My #Muddistyle -Mrs. Perfect völlig unperfekt

Das bin ich. Früher mal.

2014-10-30-12-57-18-534

Chic. Schlank. Strahlend.

Man fand mich stets mit einem vollständigen Tages-MakeUp vor, sobald ich das Haus verließ. Und wenn ich nur den Müll raus brachte. Jede einzelne Haarsträhne saß perfekt. Ich trug Stoffhosen oder auch Jeans, Blusen, Strickjäckchen, Kleider, Röcke und natürlich Pumps. Chic statt sportlich war mein Style in der Regel. Meine Handtasche war immer mit Schminke, Bürste und Haarspray bestückt – für den Notfall. Kam eine böse Windböe an mir vorbeigeflogen und zerstörte meine Frisur, wurde das am nächstbesten Spiegel gleich wieder gerichtet.

Die Haare trug ich übrigens immer offen. Und ich trug lange Ohrringe, Ketten, Armbänder, Ringe, manchmal auch Fußkettchen. Oder Halstücher. Das volle Programm.

Man könnte fast sagen, ich war eitel. Ja, das war ich wohl. Ziemlich eitel sogar. Mrs. Perfect leibhaftig.

Ja gut, ich war nicht immer so schlank, wie auf dem Foto da oben. Während meiner ersten Ehe hatte ich ein wenig mehr auf den Rippen. Es brauchte also eine Scheidung, um so schlank zu werden – und zack! Purzelten 10 kg von ganz allein von meinen Hüften. Okay, nicht gerade die schönste Art, um abzunehmen. Aber es war nachhaltig. Vier Jahre lang hielt ich meine Figur.

Und dann lernte ich meinen Mann kennen. Ende der Geschichte.

Nee, Quatsch! Aber ich nahm recht schnell ein wenig zu. Wir gingen viel essen, gerne Fastfood, aber auch in viele Restaurants. Eigentlich fast jedes Wochenende. Und gemeinsam essen macht ja viel mehr Spaß, als allein. Trotzdem hielt sich mein Gewicht in einem gesunden Rahmen.

Seit ich Mutter bin sieht das allerdings vollkommen anders aus.

Ich bin total aus der Form geraten. Und ich werde wohl nie, nie wieder reinkommen. Ich will zwar unbedingt. Aber ich brauche auch Schokolade. Sehr viel Schokolade. Und Sport? Mein größter Feind.

Aber mal abgesehen von den überflüssigen Fettpolstern, ist es auch mit dem Rest von mir ziemlich abwärts gegangen.

Die Haare? Pony oben am Kopf zusammengetackert. Immer. Außerdem sind sie durcheinander. Immer. Entweder vom Toben mit meinem Sohn, oder weil meine Tochter sich darin festgekrallt hat.

Mein „MakeUp“ besteht nur noch aus Lidschatten, Lidstrich und Wimperntusche. Und Lippenstift. Der aber nur, wenn ich das Haus verlasse. Ohne fühle ich mich irgendwie nackt.

Und die Klamotten? Jeans, ein Top, darüber ein schlichtes Shirt. Mit Sabberflecken natürlich. Überall. Und Sneakers. Zu Hause ist es noch schlimmer. Da trage ich sogar fast nur noch die Joggingbux. Ist halt einfach bequemer, wenn man den halben Tag in der Spielecke auf dem Boden herumkriecht. Und es stört mich auch nicht sonderlich, wenn das Baby seinen Möhrenbrei drauf prustet.

Also: Das bin ich heute.

2016-01-26-13-28-33-703

 

Sportlich. Unförmig. Übermüdet.

Wie ich das finde? Ätzend. Aber es ist halt leider praktisch. Also wird sich vermutlich nicht viel daran ändern. Zumindest noch nicht. Aber ich bin mir sicher, dass es irgendwann wieder aufwärts geht mit mir.

In den seltenen Momenten, in denen ich mal keine Mama bin, sieht es schon recht passabel aus.

Aber: Mrs. Perfect wird wohl nie wieder zurückkehren. Nur ein kleiner Teil von ihr vielleicht. Aber darauf freue ich mich schon.


So viel zum Thema #meinMuddistyle! Die Idee stammt von Frida von 2KindChaos, und mit diesem Post nehme ich an ihrer Blogparade teil. Super Sache, Frida! Ich wollte eh darüber schreiben!

Wollt Ihr auch mitmachen? Dann springt rüber auf ihren Blog!

Mein Körper gehört wieder mir: die Wahrheit über den After-Baby-Body

Drei Wochen ist es nun her, dass meine kleine Tochter auf die Welt kam. Unsere Familienplanung ist nun abgeschlossen und mein Körper gehört wieder mir ganz allein.

Zwei Mal war er für viele Monate der Wohnraum für zwei ganz besondere kleine Menschen. Eine magische Zeit, aber auch nicht immer ein Zuckerschlecken.

