Von Zauberwäldern und geheimnisvollen Höhlen – Wandern auf dem Römerpfad

Als mein Mann und ich im Juni unseren 8. Hochzeitstag feierten, hatten wir einen besonderen Wunsch an unsere Eltern: 10 Stunden Zeit! Ich hatte nämlich vor einiger Zeit einen ganz tollen Wanderweg in der Eifel entdeckt, den ich unbedingt mit meinem Mann gehen wollte. Mitte August war es dann schließlich so weit: Wir hatten Zeit für uns – lang ersehnt und dringend überfällig. An einem Samstag Morgen standen meine Eltern schon um kurz nach Sieben vor der Tür und wir schnallten uns unsere Wanderrucksäcke auf den Rücken und zogen los. Zweieinhalb Stunden Fahrt warteten auf uns und dann eine etwa 5stündige Wanderung mit einer Länge von 11,3 km. Klingt total langweilig, meint Ihr?! Oh nein, da muss ich Euch eines besseren belehren!

Letztes Jahr im Herbst entdeckten wir im Kurzurlaub unsere Liebe zur Eifel und der Wunsch, die Eifel weiter zu erkunden, war seitdem immer da. Und nun wollten wir auf den Spuren der Römer, durch verwunschene Wälder, vorbei an hoch aufragenden Buntsandsteinfelsen, durch atemberaubende Höhlen gehen.

Wir starteten in der Ortschaft Kordel, am Wanderparkplatz unter der Burg Ramstein. Diesen erreicht man über die Bahnhofstraße, oder indem man einfach der Beschilderung Bahnhof/Burg Ramstein folgt.

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Jetzt kann es losgehen!

Rundwanderung vom Butzerbachtal zur Genovevahöhle

Die Route führt größtenteils über den Römerpfad, enthält jedoch ein paar Abweichungen. Wir hielten uns an diese Wegbeschreibung, die uns schon zu Anfang ein wenig in die Irre führte, weil dort als Startpunkt der Wanderparkplatz „Ramsteiner Weg“ angegeben ist, den wir aber nicht gefunden hatten, weil das Navi diesen nicht kannte und die Dorfbewohner uns zu dem Parkplatz unter der Burg schickten. Das machte aber nichts. Von hier aus kamen wir nämlich direkt an den romantischen Butzerbach.

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Vom Parkplatz aus ging es direkt in den dichten Wald, der trotz der lang anhaltenden Hitze immer noch sehr grün war.
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Hier mussten wir schon bald den Bach auf Steinen überqueren. Der Butzerbach war leider aber nicht viel mehr als ein kleines Rinnsal, was ich persönlich sehr schade fand. Doch das war zu erwarten.
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Wir wanderten weiter am Bach entlang…
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…und passierten dabei immer wieder kleine Wasserfälle…
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…überquerten mehrmals den Fluß auf dicken Steinen…
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…und schließlich über diese Hängebrücke.
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Ich bewundere die Schönheit dieses Zauberwaldes

Dieser Teil der Wanderung war für mich das Highlight. Hier ist es wirklich zauberhaft schön und die Wanderung ist von Anfang an abenteuerlich und an manchen Stellen nicht ganz so leicht zu meistern. Wenn der Fluß mehr Wasser geführt hätte, wäre es sicher noch aufregender gewesen. Im Herbst ist es mit Sicherheit besonders toll.

Als wir den Bach hinter uns ließen, ging es nach links steil bergan und ich brauchte immer wieder kleine Verschnaufpausen.

Unser nächster Wegpunkt war das Römische Kupferbergwerk. Diese Schächte zählen zu einem der ältesten römischen Bergwerke in Deutschland, die erstmals im Jahr 1850 beschrieben wurden.

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Das römische Kupferbergwerk

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Anschließend wollten wir weiter zum Geyersley, doch hier haben wir die Wegbeschreibung entweder mißverstanden oder der Weg war nicht korrekt beschrieben. Wir wissen es bis heute nicht genau.

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Irgendwo hier müssen wir einen Abzweig verpasst haben.

