Das gebrochene Herz

Das gebrochene Herz

Es trauert

Es leidet Tag für Tag

Schmerz, der die Seele zerfrisst

Kummer, der das Glück vertreibt

Das gebrochene Herz

Es wollte das Glück nicht loslassen

Wollte es mit aller Macht festhalten

Es wollte nicht aufhören zu lieben

Ist es schuld daran

Das gebrochene Herz?

Hat es Deinen Körper krank gemacht?

Dass Du so plötzlich Deinen letzten Kampf kämpfen würdest

Damit hat niemand gerechnet

Das gebrochene Herz

Heute hat es aufgehört zu schlagen

Und es hinterlässt viele gebrochene Herzen

Und Menschen, die Dich liebenWeiterlesen »

Als ich Dich verlor

Heute war wieder einer dieser Tage.

Dein Bruder war den ganzen Tag wütend. Er saß trotzig in seinem Zimmer. Deine Schwester hat geweint und geweint. Sie war nun endlich eingeschlafen.

Mein Schädel brummte. Ich wusste nicht mehr, wo mir der Kopf stand. Ich ließ mich auf mein Bett sinken und starrte in den strahlend blauen Himmel. Plötzlich musste ich wieder an Dich denken.

Als ich da so lag und aus dem Fenster schaute, war es wie damals, als ich Dich verlor…

Ich fühlte ich mich plötzlich um mehr als 1 1/2 Jahre zurückversetzt. – Es war ein heißer Sommertag im August 2014. Ich sollte heute meinen ersten Vorsorgetermin haben. Ich war gerade in der 9. Woche mit Dir schwanger.

Eigentlich hatten wir uns gerade erst entschieden, dass Dein Bruder ein Geschwisterchen bekommen soll. Wir hatten vor, noch ein wenig zu warten. Aber damit haben wir es nicht so genau genommen. Und ich ahnte vom ersten Tag an, dass ich wieder schwanger bin. Ich spürte gleich die Veränderung in meinem Körper, jedes noch so kleine Anzeichen nahm ich wahr. Als ich zwei Wochen später endlich einen Test machen konnte, hat sich mein Gefühl bestätigt.

Wir waren ein bisschen perplex, dass es so schnell ging, doch wir freuten uns auf Dich. Obwohl es mir ganz schön schlecht ging, in den nächsten paar Wochen. Mir war oft übel, ich hatte Kreislaufbeschwerden und ich sah außerdem ganz furchtbar aus. Aber damit konnte ich leben. Es dauerte gar nicht lange, bis mein Bauch schon wieder eine deutliche Wölbung zeigte, so dass es schwer war, Dich in der ersten, kritischen Zeit zu verstecken, bevor wir es aller Welt erzählen wollten.

Nun war es also endlich so weit – ich sollte erfahren, ob alles in Ordnung ist; die erste Untersuchung stand an. Doch genau in dem Moment, als ich dort ankam, wo ich Dich zum ersten Mal sehen sollte, spürte ich plötzlich, dass ich Dich verloren hatte. Es war mir sofort klar.

Als die Ärztin mich dann untersuchte, schüttelte sie nur mit dem Kopf. Ich konnte gar nichts sagen. Dort, wo Du hättest sein sollen, war nichts mehr zu sehen. Du hast Dich nicht weiterentwickelt, Dein Herz hat niemals angefangen zu schlagen.

Ich verließ die Praxis völlig regungslos, Doch als ich im Auto saß, brach es aus mir heraus. Ich musste Papa anrufen und es ihm sagen. Ich konnte es kaum aussprechen.

Wir sollten sofort ins Krankenhaus fahren, doch weil es schon so spät war, wurde an diesem Tag nichts mehr unternommen. So blieb ich über Nacht dort – allein mit mir und allein mit meinen Schmerzen. Ich starrte in die tiefschwarze Nacht, machte kein Auge zu.

Ich dachte an Dich, an das was ich verloren hatte, wo ich Dich doch gerade erst ein paar Wochen in meinem Leben wusste – auch wenn Du in dieser Zeit nicht viel mehr warst, als eine leere Hülle. Doch ich trug Dich in meinem Herzen, schmiedete Pläne, malte mir unsere Zukunft mit Dir aus. Du warst ein Teil von mir – und von einem Moment auf den anderen waren alle Hoffnungen und Träume wie eine Seifenblase zerplatzt. So verging die scheinbar nie enden wollende Nacht in Gedanken an Dich und auch an Deinen Bruder, den ich zum ersten Mal die ganze Nacht allein lassen musste, wo ich doch in diesen Stunden so gerne Trost bei ihm gefunden hätte.

