Gemütlichkeit mit Hindernissen

Lange schon suchten wir nach einem neuen Sofa für unser trautes Heim. Dies erwies sich jedoch als schwierig, denn was mir gefiel, gefiel ihm nicht, was uns beiden gefiel, passte nicht in unser Wohnzimmer. Doch dann hielten wir irgendwann einen Prospekt in den Händen, mit einem Objekt, das uns beiden gefallen könnte.

In der selben Woche fuhr ich zum Möbelhaus, um mir das gute Stück anzuschauen. „Oh, das haben wir noch gar nicht in der Ausstellung!“ Äh – wie bitte? Dabei war es in dieser Woche im Angebot. Sehr witzig. Nicht.

So kamen wir wieder, als das Sofa endlich dort eingetroffen war. Und siehe da – es gefiel uns beiden und würde tatsächlich genug Platz im Wohnzimmer finden. Doch das Angebot war nicht mehr gültig. Welch Ironie! Die Verkäuferin war jedoch sehr nett, wir bekamen das Sofa natürlich zum Angebotspreis, weil ich schließlich schon einmal vergeblich dort war und man sich sogar daran erinnern konnte!

Der Kaufvertrag wurde in der Spielecke des Möbelhauses abgeschlossen. Wir vereinbarten, dass wir das Sofa aber erst am Ende der Sandkastensaison abholen würden.

Ich freute mich darauf, denn das alte Sofa mit seinen vielen losen Kissen nervte mich nur noch. Ebenso der ständig verschmierte Glastisch. Der Laufstall stand mitten im Weg, es war alles ein wenig suboptimal.

img1477310245989

Samstag war es also so weit. Alles war perfekt geplant.

Um 09.30 Uhr kam Oma, um die Kinder zu bespaßen, während wir arbeiteten. Gleich darauf fuhr mein Mann los, um das neue Sofa abzuholen. Um 10.00 Uhr sollte das alte Sofa abgeholt werden. Wir hatten es bei eBay Kleinanzeigen zum Verschenken eingestellt und ein junger, geistig behinderter Mann sollte es schließlich bekommen. Wir freuten uns darüber, er freute sich. Perfekt. Aber: Es wurde 10.00 Uhr. Es wurde 10.30 Uhr – doch niemand kam. Ich schrieb ihm eine Nachricht. Keine Reaktion.

Zwischenzeitlich rief mein Mann an und teilte mir mit, dass das Möbelhaus keine Kreditkarte annehmen würde. Und seine EC-Karte…war in meinem Portemonnaie. Ich hatte am Abend zuvor Geld geholt und vergessen, die Karte zurückzugeben. Puh, und jetzt? Ich konnte hier nicht wirklich weg, zurück fahren war für ihn auch keine Option, da wir den Lieferwagen zwei Stunden später schon wieder zurückbringen mussten. Das hätte vorne und hinten nicht gepasst. Er rief dann seinen besten Kumpel an, der um die Ecke wohnte. Peinlich. Aber er war sofort zur Stelle. Gott sei dank!

So konnte mein Mann sich schließlich mitsamt dem neuen Sofa auf den Heimweg machen. Doch das alte Sofa war immer noch da. Ich rief den Jungen Mann an – er hatte es vergessen. Er würde aber gleich mit seinem Vater, der ein großes Auto hat, kommen und es holen.

Ein Freund, der seine helfende Hand bot, war auch schon da. Und als mein Mann schließlich kam, schleppten die beiden das alte Sofa erst mal vor’s Haus, damit das neue rein kann.

Plötzlich stand der junge Mann vor der Tür, in der Hand eine kleine Glasplatte mit Rollen drunter. „Mein Vater hat mich hängen lassen!“ Er wollte doch tatsächlich das Sofa auf diesem kleinen Glasbrett nach Hause transportieren. Allein. Das brach mir fast das Herz.

Obwohl die Zeit knapp war und der Lieferwagen zurück musste, packten die Männer das Sofa schließlich in den Wagen und brachten es drei Straßen weiter zu ihm nach Hause. Anschließend fuhr mein Mann den Wagen zurück, unser Freund baute das neue Sofa auf.