In der ersten Schwangerschaft ging es mir eigentlich super, bis auf einen angeknacksten Fuß, dessen Heilung etwas länger dauerte, weil ich nicht wirklich etwas einnehmen konnte. Und klar – gegen Ende wurde der Bauch einfach unbequem. Aber das war schon okay, sonst ging es mir wirklich gut.

Die zweite Schwangerschaft machte schon wesentlich weniger Spaß. Zu Beginn hatte ich ständig Kreislauf-Beschwerden und oft ein flaues Gefühl auf dem Magen. Dann kam kurzzeitig eine gute Phase. Und dann kam die Grippe. Die hat mich total umgehauen. Danach plagte ich mich permanent mit einer Schnupfnase herum. Außerdem wurde ich sehr kurzatmig. Im Sitzen, beim Gehen, bei jeder Tätigkeit: Ich hatte Schnappatmung! Gut ging es nur, wenn ich auf der Seite lag. Und der Bauch wuchs noch schneller und stärker als beim ersten Mal. Schon im 2. Trimester passten mir viele Klamotten nicht mehr, die ich in der ersten Schwangerschaft bis zum Ende tragen konnte. Alles war unbequem, alles zwickte und zwackte. Und da, wo der BH-Bügel auf meinen Rippenbogen traf, war alles taub. Nerv abgeklemmt. Oft gab es an dieser Stelle sogar einen stechenden Schmerz. Und der heiße Sommer bekam mir gar nicht gut. Nicht zuletzt, weil ich extreme Wassereinlagerungen hatte. Am Ende passte mir nur noch ein einziges Paar Sandalen. Meinen Ehering hatte ich schon Wochen zuvor ablegen müssen. Außerdem macht es einen großen Unterschied, ob man während der Schwangerschaft mit seinem Arsch faul auf einem Bürostuhl sitzt, oder ob man Animateur für ein sehr lebhaftes Kleinkind spielt, was mir im Laufe der Zeit zunehmend schwerer fiel. Ach ja, und dann war da ja auch noch die Sache mit der Landkartenzunge. Ich hatte vorher nie davon gehört, doch ich bekam zu spüren, was das bedeutet. Bei fast allem, was ich zu mir nahm, brannte meine Zunge anschließend wie Feuer. Vor allem bei histaminreicher Nahrung. Und sie sah auch ziemlich eklig aus.

Und jetzt?

Ich fühle mich irgendwie befreit! Nicht, dass ich meinen Bauch nicht gern als Herberge für mein Kind hergegeben habe, aber irgendwie ist es auch schön, dass mein Körper nun wieder mir ganz allein gehört. Was sich seitdem alles geändert hat?

– Ich kann wieder durchatmen! In jeder Lebenslage. Der Druck auf meiner Lunge ist verschwunden und auch meine Schnupfnase hat sich verkrümelt.
– Das erste (heiße!) Bad, nach zwei Wochen nur duschen dürfen, habe ich in vollen Zügen genossen.
– Ich habe doch noch Füße.
– Ich kann mir wieder selbst Socken anziehen und sogar die Fußnägel lackieren!
– Meine Zunge hat sich regeneriert und ich kann wieder schmerzfrei essen.
– Die Stelle über dem Rippenbogen bleibt wohl für immer taub.
– Trotz des enorm großen Bauchs bin ich wieder ohne Risse davongekommen.
– Ich kann wieder mit meinem Sohn toben!
– Ich fühle mich leichter und beweglicher. Bereits zehn Tage nach der Entbindung hatte ich 10,1 kg verloren. Seitdem steht die Waage jedoch still. Und auch das Wasser ist noch nicht gänzlich verschwunden. Sämtliche Pumps sind immer noch zu eng, und auch der Ehering passt noch nicht wieder.
– Ich habe mich noch nicht getraut, eine meiner alten Jeans anzuprobieren.
– Noch 4,3 kg bis zum Startgewicht. Dann gerne nochmal 10 kg.
– Fettpolster in den Achselhöhlen. Wie zur Hölle soll man da bitteschön abnehmen? Die schleppe ich bereits seit Beginn der ersten Schwangerschaft mit mir herum. Da hilft nur noch wegschnibbeln!
– Die nackte Wahrheit: Ich sehe aus wie ein Hängebauchschwein! Der Bauch ist wabbelig und weich und ich habe keine Ahnung, ob sich das je wieder ändern wird.

Quelle Pixabay
Quelle Pixabay

Fotos von mir erspare ich Euch an dieser Stelle.

So sieht’s aus, Ihr Lieben! Vieles ist besser, aber es gibt noch viel zu verbessern.