Am nächsten Morgen wurde ich untersucht. Mein Körper hat scheinbar viel geleistet und eine OP blieb mir erspart. Mir wurden Tabletten gegeben, die Wehen auslösen und damit dafür sorgen sollten, dass nichts zurückbleibt – nichts von dem, woraus Du hättest entstehen sollen.

So lag ich dann ein paar Stunden später auf meinem Bett und starrte in den strahlend blauen Himmel. Die Tabletten zeigten ihre Wirkung. Nicht nur die Schmerzen, die immer wieder wie eine Welle anrollten, ließen mich den ganzen Tag in finstere Gedanken versinken, während ich zuhörte wie Dein Bruder draußen im Garten lachte und tobte. Stille und Trubel – so nah beieinander.

Ich ruhte mich das ganze Wochenende aus. Ein kurze Erholungsphase, zu kurz. Doch am nächsten Tag musste ich wieder voll funktionsfähig sein. Papa musste auf Geschäftsreise und Dein Bruder brauchte mich. Es war ein körperlicher Kraftakt – doch was lenkt einen besser ab, als fröhliches, pures Kinderlachen?

Dein Bruder war für mich die beste Medizin. Er hat das wirklich toll gemacht – ohne es zu wissen. Er und vermutlich auch die Tatsache, dass ich Dein Herzchen niemals habe schlagen hören, haben mir recht bald geholfen, mit dem Verlust umgehen zu können.

Etwa vier Monate später spürte ich neues Leben in mir. Deine Schwester hatte es sich in meinem Bauch gemütlich gemacht. Angst machte sich breit – Angst, dass ich auch sie verlieren könnte. Doch schon bald durfte ich erfahren, dass alles in Ordnung ist. Ihr Herz schlug und alles war so, wie es sein sollte.

Seit einigen Monaten ist sie nun bei uns und hat unsere Familie vollständig gemacht. Sie ist wirklich wundervoll. Doch manchmal ist es ein komisches Gefühl – denn wenn es Dich gäbe, dann gäbe es sie nicht.

Du hast den Platz für sie frei gemacht. Ein Platz, der Dir zustand, den Du ihr aber geschenkt hast. Genau wie sie und Dein Bruder wirst Du bei mir immer einen Platz haben. Du bist ein Teil von mir und wirst es immer sein – ich trage Dich in meinem Herzen.

Von Abschied, Trauer und anderen Dingen, die nicht glücklich machen

Eine Bilderbuchwoche ist was anderes… Viele lange Tage und kurze Nächte ohne Ruheinseln für mich. Mein Mann war lange unterwegs. Beinahe sechs Tage. Wir vermissten ihn. Wir verplanten die Tage so gut es ging, damit die Zeit schneller rum geht. Am Donnerstag Abend kam er endlich wieder Heim, die Freude war groß. Als ich am Freitag bei meiner Freundin im Kosmetikstudio saß, überfiel mich der Stress der ganzen Woche plötzlich. Ich konnte eine Weile aufhören zu funktionieren und große Müdigkeit kam schlagartig über mich. Ich merkte, wie der Stress der vergangenen Tage plötzlich von mir abfiel.


Das Wochenende stand vor der Tür. Normalerweise hätte ich mich darauf gefreut. Doch nicht immer läuft es so, wie man sich das wünschen würde. So stand mir ein schwerer Weg bevor.

Vielleicht habt Ihr vor ein paar Wochen meinen Abschiedsbrief gelesen. Mit diesen Zeilen verabschiedete ich mich von meinem besten Freund, der mich beinahe 20 Jahre begleitete und plötzlich und viel zu früh einfach so starb. Und den ich viel zu lange nicht gesehen hatte, was ich heute zutiefst bereue.

Fast vier Wochen sind seitdem vergangen. Ewig erhielt ich kaum Infos darüber, was überhaupt genau passiert ist. Ewig wurde nichts organisiert – warum auch immer. Ich verstehe es nicht. Und so kamen wir erst am Samstag zusammen, um Abschied zu nehmen.

