Story of a Song

Neulich stand ich nach langer Zeit mal wieder im Proberaum und habe mit ein paar Bekannten ein bisschen Musik gemacht. Seit mehr als vier Jahren habe ich keinen Proberaum mehr von innen gesehen.

Ich fühlte mich plötzlich um einige Jahre zurück versetzt. Und es war fast so wie damals, als ich zum allerersten Mal in einem Proberaum stand und etwas singen sollte.Weiterlesen »

Das Mädchen aus der ersten Reihe

Damals – vor vielen, vielen Jahren – standen die meisten Mädels in meinem Alter kreischenderweise auf Boygroups. Ich hingegen stand auf eine Boygroup der etwas anderen Art.

Alles fing mit dieser CD an. Vor fast 24 Jahren.

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Nein, ich kaufte sie mir nicht selbst. Mein Bruder war der „Schuldige“! Auch wenn ihm das heute mehr als peinlich ist und es am liebsten leugnen würde. So dröhnten die Lieder von PUR im Spätsommer 1992 durch die ganze Wohnung und man hörte mit, ob man wollte oder nicht. Und es dauerte auch nicht lange, bis ich Feuer und Flamme war. Mir gefiel, was ich da hörte. Nein, ich liebte es vielmehr! So wurde ein Fan geboren.

Ich war damals 13 Jahre alt. Bei jeder Gelegenheit stibitzte ich die CD aus dem Zimmer meines Bruders, drehte meine Anlage auf und sang. Ich sang so laut ich konnte. Oder vielmehr grölte ich. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern. Aber so ist das wohl, wenn man mit Teenagern unter einem Dach lebt. Ich werde vermutlich in etwa 10 Jahren die Retourkutsche dafür bekommen.

Etwa ein Jahr später erschien dann das „Seiltänzertraum“-Album. Und ich? Ich wollte natürlich zum Konzert. Aber Papa war zu langsam. Und ich bitter enttäuscht. Keiner hat damit gerechnet, dass die Karten so schnell ausverkauft sein würden.

Doch zum Glück gab es schon bald eine Tour-Verlängerung und so fand ich mich ein paar Monate später, genau gesagt im April 1994, in der Kölner Sporthalle wieder. Mein erstes Konzert! Ich war so aufgeregt. Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Und danach war ich erst recht hin und weg!

So kam es, dass ich nur etwa zwei Monate später schon das nächste Konzert besuchte. Und das alles war erst der Anfang. Von da an wurde alles gesammelt. Zeitungsartikel, Poster, T-Shirts, natürlich alle Alben und Videos. Ich war von nun an das, was man einen echten Fan nannte. Was auch unschwer an meinem Zimmer zu erkennen war. Jeder freie Platz wurde plakatiert.

Mit dem nächsten Album „Abenteuerland“ stand auch wieder die nächste Tour an, von der ich gleich drei Konzerte besuchte. Und mein Platz war von nun an (fast) immer in der 1. Reihe. Einmal dort gestanden, wollte ich nirgendwo anders mehr sein. Denn mittendrin ist so viel besser, als nur dabei. Auch erhielt ich endlich die Möglichkeit ein paar Autogramme persönlich zu ergattern.

Es folgten zwei weitere Alben und sechs Konzertbesuche. Mit jedem Konzert bildete ich mir umso mehr ein, dass die Herren auf der Bühne uns schon (er)kannten, weil wir immer ganz vorn dabei waren und nicht selten ein erkennendes Nicken von einem Lächeln begleitet ergatterten. Vielleicht reines Wunschdenken. Aber wir gehörten quasi schon fast zum Bühnenbild. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass wir auf mehreren Live-DVDs zu sichten sind.

Im August 2001 folgte das erste Mega-Event auf Schalke mit 70.000 Zuschauern. Und wir? Natürlich ganz vorn mit dabei.

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Das war ein wirklich unvergesslicher Abend. Und das bei Temperaturen von weit über 30 ℃.