Aber: Die Schrauben waren zu lang. Weil in unserem Kellerchaos nichts zu finden war, fuhr er schnell nach Hause, eine Flex holen. Das funktionierte aber auch nicht und er fuhr schließlich zum nächstbesten Baumarkt und besorgte neue Schrauben.

Ich baute zwischenzeitlich das neue Regal auf und wurde damit fertig, noch bevor mein Mann wieder zuhause war. Wieder zurück half er mir dann, den Laufstall und einige andere Dinge umzuräumen. Unser Kumpel kam mit den Schrauben zurück, vollendete sein Werk und verabschiedete sich.

Die Kleine schlief inzwischen und der Große ging mit Oma spazieren. So hatten wir noch genug Zeit und Ruhe, den neuen Couchtisch (der farblich leider überhaupt nicht zum Rest der Möbel passt) aufzubauen, zu putzen und alles fertig zu machen.

So, und jetzt zeige ich es Euch natürlich auch.

imag7969_burst003imag7964imag7970_burst002imag7962IMAG8001_BURST001.jpg

Das neue Sofa ist etwas breiter als das alte, was aber nicht auffällt, da der Laufstall nun nicht mehr daneben steht, sondern in die Ecke verbannt wurde. Die Spielecke wurde etwas nach rechts verschoben, die Kinderküche steht nun aber neben dem Sofa. Die usselige Kramecke hinter der Couch ist fort, dafür steht dort nun ein geräumiges Regal mit viel Stauraum für Bücher und Spielzeug.

Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch. Kissen, ein wenig Deko. Und neue Teppiche hätte ich gern, aber da muss noch das passende gefunden werden.

Bei dem neuen Sofa kann man übrigens die Kopfstützen hochklappen und die Sitzflächen in Liegeposition bringen. So können wir zukünftig mit der ganzen Familie gemütlich auf der Couch liegen. Rein theoretisch.

Gemütlich auf der Couch liegen hat nämlich echt Seltenheitswert. Erst recht, wenn die Kinder wach sind. Kennt Ihr alle, oder?

Ein Mädchentraum – klein, aber fein!

Endlich ist es fertig: Das Kinderzimmer für unser kleines Mädchen!

Zugegeben, es ist mit gerade mal etwas über 8 qm schon ziemlich klein, aber dafür habe ich mir ganz besonders viel Mühe gegeben. Für die ersten Jahre wird es wohl reichen, die meiste Zeit wird eh unten gespielt.

Am Anfang stand nur die Tapete

Als ich sie sah, war mir sofort klar, dass diese die Wände schmücken wird, sollten wir ein Mädchen bekommen.

ESPRIT Kids 3 Tapete
ESPRIT Kids 3 Tapete

So soll es sein! Und danach wurde dann das restliche Raumkonzept erschaffen.

Passende Möbel von der Mäusbacher Möbelfabrik waren schnell gefunden.

Ein Kleiderschrank mit viel Stauraum
Ein Kleiderschrank mit viel Stauraum
Der Platz zum Kuscheln und Träumen
Der Platz zum Kuscheln und Träumen
Der Wickelplatz, mit allem was man braucht
Der Wickelplatz, mit allem was man braucht
Ein wenig Stauraum für Bücher und Spielsachen
Ein wenig Stauraum für Bücher und Spielsachen

Und weil’s so schön ist, eine tolle Spielzeugkiste und eine Ecke zum Kuscheln und Toben.

Sitzgelegenheit und Spielzeugkiste zugleich: der Sitzwürfel
Sitzgelegenheit und Spielzeugkiste zugleich: der Sitzwürfel „Blumenkranz“ von Haba
Eine kleine Kuschelecke mit der Kuschelblume von Haba
Eine kleine Kuschelecke mit der Kuschelblume von Haba

Gemütlich, nicht wahr?!

Detailverliebt

Ich bin ja so ein kleiner Monk. Alles muss zusammenpassen. So findet man nicht nur auf der Tapete niedliche kleine Eulen…

Auch die Wickelauflage von Zöllner hat Eulen drauf
Auch die Wickelauflage von Zöllner hat Eulen drauf
Die Haba- Wanduhr
Die Haba- Wanduhr „Waldeule“
Passende Kuscheldecke - ein Geschenk von meiner Mama
Passende Kuscheldecke – ein Geschenk von meiner Mama
Noch ein paar kauzige Gesellen!
Noch ein paar kauzige Gesellen!