Es war ein grauer Tag und ich wachte schon mit Bauchschmerzen auf. Ich trat mit Bauchschmerzen die 1stündige Fahrt an. Als die ersten Worte über ihn geredet wurden brach es gleich aus mir heraus. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich ihn nicht mehr wiedersehe, ist er in meinem Kopf doch noch so lebendig, dass ich das Gefühl habe, er müsste jeden Moment anrufen oder um die Ecke kommen und mich mit seiner flapsigen Art aufmuntern.

Es war ein Tag voller Zwiespalte. Die Trauer überwog, gleichzeitig freute ich mich darüber, Freunde wiederzusehen, die ich ebenfalls viel zu lange nicht mehr gesehen habe. Uns alle brachte dieses schlimme Ereignis zum Nachdenken, geht man doch oft viel zu locker Mit seinen Freundschaften um und lässt oft Monate, vielleicht sogar Jahre ins Land ziehen, bis man sich wiedersieht.

So saßen wir noch eine ganze Weile zusammen, redeten über Gott und die Welt und dachten an unseren Freund, den wir verloren haben – erschüttert darüber, dass wir schon so früh so etwas erleben müssen. Das machte uns klar, dass wir nicht wissen, wieviel Zeit uns noch bleibt.

Auf der einsamen Heimfahrt flossen unentwegt Tränen. Die Trauer legte sich wieder wie ein Schleier über mich. Der verspätete Abschied fühlte sich an, als wäre er zwei Mal gestorben, sind doch bereits vor ein paar Wochen schon so viele Tränen geflossen. Es fühlt sich wieder so an, als wäre es gerade erst passiert. Und so fuhr ich mit tränenverschleierten Augen Kilometer für Kilometer.

Als ich Zuhause die Tür aufschloss, stand ich plötzlich wieder mitten im Leben. Mein Sohn sprang freudig um mich herum, meine Tochter strahlte mich an. In die endlose Stille mischte sich Freude und Kinderlachen. Leben und Tod liegen so nah beieinander.

Ich fühlte mich so furchtbar ausgelaugt und erschöpft, als wäre ich einen Marathon gelaufen. Ich wollte mich einfach nur ausruhen. Doch das Leben ließ es nicht zu.

Auch die Nacht war wenig erholsam, der immer selbe Traum ließ mich immer wieder aufwachen. Gefangen von Erinnerungen und diesem Traum, kam ich auch heute nicht zur Ruhe. Die Tränen fanden immer wieder ihren Weg. Am Morgen im Bad, mittags beim Kochen, bei jedem melancholischen Lied im Radio, beim Wäsche sortieren – einfach immer. Und ich frage mich: Wird das jemals aufhören?

Sicher wird der Schmerz irgendwann nachlassen. Und trotzdem…

Ich habe im Laufe meines Lebens schon so viele gehen sehen. Die meisten waren alt, viele waren krank, gehörten alle über Jahre zu meinem Leben, jeder auf seine Art. Jeder Abschied ist traurig und schlimm. Aber selten fühlte es sich so schmerzhaft an wie jetzt. So sinnlos.

Was bleibt sind die vielen, bunten Erinnerungen und die Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Und neue Freundschaften, die durch diesen bitteren Verlust entstanden sind.


Die vergangenen Tage zählen wirklich nicht zu denen, die man genießen konnte. Den ganzen Tag rotierte ich zwischen Traurigkeit, Frustration, Wäschebergen und einem Haushalt, der schon viel zu lange brach lag. Es gab so viel zu tun und immer wieder vertröstete ich meinen Sohn, der mit mir spielen wollte. Ich hasse solche Tage. Viel getan und doch nichts geschafft. Und ich ärgere mich, dass es hier im Haus tatsächlich so schlimm aussah, dass ich es einfach nicht mehr ignorieren konnte. Viel lieber hätte ich die Zeit meinem Mann und meinen Kindern gewidmet. Den Menschen, die mir wichtig sind. In meine Trauer mischte sich wieder mal das schlechte Gewissen.

Zeit. Davon hat man immer zu wenig.

Und ich stelle fest:

Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein. Doch manchmal ist man unglücklich, eben weil das Leben zu kurz ist.