Seitdem findet dort regelmäßig ein solches Konzert statt, immer mit musikalischen Gästen im Gepäck, manchmal mit großem Orchester. Mein persönliches Highlight war der Gastauftritt von John Miles mit „Music“. Ein Fest für die Ohren.

Gänsehautmoment!

Inzwischen habe ich sage und schreibe 27 PUR-Konzerte besucht. Klingt verrückt; ist es auch! So manch einer machte sich deshalb schon über mich lustig. Jahrelang wurde ich deswegen immer wieder aufgezogen. Diese Band spaltet nun mal die Nation. Die einen hassen sie – die anderen lieben sie eben.

Im Laufe der Jahre hat sich das Fan-sein jedoch gewandelt. Schon längst wird nicht mehr alles gesammelt. Die neueren Songs kann ich auch nicht mehr Wort für Wort mitsingen. Und die Konzerte? Sitzplatz. Leider. Als ich zum ersten Mal einen Sitzplatz hatte, hätte ich heulen können. Aber da blieb mir keine andere Wahl, denn da war ich mit meinem Sohn hochschwanger. Und seitdem sitze ich halt immer. So lange bis ich die Nase voll davon hab und mich nichts mehr auf dem Stuhl hält. Aber das stundenlange Warten vor der Konzerthalle, damit wir einen Platz ganz vorne ergattern… Scheiße, aber dafür bin ich zu alt! Mal abgesehen davon, wie viel Zeit dafür drauf geht. Zeit, die man als Mutter nicht mehr unbedingt hat.

Nach dem letzten Konzert im Dezember entschieden meine Freundin und ich uns jedoch spontan dazu, auch das Open-Air im nahe gelegenen Hockeypark in Mönchengladbach zu besuchen. Zu spät – denn es gab nur noch Stehplatzkarten. Hält uns das ab? Nee. Nicht wirklich. Aber ob wir auf unsere alten Tage noch mal ganz vorn mit dabei sind, wage ich stark zu bezweifeln.

Schade eigentlich… Mal sehen, bis wo wir uns durchschlagen. Auf jeden Fall freue ich mich schon.

Auch wenn ich längst nicht mehr der Superfan bin – zu den Konzerten werde ich immer und immer wieder gehen. Weil es schon seit so vielen Jahren zu meinem Leben gehört und weil es immer wieder einfach toll ist.

Auch für nächstes Jahr liegen schon Karten bereit…

Und Ihr so? Wart Ihr auch mal so verrückt wie ich? Welche Musik mochtet Ihr als Teenager? Und hört Ihr sie auch heute noch?

Hier noch ein PUR-Song, von mir gesungen.

 

Die Play-Liste eines 1 1/2-jährigen

Die liebe Nina von Gedankenpotpourri hat mich gestern an ein wunderschönes Lied erinnert, welches ich seit Jahren nicht mehr gehört habe: „Ich will nur wissen“ von Laith Al Deen

Da kam die Lust auf, mal wieder alte CD’s hervorzuholen und ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Denn hier turnt immer so ein kleiner Krümel rum, der seine ganz eigene Vorstellung davon hat, welche Musik hier gerade laufen soll.

Natürlich singe ich auch Kinderlieder mit ihm. Aber aus den Boxen soll dann doch etwas anderes dröhnen.

So passiert es, dass es zu überaus lautem Protestgebrüll kommt, wenn Herr Sohn die Anlage aufdreht und nicht gleich das richtige Lied ertönt. Und das ist nicht etwa Rolf Zuckowski oder andere Kinderlieder. Nein! Hier läuft Musik zu der man das Tanzbein schwingen und mitsingen kann.