Wir fragten eine kleine Gruppe Wanderer, die eine Wanderkarte des Eifelsteigs bei sich trugen. Hier war unser nächstes Ziel verzeichnet und so fanden wir schließlich den richtigen Weg.

Zwischendurch wollten wir jedoch eine kleine Rast machen und uns eines der Brötchen gönnen, die wir vor unserer Fahrt gekauft hatten. Ach ja… Wie lustig wir doch sind! Die Brötchen lagen nämlich faul im Auto herum, anstatt uns zu begleiten. Typisch wir. Immerhin hatten wir Minisalami, Süßigkeiten und genug (zu viele) Getränke dabei, so dass wir trotzdem gut über die Runden kamen. Wir fragten an dieser Stelle zu Hause nach, ob alles in Ordnung war. Zwischenzeitlich gab es einen Schichtwechsel und meine Eltern wurden von meiner Schwiegermutter und unserer Nichte abgelöst, die mit den Kindern auf dem Spielplatz waren. Beruhigt zogen wir schließlich weiter, bevor wir zu träge wurden, und kamen bald an unseren nächsten Wegpunkt.

Vom Geyersley kann man eine wundervolle Aussicht genießen.

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Am Geyersley angekommen…
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…genießen wir den herrlichen Ausblick auf die Burg Ramstein und auf die Kylltalschleife

Wieder zurück auf dem Weg, ziehen wir weiter zur Hochburg. Hierbei handelt es sich um eine keltische Fliehburg mit Höhlen auf der Südseite auf einem Felsensporn, der nur über eine Hangkante zu erreichen ist. (Achtung! Absturzgefahr!)

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Auf dem Weg zur Hochburg kommt man an bizarren Felsformationen vorbei
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Oben angekommen, kann man diesen traumhaften Weitblick genießen
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Nur nicht zu nah an die Kante gehen!

Von den Höhlen dieser ehemaligen Burg haben wir leider nichts entdeckt, aber der Ausblick hat das wieder Wett gemacht.

Anschließend führte unser Weg uns wieder eine Weile durch den Wald, bis wir schließlich die beeindruckende Genovevahöhle erreichten.

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Das Portal zur Genovevahöhle
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Wie klein man sich plötzlich vorkommen kann…
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Und ich mit meiner Höhenangst, setzte mich lieber auf meine vier Buchstaben.

Von hier aus gingen wir weiter hinunter in den Wald, um einige Zeit später wieder einen serpentinenartigen Aufstieg in Angriff zu nehmen. Unser Weg führte uns zur Klausenhöhle.

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Die Klausenhöhle
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Mit einer Leiter ging es in die 2. Etage
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Hier hat früher tatsächlich jemand gelebt
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Blick aus dem „Schlafzimmer“

Anschließend hätten wir, um unserer Wegbeschreibung zu folgen, wieder den gleichen Weg bergab nehmen müssen, stiegen jedoch fälschlicherweise bergauf (Schnappatmung inklusive) und wunderten uns nachher, warum wir nicht mehr weiter wussten. Wir suchten uns kurzerhand einen anderen Weg, der anscheinend nicht so häufig erwandert wird, aber das machte es umso spannender.

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Abseits der vorgeschriebenen Wege

Schließlich kamen wir wieder auf den richtigen Weg zurück und erreichten bald darauf unser letztes Ziel – die Burg Ramstein.

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Burg Ramstein
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Hungrig und erschöpft, aber glücklich
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An der Burg Ramstein gönnten wir uns dann eine leckere Mahlzeit

Nach dem Essen ging es durch den Burghof und von dort aus wieder hinab zum Wanderparkplatz, wo unser Auto auf uns wartete. Wir hatten einen traumhaft schönen Tag und haben viele tolle Plätze entdeckt. Vor allem aber haben wir die Zweisamkeit und die Ruhe in vollen Zügen genossen. Und wir wussten sofort: So etwas müssen wir ganz bald wieder machen.

Alle Highlights der Wanderung habe ich in einem Video zusammengestellt.

 

 

 

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