Aber dieses Jahr nicht mehr. Abgesehen von meinem Rückbildungskurs, der im November startet, werde ich nicht mehr allzu viel tun. Damit starte ich erst nächstes Jahr. Noch brauchen wir zu viel Nervennahrung. Aber dann gibt es keine Ausreden mehr. Bisher habe ich als Grund, warum ich nie richtig abgenommen habe, immer vorgeschoben, dass ich ja wahrscheinlich noch mal ein Kind bekomme und dass sich das Abnehmen ja dann gar nicht lohnt. Aber da wir nun komplett sind, wäre es wirklich an der Zeit, meinen Körper wieder in Schwung zu bringen. Mal sehen, ob ich genug Disziplin an den Tag lege.

Ihr werdet es demnächst erfahren…

Mrs. Perfect hat ausgedient

Warum?

Sie ist einfach nicht mehr alltagstauglich. Das musste ich kurz nach der Geburt unseres Sohnes feststellen – mit großer Bestürzung. Und bis heute hat sich das auch nicht mehr geändert.

Damals

Damals war alles anders. Ich war immer perfekt gestylt. Und damit meine ich wirklich IMMER! Ob ich mal kurz rüber zum Bäcker lief oder auch wenn ich nur den Müll raus brachte – das alles ging nicht ohne vollständiges MakeUp und eine Frisur, bei der nicht jedes Haar saß wie eine Eins! Und im Büro sah ich sowieso immer aus, wie aus dem Ei gepellt. Ich war jetzt nie übertrieben aufgedonnert, aber ich kann nicht abstreiten, dass ich sehr viel Wert auf mein Äußeres gelegt habe. Meine Figur war ganz okay – sicher, ich war auch schon mal richtig schlank, aber ich fühlte mich recht wohl in meiner Haut. Mein Outfit ging immer eher in Richtung schick, oft trug ich sogar Kleider oder Röcke und Pumps gehörten auch an meine Füße, wenn ich Hosen trug. Sicher, ich habe auch eine ganze Reihe Sneakers in allen Farben im Schrank stehen, aber die wurden überwiegend für Freizeitaktivitäten genutzt. Und auch als ich schwanger war und schon aussah wie ein Walross, habe ich immer noch darauf geachtet, dass ich gut aussah.

Nach Tag X

Der Tag der Geburt veränderte alles. Innerhalb kürzester Zeit bin ich von Mrs. Perfect zum Zombie mutiert. Ich hatte keine Zeit (und Lust) mich zu schminken, hatte riesige Augenringe, habe es oft nicht mal geschafft zu duschen. Ich war schon dazu geneigt alle Spiegel im Haus abzudecken, damit ich selbst wenigstens diesen Anblick nicht ertragen musste. Da wir nicht nur ein Schrei- sondern auch ein Spuckkind hatten, war ich die meiste Zeit des Tages von oben bis unten mit Babykotze beschmiert, das Zeug klebte mir oft sogar in den Haaren. Herr Sohn hatte es auch mehrmals geschafft einen Volltreffer auf mein Dekolletee zu landen, von wo aus es dann ruckzuck bis in den BH gelaufen ist. Es war ein Alptraum. Ich war völlig verwahrlost und meine Figur war nun auch vollkommen ruiniert. War die Freude anfangs groß, dass ich nur 4 Wochen nach der Geburt bereits 11 kg verloren hatte, war der Frust umso größer, dass sich danach absolut nichts mehr tat. 5 kg blieben hartnäckig an meinem Körper hängen. Aber so wie ich aussah, machte das auch nicht mehr viel aus.

Heute

Die Schreiphase ging nach ca. 7 Monaten (nicht ganz) vorbei und wir bekamen doch tatsächlich mal sowas wie einen geregelten Tagesablauf. Ich schaffte es plötzlich wieder mir morgens die Haare zu waschen und wenigstens meine Augen vernünftig zu schminken. Das MakeUp lasse ich jedoch nach wie vor weg. Und duschen gehe ich abends „in Ruhe“ (10 Minuten), wenn mein Mann Feierabend hat. Ich kann mich also wieder in der Öffentlichkeit blicken lassen, ohne dass meine Mitmenschen schreiend wegrennen.

Aber zufrieden bin ich trotzdem nicht. Mein Look ist eher praktisch als stylisch. Statt schick ist nur noch T-Shirt, Jeans und Turnschuhe angesagt. Zuhause sogar grundsätzlich nur noch Joggingbux. Weil es einfach bequemer ist. Und die Kilos, die sichtbar zuviel auf meinen Hüften sind, nerven mich langsam echt.

Wunschgedanke

Ich möchte wieder schöner sein. Meine Haare wieder richtig in Form bringen, statt den Pony immer nur nach hinten zu tackern. Tolle Klamotten tragen. Die Turnschuhe wieder gegen Pumps eintauschen.
Wieder ich sein! Wenigstens manchmal.

Und schlanker. Das ist die größte Schwierigkeit. Wir fangen klein an: Ab Montag ist Drei-Tage-Suppen-Diät angesagt. Vielleicht auch ein bisschen Sport.

Der Kampf beginnt!