Verbringen wir mehr Zeit mit unseren Familien, mit unseren Freunden, mit all unseren Herzensmenschen. Denn wir können nicht wissen, wie viel Zeit uns noch bleibt.

Ein Abschiedsbrief

Mein lieber Freund…

Gestern erhielt ich die schreckliche Nachricht. Ein Unfall und dessen Folgen. Plötzlich hörte sich die Welt auf zu drehen. Deine Welt. Du bist nicht mehr da. Und ich bin fassungslos. Wie so viele andere auch.

Wir haben uns in letzter Zeit selten gesehen, viel zu selten. Und das tut mir Leid. Seit ich Mutter bin, laufen meine Uhren anders. Meine Freunde kommen oft viel zu kurz. Vor allem die, die nicht um die Ecke wohnen, so wie Du. Doch jetzt ist mir schlagartig bewusst geworden, wie schnell alles vorbei sein kann.

Schon als wir uns vor vielen Jahren kennen lernten, hatten wir gleich sehr viel zu lachen. Denn Du hattest immer lustige Sprüche parat. Manchmal rotzfrech, immer mit einer Spur Ironie. Aber ich konnte sehr gut kontern. Es hat sehr viel Spaß gemacht Wortkämpfe mit Dir zu führen.

Ich glaube, jeder der Dich kannte, mochte Dich. Denn es war wirklich schwer, Dich nicht zu mögen. Auch wenn Du jeden auf die Schippe genommen hast. Du warst der einzige, der sich sogar über meine überflüssigen Pfunde auslassen durfte, ohne dass ich Dir hätte böse sein können. Das warst halt einfach Du. Und das war gut so!

Du hast mich sogar dann zum Lachen gebracht, wenn mir gar nicht danach zumute war. Wenn Du wolltest, konnte man mit Dir aber auch ernste Gespräche führen. Doch meistens wolltest Du nicht.

Du warst mir all die Jahre ein guter Freund. Wir telefonierten ein Mal im Monat. Immer wieder Donnerstags. Wir trafen uns „regelmäßig“ zwei Mal im Jahr. Wir gingen zusammen essen, shoppen, Bowling spielen, ins Kino. Wir kochten zusammen in Deiner klitzekleinen Küche, in der all die Zeit eine Packung Zwieback stand, die schon seit Jahren abgelaufen war. Wir spielten gerne 10.000, und meistens habe ich verloren. Zeit und Raum standen nie zwischen unserer Freundschaft.

Als mein Sohn zur Welt kam, änderte sich vieles. Trotzdem brach der Kontakt nie ab. Als Du das letzte Mal bei uns warst, hast Du uns die Pläne für Dein Haus gezeigt, das Du bauen wolltest. Pläne, die nun für immer auf Eis liegen.

Das letzte, das ich von Dir hörte vor einigen Wochen, waren Urlaubsgrüße aus der Türkei, ein Foto mit dabei. Ich habe die Nachricht bedenkenlos gelöscht, wusste ich doch nicht, dass es das letzte war, was ich je von Dir hören würde.

Wir hatten grob das Frühjahr angepeilt für unser nächstes Treffen. Es wird nun nicht mehr stattfinden. Und ich bin tieftraurig darüber.

Wenn jemand stirbt, ist das immer schlimm. Aber Du bist verdammt nochmal viel zu früh gegangen.

Zum Abschied möchte ich Dir Danke sagen. Danke dafür, dass Du mich immer zum Lachen gebracht hast. Danke, dass Du mir immer ein guter Freund warst. Ohne Dich ist die Welt ein Stückchen trauriger. Du wirst mir fehlen!

Bis wir uns wiedersehen…

Deine Krümi

„Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und Glauben an ihn ausübt, ewiges Leben habe, und ich will ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen.“ Johannes 6,40

 

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Der letzte Gang

Wolkenverhangener Himmel

Trübe Gedanken

Die Regentropfen

Sie wiegen schwer auf unseren Schultern

Ein Abschied, der schwer fällt

Auch wenn er nicht für immer sein mag

Du gehst

Deinen allerletzten Gang

Aber Du gehst ihn nicht allein

Alle sind da

Tragen Dich auf Deinem letzten Weg

So wie Du uns getragen hast

Durch viele Jahre

Mit Deinem Lachen

Deiner Lebensfreude

Deinen Geschichten über das Leben

Wir sind da

Bleiben noch eine Weile

Auch wenn Du nicht mehr da bist

Sind in Gedanken bei Dir

Mit einem Lächeln auf den Lippen

Und Tränen in den Augen

Tragen Dich im Herzen

Solange

Bis wir uns wiedersehen


 

Für all diejenigen, die nicht mehr bei uns sind,
die wir aber immer im Herzen tragen werden.

