Suppenkoma vs. Fettschmelze

Suppe. Kann lecker sein. Aber jeden Tag, eine Woche lang? Morgens, mittags, abends? Das geht gar nicht. Oder doch?

Ich musste es unbedingt ausprobieren. Meine Röllchen, oder eher gesagt Rollen, die müssen unbedingt weg. Und die Kohlsuppendiät verspricht schnellen Erfolg. Ist natürlich keine Dauerlösung. Die Ernährung muss ich danach trotzdem umstellen. Ich weiß – sonst sucht der böse Jojo mich heim.

Aber als Start, um schnell ein paar Kilo zu verlieren, finde ich das eine gute Sache. Ich verrate Euch erst mal das Rezept, falls jemand von Euch es ebenfalls wagen will.

Kohlsuppe

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  • 6 Frühlingszwiebeln
  • 2 Dosen Tomaten
  • 1 Weißkohl
  • 2 Paprika grün
  • 1 Bund Staudensellerie
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Lauchstange
  • 1 Stück Ingwer 3cm
  • 1 EL Kümmel
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Prise Pfeffer
  • 1 TL Salz
  • 2 Liter Wasser

 

Die Zubereitung ist ganz einfach:

Alle Zutaten waschen, klein schneiden, im Öl kurz andünsten, mit Wasser auffüllen und eine Stunde kochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer es schärfer mag, kann mit Chilipulver oder Tabasco nachhelfen.

Sonntag Abend machte ich nich also an die Arbeit, schmunzelte alles klein nur um dann festzustellen: Ich habe keinen Topf, in den der ganze Kram hineinpasst. Die Nachbarin hatte auch keinen. Daher habe ich meinen Mann zu meiner Mutter gejagt, damit er dort den Bräter abholte. Und dort passten so gerade alle Zutaten hinein.

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Das ganze Haus roch nun nach Kohl. Am meisten hat mich das im Schlafzimmer gestört. Aber gut, da mussten wir durch.

Tag 1 – Montag:

Zum Frühstück gibt es bereits den ersten Teller Suppe. An Tag 1 darf man außerdem Obst essen, so viel man will, außer Bananen und Melonen.

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Schon beim ersten Löffel kam das böse Erwachen: Die Suppe schmeckt widerlich! Ich zwang mit Mühe und Not ein bisschen davon hinunter und aß dann mein Obst.

Mittags schaffte ich wieder nur ein kleines bisschen, das auch nur mit Maggi (was wahrscheinlich nicht erlaubt ist) und aß dann eine Birne, von der ich meinem Sohn schließlich auch etwas abgeben musste.

Am Abend würgte ich mir nur noch einen Apfel runter, denn kurz vorher hatte ich eine schlimme Nachricht erhalten, die jegliches Hungergefühl ausblendete. Seelenfutter hatte ich mir trotzdem zu dem Zeitpunkt sehnlichst gewünscht und überlegte, ob ich die Diät dran gebe. Habe ich aber nicht.

Sünde des Tages: Keine!

Sport: Ich habe geatmet. Produktiver wurde es nicht.

Tag 2 – Dienstag:

Ich habe kaum geschlafen und wachte schon mit Kopfschmerzen auf. Ich freute mich riesig auf meine Suppe. (Achtung, Ironie!) Heute darf ich zusätzlich rohes, grünes Gemüse essen. Was die Freude enorm steigerte.

Die Suppe ist immer noch widerlich. Noch schlimmer sogar als am Tag zuvor.

Nachdem ich mal wieder mit Mühe und Not ein paar Löffel davon gegessen hatte, musste ein Plan B her. Suppe 2.0!

Es gibt verschiedene Rezeptvarianten, und davon probierte ich heute eine aus. Und was soll ich sagen? Die Suppe riecht nicht nur besser, sie schmeckt auch fast schon richtig gut. Dieses Mal war es kein Problem, die Suppe auszulöffeln.

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Am Abend war eine große Ofenkartoffel mit Magerquark erlaubt. Ich habe mir gestattet, diesen mit ein paar Kräutern aufzupeppen. Und da ich keine große Kartoffel hatte, nahm ich eben zwei kleine.

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War ganz lecker. Trotzdem… Was mir besonders fehlt? Orangensaft. Und Pommes. Und Schlaf.

Sünde des Tages: Ich habe das Messer abgeleckt, als ich meinem Sohn ein Brot mit Marmelade und Zuckerrübensirup geschmiert hatte.

Sport: mit dem Fuss im Takt zu einem Song aus dem Radio gewippt.

Tag 3 – Mittwoch:

Heute erlaubt neben Suppe, Suppe, Suppe? Obst und Gemüse in rauen Mengen. Es kostet mich echt große Überwindung morgens schon diese Suppe zu essen. Der Apfel und die Mandarine danach waren ein Hochgenuss. Trotzdem hatte ich Lust, mir einen Zironentee zu machen.