Und noch ein klein bisschen Schnick-Schnack…

Nici-Sweetheart... Darin war ich gleich verliebt!
Nici-Sweetheart… Darin war ich gleich verliebt!
Zu süß!
Zu süß!
Und noch ein komischer Vogel!
Und noch ein komischer Vogel!

Ich denke, die junge Dame wird sich in ihrem kleinen Reich sehr wohl fühlen.

Was meint Ihr?

Never ending Klo-Story

Der Pott ist nicht ganz dicht! Es ist zum Verzweifeln! Ihr erinnert Euch? Wir wollten unser Gäste-WC restaurieren. Denn bahamabeige konnten wir einfach nicht mehr sehen. Ist ja auch nicht gerade chic, oder!? gc3a4ste-wc Also, es wurde Zeit für etwas Neues – fand vor allem Papa! So kauften wir nach und nach alles ein, was uns gefiel. Und am 26. Mai sollten die Arbeiten dann starten. Nicht ganz ohne Pannen… Da wir das Rollo von manuell auf elektrisch umstellen wollten, musste erst mal Strom gelegt werden. Dabei stellte der Handwerker fest, dass nur noch die blanken Kabel in der Wand lagen. Eine neue Leitung musste her. Und dafür ging der komplette erste Tag drauf. Auch am nächsten Tag tat sich irgendwie nicht allzuviel. IMAG1858_BURST001 IMAG1857_BURST001

Immerhin sieht es schon vielversprechend aus...
Immerhin sieht es schon vielversprechend aus…

Am Donnerstag musste der Handwerker dann leider zu einem Notfall. Schnell wurde klar, dass wir diese Woche nicht mehr mit einem Abschluss der Arbeiten rechnen konnten. Erst am Freitag Nachmittag ging es weiter. Herr Sohn durfte sogar mithelfen. Er fand die Baustelle so interessant – wenn nicht gerade gebohrt oder gesägt wurde. IMAG1860_BURST001 Dafür wurde sogar am Samstag weiter gearbeitet. Am Tagesende waren die Fliesenarbeiten fast abgeschlossen. IMAG1861_BURST001 IMAG1862_BURST001 Montag folgte der Rest.

Gefällt mir bis hierhin noch alles ganz gut...
Gefällt mir bis hierhin noch alles ganz gut…

Der Handwerker teilte uns jedoch mit, dass ein Klempner kommen müsste, weil der Anschluss für die Toilette nicht zu unserem „Designer-Billig-Klo“ passt. Der Anschluss müsste also verlegt werden. Nicht.Dein.Ernst. Das heißt, ein Teil der Fliesen musste wieder raus. Der Klempner war für Dienstag, 15.00 Uhr bestellt. Der Fliesenleger wollte zum gleichen Zeitpunkt wieder kommen. Was er auch tat. Nur der Klempner nicht. Der kam satte drei Stunden zu spät und so wurde pünktlich zur Schlafenszeit meines Sohnes die Wand aufgestemmt. Ich war bedient! Schreiendes Kind, blanke Nerven und Papa im Baumarkt verschollen. Meine Laune wurde auch am Mittwoch nicht besser, denn angeschlossen war das Klo auch dann noch nicht. Immerhin funktionierte schon das Waschbecken. IMAG1880_BURST001 Da Donnerstag ein Feiertag war, lag weiterhin alles brach. Wir haben an dem Tag aber wenigstens schon die Wände gestrichen. Freitag Morgen wurde dann endlich der Rest erledigt. Ich war am Vormittag unterwegs, doch als ich nach Hause kam, war alles fertig. Augenscheinlich. Denn Samstag Morgen mussten wir feststellen, dass die Toilette nicht dicht ist. Dahinter stand Wasser. Weiß der Geier, wo das herkommt, denn selbst als wir das Wasser abdrehten, wurde es weiterhin feucht. Und wenn das Wasser nicht abgedreht war, lief auch ständig eine kleine Menge durch. Tja, der Handwerker war unterwegs und unser Klo nicht nutzbar. Trotzdem machten wir am Samstag den Feinschliff, denn ich wollte es endlich schön und sauber haben. Das Endergebnis sieht nun so aus: IMAG1882_BURST001IMAG1883_BURST001 IMAG1884 IMAG1885_BURST001 Und das Klo? Sifft immer noch. Heute Abend kommt der Handwerker noch mal. Ich habe allerdings große Zweifel daran, dass es an seiner Arbeit liegt. Ich glaube das Klo selbst ist schuld. Günstig bedeutet nicht gut. Ich persönlich wäre ja auch mit einem 0815-Klo zufrieden gewesen, Hauptsache neu und sauber. Mein Mann war aber der Meinung, der Thron müsste auch noch chic aussehen. Dass man für gutes Aussehen aber ein bisschen mehr als kleines Geld auslegen muss, ist uns inzwischen auch klar. Ich fürchte, selbst wenn wir die Toilette reklamieren und eine neue erhalten, stehen wir wieder vor dem gleichen Problem. Und dann? Ein neues Klo? Eventuell wieder die Wand aufstemmen, weil der Anschluss dann wieder nicht passt? Ich darf gar nicht dran denken… Es könnte also noch länger dauern, bis hier alles voll funktionsfähig ist. Never ending story… Aber Hauptsache es sieht gut aus, was!?