Wenn das Leben die letzte Ausfahrt nimmt

Gestern war ein turbulenter Tag. Vormittags waren wir in der Spielgruppe und auch am Nachmittag hatte mein Sohn eine Verabredung mit seinen kleinen Freunden. Spielen, herumalbern und toben, begleitet von Geschrei und dem wundervollen Klang von Kinderlachen. Und abends kam Papa endlich nach Hause. Da war die Freude groß.

Doch während wir den ganzen Tag von Trubel umgeben waren, ist woanders für immer Stille eingekehrt.

Am Abend erhielten wir die Nachricht, dass ein lieber Nachbar gestorben ist. Er war schon über 90 Jahre alt und es hatte sich in den letzten Tagen schon abgezeichnet. Und trotzdem ist man traurig und schockiert. Auch wenn ich ihn nicht wirklich gut kannte. Aber es hat mich jeden Tag aufs Neue berührt, wenn ich ihn und seine Frau sah, wie sie händchenhaltend bei mir am Fenster vorbei liefen.

Viele werden sagen, er hatte ein „gesegnetes Alter“. Aber ist das ein Trost?

Ich habe schon viele Menschen gehen sehen. Die meisten davon kannte ich mein ganzes Leben lang. Manche davon sind viel zu früh gegangen. Schicksale, die man nie vergisst.

Eine junge Frau, die plötzlich in der Nacht stirbt, in der sie ihr Kind zur Welt gebracht hat.
Ein liebender Ehemann und Familienvater, der eigentlich noch mitten im Leben stand, aber den Kampf gegen eine schwere Krankheit verloren hat.
Eine alleinerziehende Mutter, die ihren 12-jährigen Sohn zurückgelassen hat.
Ein Mann besten Alters, der mit Beschwerden das Krankenhaus aufsuchte und wieder nach Hause geschickt wurde, weil es angeblich nur ein Schwächeanfall war. Und in der Nacht einem Herzinfarkt erlag.
Eine alte Dame, die schon sehr, sehr lange krank war und irgendwann friedlich einschlief…

Es tut weh. Egal wie und wann es passiert. Auch, wenn derjenige schon alt und krank war. Es spielt keine Rolle für diejenigen, die zurückbleiben. Der Schmerz ist immer der Gleiche.

Und was ist, wenn Du selbst derjenige bist, der bald nicht mehr da sein wird?

Ich kenne eine junge Frau, die sehr schwer krank ist. Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit. Sie hat zwei kleine Kinder und weiß, dass sie sie bald verlassen muss. Es ist ein Alptraum. Es zerreißt mich, wenn ich daran denke. Gerade noch mitten im Leben, und dann…

Seit ich selbst Mutter bin, kommt die Angst, dass einem von uns einmal etwas passieren könnte, immer wieder hoch. Eigentlich will ich gar nicht daran denken. Aber ein Kind verändert Dein Leben. Ich weiß nicht, ob es Euch auch so geht. Aber ich lebe seitdem etwas vorsichtiger und bewusster. Irgendwann nicht mehr mit meinen Lieben zusammen sein zu können, würde mich innerlich zerreißen. Ich versuche, solche Gedanken immer schnellstmöglich wieder wegzuschieben – aber ich versuche auch jeden Tag umso mehr zu zeigen, wieviel sie mir bedeuten und wie groß meine Liebe für die wichtigsten Menschen in meinem Leben ist.

Ich weiß – das ist alles andere, als ein schönes Thema. Doch der Tod gehört leider zum Leben dazu. Diese schmerzhafte Erfahrung musste sicher jeder von Euch schon einmal machen.

Glaubt Ihr an Gott? Ich tue es, und deswegen glaube ich auch an ein Wiedersehen. (Johannes 6,40)

Für die, die gegangen sind: Ihr seid unvergessen!
Für die, die mir wichtig sind: Ich liebe Euch!