Mittags Gurke und grüne Paprika zur Suppe geknabbert. Und wie immer stilles Wasser dazu getrunken. Am Abend das gleiche Spiel. Ich habe Lust auf Pommes. Wirklich! Stattdessen habe ich nur noch einen Apfel gegessen. Beim Gedanken an die Suppe musste ich mich nur noch schütteln.

Sünde des Tages: Schon wieder das Messer abgeleckt.

Sport: 7 Minuten. Dann rief mein Sohn aus dem Garten um Hilfe. Aber immerhin 7 Minuten mehr, als an den Tagen zuvor.

Tag 4 – Donnerstag:

Heute ist Bergfest. Morgens widert mich die Suppe schon richtig an. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich heute auch Bananen essen darf. Sogar drei Stück. Und 250 ml Magermilch. Die hebe ich mir aber für den Abend auf. Stattdessen genieße ich die Frühstücksbanane in vollen Zügen.

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Am Mittag das Gleiche noch mal. Ich liebe Bananen! Heute ganz besonders! Ich habe sie gaaaanz langsam und genüsslich verspeist.

Ich bilde mir ein, dass mein Bauch schon dezent kleiner geworden ist.

Abends habe ich keine Suppe mehr gegessen, sondern nur noch die letzte Banane und das Glas Milch. So wird das nichts.

Sünde des Tages: Ich habe ein klitzekleines Stückchen vom Überraschungsei gegessen, weil er unbedingt mit mir „teilen“ wollte. Das Stück war keinen Zentimeter groß.

Sport: 10 Minuten. Ich steigere mich. Langsam.

Tag 5 – Freitag:

Ich will nicht mehr. Heute gibt es zum Frühstück nicht mal zusätzlich Obst.

Und da fange ich gleich mit einer Sünde an. Der Geruch der Suppe schreckt mich inzwischen wirklich ab. Ich esse daher eine Banane. Als die Kinder versorgt waren, aß ich noch eine Birne und zwei Mandarinen.

Ob ich heute noch Suppe runterkriege? Ich sollte mal Nachschub kochen.

Außerdem: Heute ist Fleisch-Tag. 500 g Geflügel und zusätzlich 6 große Tomaten. Ich nehme die kleinen in doppelter Menge. Die schmecken einfach besser.

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Das war dann also mein Mittagessen. Und.Mein.Abendessen.

Bedeutet: Ich habe heute keine Suppe gegessen! Wir sind eingeknickt und geben es dran!

Die Suppe kommt uns beiden aus den Ohren raus. Es geht einfach nicht mehr.

Sünde des Tages: Halt keine Suppe gegessen. Und schon wieder das süße Messer abgeleckt.

Sport: etwa 6 Minuten. Dann sprang mein Sohn immer wieder auf mich drauf und mißbrauchte mich als Rutschbahn.

Fazit: Minus 3 kg

Wir werden dann ab morgen auf Schlank-im-Schlaf umstellen. Und ich freue mich so unglaublich auf mein Frühstück! Brötchen und Zitronentee – ich koooooooomme!

 

Nachgefragt! Wie ich mein Leben in die Hand nahm

Heute habe ich eine junge Frau auf meinem virtuellen Sofa zu Gast, die bereits ein sehr bewegtes Leben hinter sich hat. Nachdem es lange Zeit bergab ging, kam plötzlich der Tag, an dem sie sich entschlossen hat, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen.

Herzlich Willkommen, liebe Janet! Stell Dich doch kurz vor.

Hallo liebe Leser! Ich heiße Janet, bin 26 Jahre alt, aus Duisburg und hab ein dreieinhalbjährigen Sohn.

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Du hast bereits ein sehr bewegtes Leben gehabt. Deine Eltern haben sie sich getrennt, als Du noch sehr klein warst. Wieviel hast Du damals davon mitbekommen und bei wem bist Du aufgewachsen?

Meine Eltern sind noch sehr oft zusammen und wieder auseinander gegangen. Ich wurde z.B. auf einer Grundschule eingeschult, kurz danach sind sie wieder zusammengekommen und der Weg dahin war zu weit. Bin dann in eine Schule um die Ecke gekommen. Tja, dann sind sie wieder auseinander und meine Mama ist mit mir wieder etwas weiter weggezogen und so bin ich auf meine dritte Grundschule gekommen. Im Prinzip bin ich bei meiner Mutter aufgewachsen. Mit 13 bin ich dann aber für anderthalb Jahre zu meinem Vater.

Dein Vater hat einige Jahre später wieder geheiratet und die Familie hat sich dadurch schlagartig vergrößert. Wie war das für Dich?