Update vom 06.07.15:

Kaum zu glauben, aber wahr! Wir haben seit Donnerstag endlich (!!!) ein voll funktionsfähiges Klo! Nach mehr als 5 Wochen ist das Werk endlich vollbracht!

Der undichte Billig-Design-Pott wurde reklamiert und wir haben das Geld erstattet bekommen. Die Schüssel durften wir behalten und müssen die jetzt selbst entsorgen. Na ja…

Fakt ist: für dieses Klo wurden ja extra die Anschlüsse verlegt. Es musste also jetzt ein neues her, welches ebenfalls an diese Anschlüsse passt. Gar nicht so einfach.

Das Ende vom Lied: der neue Thron war so teuer, dass er eigentlich aus Gold sein müsste.

Dann mussten wir einen Klempner finden, der auch Zeit hat. Der kam dann zwar, aber es fehlte ein passender Schlauch. Den besorgte ich und mein Mann montierte ihn. Alles andere war schon erledigt. Doch: es tropfte…und es lief ständig Wasser nach.

Und Donnerstag hat sich dann endlich jemand geopftert und es richtig angeschlossen. (Nur die Silikonfuge rundherum fehlt noch…mal sehen wie lange!)

Alles wird gut…man muss nur lang genug warten.

Und so sieht er nun aus, der neue Thron:

2015-07-06-10-42-34-627

Our House – The 80’s are still alive

Wohnt Ihr zur Miete? Oder in den eigenen vier Wänden? Beides kann schön sein, letzteres ist toll, jedoch auch immer irgendwie mit einer Menge Arbeit und Kosten verbunden. Zumindest wenn man nicht gerade im modernsten Neubau wohnt.

So wie wir. Unser kleines Haus ist aus den 80er Jahren – und das sieht man ihm auch heute noch an. Dabei haben wir schon viel getan. Trotzdem wird immer ein Hauch aus den 80ern erhalten bleiben, befürchte ich.

Wir wohnen hier nun seit 3 1/2 Jahren und am Anfang sah es noch so gar nicht chic aus. Schon im Eingangsbereich wurde man von kackbraunen Bodenfliesen begrüßt, welche sich bis zur Küche ausgebreitet haben.

IMG_0510

Und der gesamte Flur- und Treppenbereich: Rauputz!!! Ebenso im Wohnzimmer – angestrahlt von krankenhausweißen Bodenfliesen. Alles andere als warm und gemütlich.

Wohnzimmer alt

Der nächste Blick fiel zwangsläufig auf den kleinen Garten, auf Waschbeton-Platten, Bretterbude und einen riesigen (hässlichen) Kirschbaum. Aber er war schön klein, genau richtig für Leute, die Gartenarbeit nicht ausstehen können.

Garten alt

Weiter ging es in der 1. Etage. Das Bad (und übrigens auch das Gäste-WC) lachte uns total Retro an – in Bahama-Beige. Sogar der Pott, die Wanne und das Waschbecken waren beige. Auf dem doch recht engem Raum wurde man förmlich davon erschlagen.

Bad alt

Das Schlafzimmer und die beiden Kinderzimmer (von denen das eine eher einer Kammer gleicht), waren mit Laminatböden ausgelegt, dessen beste Tage jedoch auch schon längst vorüber waren.

