Und heute ist es so weit

Mein Roman Regen, Wolken, Liebe ist ab heute erhältlich. Die Print-Ausgabe sollte innerhalb der nächsten Tage überall bestellbar sein, wo es Bücher gibt. Das eBook gibt es ausschließlich bei Amazon.

Kopie von Off the beaten path

Tatsächlich habe ich es geschafft, nach all den Jahren mein erstes, eigenes Buch herauszubringen. Nun bin ich mittendrin im Gefühlschaos von Aufregung, Freude, Angst und Nervosität.

Worum geht es überhaupt?

Marc ist Tessas große Liebe. Doch der Tag, an dem ihr ein verhängnisvoller Brief in die Hände fällt, ändert alles. Ihr Mann hat eine Geliebte. Diese Erkenntnis trifft sie wie ein Schlag. Etwas Eigenartiges passiert, wie jedes Mal, wenn ein Sturm in Tessa tobt: Dunkle Wolken verbünden sich mit ihr, der Regen hüllt sie in eine Umarmung. Tessa wird eins mit der Witterung. Oder ist es umgekehrt? Doch ganz gleich, wie düster es um Tessa wird, vermag der Regen nicht nur Dunkelheit mit sich zu bringen …

Regen, Wolken, Liebe ist ein schlichter Liebesroman, in dem Tessa auf ihrem Weg zum Glück jede Menge Rückschläge erlebt. Eine Geschichte, wie das Leben sie schreibt, mit jeder Menge Herzschmerz und voller Emotionen.

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Wollt Ihr Tessa auf ihrer Suche nach der großen Liebe begleiten? Ich würde mich wahnsinnig darüber freuen. Denn ein Stück weit ist es auch meine Geschichte. Mein ganzes Herz liegt darin.

Das Taschenbuch bekommt Ihr im Bod Shop oder in allen anderen gängigen Online-Shops und Buchläden vor Ort zu einem Preis von 9,99 €.

Das Kindle eBook findet Ihr hier, aktuell zum Einführungspreis von 0,99 €, danach für 3,99 €.

 

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