So sieht die Playlist von Herrn Sohn aus:

CANDY von Robbie Williams

HAPPY von Pharell Williams

BURN von Ellie Goulding

I WAN’NA BE LIKE YOU von Robbie Williams

ALL ABOUT THAT BASE von Meghan Trainor

VALERIE von Mama

SIE KANN NICHT TANZEN von Jan Delay

DANGEROUS von David Guetta

WRAPPED UP von Olly Murs

Ich bin sehr glücklich darüber, dass unser Traumtänzer einen so guten Musikgeschmack hat. So tanzten wir gemeinsam zu „Candy“ bereits mindestens 150.000 Runden um den Wohnzimmertisch herum (mein Sport), machten Tanzpartys in der Küche zu „All about that base“, schwoften im Auto zu „Happy“ mit…

Und ich muss zugeben: Rolf Zuckowski und Co. wären in einer Musikerfamilie auch nur sehr schwer zu ertragen.

Aber ich fürchte, das steht uns irgendwann auch noch bevor…

Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Heute habe ich zum ersten Mal ein Video angeschaut, welches vor ca. einem Jahr entstand, als ich auf der Silberhochzeit von Freunden einen zum Besten gegeben habe.

Mein erster Gedanke: Boah, siehst Du da fett aus! (Und das trotz Bodyshaper!) Und was mir gleich darauf ins Ohr stach, war der einzige Ton, den ich versemmelt habe. Grummel! Es hätte so schön sein können…! War es ja eigentlich auch, abgesehen von dem kleinen Patzer. Aber das nervt mich immer so unglaublich! Da fällt mir dann immer wieder ein, warum ich mich noch nie zu einem Casting getraut habe. Ich bin halt einfach nicht gut genug – auch wenn ich es gerne wäre. Aber selbst wenn ich es wäre, gäbe es immer noch ein großes Manko: ich bin einfach keine Rampensau!

Doch ich muss zugeben: ich bin ein großer Fan von Casting-Shows! Ich sehe sie mir alle an! Okay, nicht alle. Nicht mehr, um genauer zu sein. DSDS kann man sich zum Beispiel kaum noch angucken. Dabei war es anfangs so super! Doch heute geht es nur noch um das „Gesamtpaket“. Du musst heiß aussehen, ’ne bekloppte Bühnenshow abliefern und wie Du singst ist fast schon völlig egal. Dazu kommen dann noch die dramatischen Lebensgeschichten der Teilnehmer, die bis ins kleinste Detail ausgeschlachtet werden. Nicht zu vergessen, dass dort ständig Leute total verarscht werden. Klar, es ist lustig, wenn jemand total schräg singt und ein wenig neben sich steht. Aber oft tun mir diese Leute auch einfach nur noch Leid. Das nervt! Und da wundern die sich doch tatsächlich, dass die Quote ständig sinkt. Würden die den ganzen Quatsch mal weglassen und sich stattdessen wieder auf den Gesang konzentrieren, dann klappt’s auch mit der Quote. Aber ich schätze, der Zug ist abgefahren. Für mich war es das jetzt auch. In der letzten Staffel sind wir mittendrin ausgestiegen. Endlich – hat es uns die letzten drei Jahre schon nur noch genervt. Und wo sind all die Superstars hin? Von der Bildfläche verschwunden – zumindest die meisten.

Seit es „The Voice of Germany“ gibt, haben die anderen eh verloren. Das fängt schon bei einer witzigen und charmanten Jury an, die wirklich niemanden beleidigt. Und auf dieser Bühne stehen echte Talente! Die Leute, die dort in der ersten Runde ausscheiden, sind meistens um Längen besser, als die vermeintlichen „Superstars“. Die Blind Auditions finde ich immer am spannendsten. Ich würde am liebsten selbst am Buzzer sitzen! Oder vielleicht doch mal auf der Bühne stehen? Aber dabei würde ich mir wohl die Hosen voll machen! Und spätestens in den Battles würde ich dann völlig abkacken. So sieht’s aus… Darum sitze ich lieber vor der Glotze und schaue mir an, wie toll die anderen das machen.

Die aktuelle Staffel ist leider schon fast wieder vorbei… Schade!
Aber die nächste Staffel kommt bestimmt, und bis dahin träume ich ein bisschen davon, selbst mal auf dieser Bühne zu stehen.

Man wird ja wohl noch träumen dürfen!