Noch eine Etage weiter oben gibt es ein ausgebautes Studio, welches sich doch schon sehen lassen konnte. Und ein Traum für Papa! Platz für seine Instrumente und das Studio-Equipment! Nebendran eine kleine Kammer, welche als Gesangskabine dienen könnte. Optimal!

Tja, wir gingen ganz spontan zu dieser Hausbesichtigung, eigentlich war ein Haus noch gar nicht so richtig eingeplant, vor allem nicht für mich, machte mir der finanzielle Faktor doch große Sorgen. Doch irgendwie gefiel uns die Größe und Aufteilung des Hauses, und mir vor allem der Wohnort. Denn es war mein Heimatort und eigentlich wollte mein Mann immer näher Richtung Arbeitsplatz. Ich wollte jedoch nie hier weg. DIE Gelegenheit ihn hier festzunageln!

(Inzwischen könnte mein Mann kaum näher an seinem Arbeitsplatz wohnen, hat er doch jetzt ein Home-Office!)

Und ehe wir uns versahen, waren wir auch schon Eigentümer dieses kleinen Reihenhauses, in dem es noch so viel zu tun gab. Knapp 120 m², plus Keller und einem kleinen Garten. Perfekt für uns zwei.

Also, dann mal ran an die Arbeit!

Da alles so überraschend kam und wir bis zum Umzug schlussendlich nur einen knappen Monat Zeit hatten, mussten wir ein echt sportliches Tempo an den Tag legen. Da wir jedoch beide nur Sesselpupser sind, musste dringend ein Fachmann her. Der verwandelte unser kleines Bad von hässlich und Oldschool in eine ansehnliche Badeoase. Weiße Wandfliesen, Mosaikbordüren, anthrazitfarbene Bodenfliesen und moderne Armaturen.

Bad neu

Natürlich verlief das nicht ganz ohne Pannen. Beim Versuch die beiden neuen Waschbecken zu installieren, wurden mal eben drei riesige Löcher in die Wand geschlagen – mit Aussicht ins Nebenzimmer. Und ich muss an dieser Stelle sicher nicht erwähnen, dass die Wände in diesem Zimmer bereits fertig tapeziert und gestrichen waren!? Außerdem gab es noch einen kleinen Rohrbruch der Warmwasserzufuhr. Die Flut konnte nicht so leicht gestoppt werden, da auch der Haupthahn im Keller defekt war. Überraschung!!! Glücklicherweise war gerade in dem Moment der richtige Mann zur Stelle, so hielt sie die Katastrophe in Grenzen.

Während die Böden in Flur und Küche ebenfalls mit anthrazitfarbenen Fliesen versehen wurden, hatte mein Mann eine ganz andere Aufgabe. Er kratzte in Wohnzimmer und Flur den Rauputz von den Wänden. Der Lohn dafür waren schmerzende, schwielige Hände. Anschließend wurden die Wände dann neu verputzt und natürlich abgeschliffen. Der größte Dreck aller Zeiten! Eine feine, graue Staubschicht bedeckte das ganze Haus, vom Dachboden bis zum Keller. (Und auch noch ein halbes Jahr später legte sich nach dem Putzen immer wieder ein feiner Schleier über alle Böden.)

Meine beste Freundin und ich strichen anschließend die Wände im Wohnzimmer. Ich immer gleich oben unter der Decke. Sie den unteren Bereich. Genickstarre und Muskelkater in den Armen. Mein Mann und ich legten dann an einem sehr langen Sonntag dort neues Laminat. Wir waren blutige Anfänger und mussten uns erst mal eingrooven. Als wir fast fertig waren, sahen wir, dass am anderen Ende des Raumes ein Hubbel war. Einer der Abstandshalter war umgefallen und lag nun unter dem Laminat. Und jetzt? Alles wieder raus machen? Nee, nicht mit mir! So haben wir uns eine „Angel“ gebastelt und ein wenig gepfriemelt und dann hatten wir es auch so geschafft. Puh!

13. Wohnzimmer

Das Schlafzimmer wurde nur in lila gestrichen, der Boden blieb erst mal drin. Wir konnten aus Zeitmangel nicht alles so ausführlich machen, wie wir es gern gehabt hätten. Das kleine Kinderzimmer wurde zum Gästezimmer, das größere diente vorerst als Wäsche- und Abstellraum.

