Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? – November 2021

04.30: Zack! Ich bin wach. Und das bleibe ich auch. Wie gestern schon, als ich um 04.15 Uhr aufwachte und an schlafen nicht mehr zu denken war. Ich bleibe in der Dunkelheit liegen, in der Hoffnung, noch einmal einschlafen zu können. Um halb 6 wurde es mir zu blöd und ich scrollte mich durch meine Instagram-Timeline. Kurz bevor der Wecker klingelt, höre ich wie sich die Kinderzimmertür der Kleinen öffnet und wieder schließt. Offensichtlich wollte sie die Lage checken, ob ich schon wach bin oder noch schlafe.

06.15: Schließlich schäle ich mich aus dem Bett. Was sein muss, muss sein. Der Muskelkater erschwert die Sache ungemein. Gestern habe ich nach langer Zeit mal wieder Hula Hoop gemacht, und das rächt sich nun natürlich. Es dauert nicht lange, bis meine Tochter an die Badezimmertür klopft. Aus dem Zimmer des Großen dringt bereits Musik. Seit der Zeitumstellung sind alle immer noch aus dem Tritt.

07.00: Wir poltern nach unten in die Küche, wo ich ein paar hungrige Mäuler und leere Brotdosen stopfe. Auch mir hängt der Magen bereits auf den Knien, doch mir ist es vor der Schule grundsätzlich zu stressig zum Frühstücken.

07.25: Ding Dong! Der Freund meines Sohnes klingelt, um ihn zur Schule abzuholen. Die Kleine und ich ziehen ebenfalls los. Wir haben gerade einmal vier Grad. Gemütlich ist anders. Trotzdem kommen wir ausnahmsweise mal gut gelaunt in der Schule an, wo ich mich von den Kindern verabschiede und mich wieder auf den Heimweg mache. Kleine Anekdote: Vor zwei Wochen wäre meine Tochter beinahe von einem radfahrenden Teenager umgefahren worden. Es war haarscharf und er streifte sie glücklicherweise nur an der Wange. Ich war total sauer, denn er raste im Affenzahn an uns vorbei, ohne auf sich aufmerksam zu machen. Heute hörte ich auf dem Schulweg jemanden hinter uns rufen: „Klingelingeling!“ Es war eben dieser Junge, der offenbar aus der Situation gelernt hatte. Oder er dachte „Boah, schon wieder die Alte vom letzten Mal!“ Wie auch immer, es hat Wirkung gezeigt.

08.00: Um Punkt acht Uhr strande ich wieder zu Hause und bereite mir endlich das lang ersehnte Frühstück zu. Der warme Tee hilft mir nicht, um mich aufzuwärmen. Ich lasse das Küchenchaos anschließend wie es ist und verziehe mich ins Büro.

08.32: Im Büro angekommen, gibt es erst einmal eine Sprachnachricht an meine Freundin Carina, mit der ich momentan an einem Gemeinschafts-Romanprojekt arbeite. Dann warten noch ein paar eMails und Überweisungen auf mich, bevor ich mich endlich daran mache, mein Kapitel zu Ende zu schreiben, bei dem ich gestern mittendrin das Messer im Schwein stecken lassen musste.

11.48: Nachdem ich 1.232 Wörter geschrieben habe, ist mein Kapitel fertig und ich schicke es sogleich an Carina, damit sie am nächsten Kapitel arbeiten kann. Dass ich so zeitig fertig bin, passt mir sehr gut in den Kram, denn …

12.14: … ich mache mich zu Fuß auf den Weg zur Schule, um die Kleine abzuholen. Normalerweise fahre ich mittags immer mit dem Auto, weil ich bis zur letzten Minute die Zeit zum Schreiben ausnutzen muss. Die junge Dame wollte jedoch heute unbedingt zu Fuß abgeholt werden, weil mein Auto in der Inspektion ist und ich einen knallblauen Ford Ka als Leihwagen bekommen habe. Und es ist ihr „ultrapeinlich“ mit diesem Auto zu fahren. Da geht sie lieber zu Fuß.

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Auf nach Hause!

Das war auch nicht verkehrt heute, denn das Wetter war ganz schön. Außerdem haben wir ein paar schöne Dinge entdeckt.

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Wie zum Beispiel diese bunten Blumen …
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… eine Feuerwanzeninvasion …
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… und diesen haarigen kleinen Gesellen!

12.50: Zu Hause angekommen, beginne ich gleich mit dem Kochen. Es gibt Nudeln mit Bolognese-Soße. Die Kleine isst ihre Nudeln jedoch lieber mit Ketchup und die Soße dafür separat. Jeder wie er mag. Der Große verabschiedet sich gleich nach dem Essen zu seinem Freund, denn ihm bleibt heute nicht allzu viel Zeit zum Spielen.

14.48: Oma ist da. Sie holt die Kinder ab, damit sie den Nachmittag mit ihr verbringen. Und was tue ich nun mit meiner Zeit? Es gäbe viele Möglichkeiten, aber wie immer nutze ich fast jede freie Minute, um mich an den Rechner zu setzen und ein paar Zeilen zu schreiben.

15.56: Wir gehen spontan shoppen. Mein Großer braucht dringend neue Langarmshirts, da ihm alle Ärmel zu kurz geworden sind, und mein Mann könnte mal wieder eine blaue Jeans vertragen. Bei ihm ist nämlich alles grau. Gesagt, getan. Ausbeute für den Mann: Eine Jacke und zwei Jeans – eine davon, dreimal dürft Ihr raten, in grau. Für meinen Sohn gab es drei neue Oberteile, bei der Kleinen bin ich dann so richtig eskaliert: Zwei Pullover, drei Thermoleggings, Handschuhe. Und ich glaube, da war noch mehr. Für mich ist immerhin eine Strickjacke rausgesprungen. Währenddessen rief die Werkstatt an, dass mein Wagen fertig ist.

16.57: Mein Mann macht sich mit unserem hippen Leihwagen auf den Weg zur Werkstatt. Dieses Mal hat er die Ehre mit diesem High End Auto zu fahren. Ich bin gespannt, ob er mir gleich erzählt, wie traurig er war, diese Kutsche wieder abgeben zu müssen. Ich verziehe mich derweil in mein Büro um … na … zu singen! Genau! Wie bitte? Singen? Ich dachte, geschrieben habe ich heute genug. Und da ich vorhin zufällig auf ein altes Video von mir – singend auf der Silberhochzeit meiner Freunde – gefunden habe, bekam ich Lust meine Stimmbänder ein wenig zu trainieren. Denn die sind wirklich eingerostet. Zu lange habe ich nicht mehr gesungen.

18.35: Mit wachsender Ernüchterung stelle ich fest, dass ich es nicht mehr kann. Meine Singstimme ist im Eimer. Oder eher gesagt das kleine Bisschen Technik, das ich einst beherrscht habe. Daher gebe ich es dran. Zumindest für heute. Ich überrede deshalb meinen Mann, sich von seinem Keyboard zu trennen und mit mir eine Runde auf der Couch zu chillen, bis die Kinder wieder zurück sind.

Also bin ich für heute raus. Alle Beiträge zu #wmdedgt findet Ihr wie immer bei Frau Brüllen.

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