In der Küche wurde eine Wand mit Mustertapete versehen, der Rest mit Raufaser. Der Fliesenspiegel wurde neu gemacht mit silbergrauen Mosaik-Fliesen. Da unsere alte Küche so wie sie war nicht ganz in den Raum passte und ein paar Schränke ausgetauscht werden mussten, standen wir vor einem Problem. Es gab nicht mehr die passende Farbe zu unseren Schränken. IKEA sei Dank, kann man die Fronten ohne großen Aufwand tauschen, und so wurde aus der ehemals vanillegelben Küche eine Knallrote mit Hochglanzfronten. Sieht sehr cool aus, leider jedoch nicht wenn immer Kindernasen und Finger darauf rumpatschen. Aber da habe ich halt Mut zur Lücke! Das gehört so!

9. Küche

Eine neue Heiztherme musste auch noch her, war die alte doch schon 30 Jahre alt.

All das haben wir in nur wenigen Wochen erledigt. Der Umzug (übrigens nur 700 m von der alten Wohnung entfernt) ging dank vieler helfenden Hände schnell über die Bühne.

Doch zu tun gibt es IMMER etwas. Im folgenden Frühjahr wurde der Vorgarten komplett plattgewalzt und mit einem Kiesbett neu gestaltet. Und dann kündigte sich auch schon bald unser Sohn an – da wurde natürlich das Kinderzimmer neu und wunderschön gestaltet für den kleinen Mann.

Letzten Sommer musste dann der Garten dran glauben. Die Waschbetonplatten: weg! Der alte Rasen: weg! Der Kirschbaum: weg!

Garten im Umbruch Der Baum musste dran glauben

Neue Platten, Rollrasen, ein kleiner Kugel-Trompetenbaum. Nur die Bretterbude blieb. Sie ist zwar hässlich, aber auch praktisch. Also pflanzten wir davor eine Hecke, in der Hoffnung, dass die Bude bald nicht mehr sichtbar ist. Wir hoffen immer noch.

Garten neu

Heute wurde dann noch ein Spielturm für unseren Sohn angeliefert, mit Sandkasten und Rutsche. Das ist unser nächstes Projekt.

Das Lila im Schlafzimmer konnte ich auch schon nicht mehr sehen, so wurde das letzten Herbst neu gestaltet, dezent in weiß und grau.

Und dann? Das Gäste-WC! So langsam möchten wir uns dann doch ganz von Bahama-Beige verabschieden und haben uns für weiße Wandfliesen und dunkelbraune Bodenfliesen entschieden. Ein Waschbecken und das passende Schränkchen dazu steht auch schon bereit. Die neue Schüssel ist noch auf dem Weg. Jetzt warten wir nur noch auf das perfekte Angebot eines Handwerkers.

Eines der letzten Relikte aus den 80ern!
Eines der letzten Relikte aus den 80ern!

Und dann steht bald noch das zweite Kinderzimmer an. Darauf freue ich mich am meisten. Ich weiß auch schon, wie es aussehen soll. Aber das erzähle ich Euch ein anderes Mal.

Dann wären da noch die Zimmertüren in Mahagoni. Auch ein deutliches Zeichen der 80er! I-r-g-e-n-d-w-a-n-n werden die auch mal ausgetauscht.

Und wer weiß, was sonst noch so alles kommt.

(Übrigens gefiel uns ja anfangs, dass hier nicht alles so riesig ist. Inzwischen aber könnte doch jeder Raum so ein paar m² mehr haben. Und auch der Garten, damit wir Platz hätten für eine Schaukel. Mit der Größe der Familie wachsen auch die Ansprüche. Aber so ist es jetzt nun mal. Das passt schon.)

Was aber wohl immer bleiben wird: der Rauputz im Treppenhaus. Die Chance haben wir am Anfang verpasst. Hätten wir mehr Zeit gehabt, dann wäre er jetzt sicher weg. Aber den ganzen Dreck kann ich mir jetzt nicht mehr ins Haus holen, wo alles voll mit Möbeln und Bewohnern bestückt ist.

Deswegen werden wir immer ein wenig in den 80ern leben. Ob wir wollen oder nicht…