Für mich das größte Problem war es das meine Mutter und Stiefmutter sich nicht ausstehen konnten. An sich war es schon schön. Bei meinem Vater gab es dann plötzlich ein Baby und das war sehr schön. Als zwei Jahre später meine andere Schwester geboren wurde, war es noch schöner. Ich zog mit 13 dorthin, weil ich dachte dort herrscht ein Familienleben, was auch herrschte.  Allerdings mit all seinen Vor- und Nachteilen. Da gab es plötzlich die Stiefschwester, mit der man sich das Zimmer teilen musste, wenn die Stiefmutter bei uns wohnte. Geheiratet haben die beiden nämlich erst viel später. Da war meine dritte kleine Schwester schon da.

Dann wohntest Du wieder eine Zeitlang bei Deiner Mutter. Als Du 16 Jahre alt wurdest, kam es zu einem Streit zwischen Euch beiden. Was ist dann passiert?

Da ich wusste, dass es weder bei meiner Mutter noch bei meinem Vater klappte, musste etwas anderes her. Das Jugendamt bot mir eine Jugendwohngruppe zur Verselbstständigung an. Dort zog ich anderthalb Monate später auch ein.

Wie war das Leben in der Wohngruppe und wie kam es dazu, dass Du die Gruppe wieder verlassen musstest?

Sehr abwechslungsreich. Es gab auch mal Streit, aber im Großen und Ganzen blicke ich auf eine schöne Zeit zurück.  Ich habe dort eine Freundin gefunden, mit der ich nach 11 Jahren immer noch Kontakt habe. Warum ich die Gruppe verlassen musste? Ich habe mich selten an Regeln gehalten. Hab auch mal blau gemacht. Dadurch meine Ausbildung verloren und kam in eine Maßnahme, in der ich gemobbt wurde. Aber wirklich sprechen konnte ich mit niemanden darüber. Ich stand auf der Kippe und durfte bleiben. Und hab dann montags die Berufsschule geschwänzt (montags war der schlimmste tag in der Maßnahme) und nachmittags wurde mir dann gesagt, ich muss die WG verlassen und habe drei Tage Zeit zu gehen. Ein Schlag ins Gesicht.

Dann bist Du in einer Notschlafstelle gelandet, hast außerdem Deine berufsvorbereitende Maßnahme abgebrochen. Wieder ein Tiefpunkt in Deinem Leben. Wie bist Du da wieder rausgekommen?

Ich wollte ja nie so tief landen. Ich wusste, ich wollte da schnell wieder raus. Dort waren Jugendliche, die Heroin oder andere Drogen nahmen. Ich hatte dort ein wundervollen Betreuer und Ersatzvater. Er hat mir geholfen und mir einiges gezeigt. Und mein Wille doch etwas zu erreichen hat mir sehr geholfen.

Du hast Deine zweite Ausbildung angefangen, bist in Deine erste eigene Wohnung gezogen. Wie ging es dann weiter?

Mit einer Wohnung kommen auch die Verpflichtungen. Ich hatte wieder eine Clique in der Ausbildung. Die wurde mir irgendwann wichtiger als die Schule. Tja, und dann waren meine Noten zu schlecht. Dann war ich 8 Monate arbeitslos. 8 Monate, in denen man erst mittags um 11 aufsteht. Und bis nachts wach ist. 8 Monate, in denen man Zeit hat über sein Leben nachzudenken.  Wollte ich das? Wollte ich nur in den Tag hineinleben? Nein, das wollte ich nicht.

Du kamst dann in eine Maßnahme für Jugendliche mit psychischer Erkrankung. Du selbst mit einer Vorstufe von Borderline, lerntest dort eine Freundin kennen, die Dein Leben nachhaltig verändert hat. Was ist passiert?

Ja Charlotte, sie war toll. Mit ihr konnte ich reden. Alles sagen. Auch Gedanken, die man nicht haben sollte. Wir haben stundenlang einfach nur irgendwo gesessen und geredet. Sie war so ein toller Mensch. Und ihr Lachen zu hören war für mich wundervoll. Leider hat sie es selber auch nicht so toll getroffen. Sie litt unter Depressionen und war stark übergewichtig. Im Sommer konnte ihr Herz das nicht mehr aushalten. Ich bin sehr dankbar das wir einen Tag vorher noch telefoniert haben. Und ich ihr sagen konnte, wie sehr ich sie liebe und das tue ich bis heute noch.

Es ist schwer, einen Freund zu verlieren, vor allem wenn man solch eine intensive Zeit miteinander hätte. Trotzdem: Ihr Tod war zwar ein sehr trauriges Erlebnis und hat eine große Lücke in Deinem Leben hinterlassen, aber es gab Dir neuen Aufschwung, Dein Leben in die Hand zu nehmen. Du hast eine neue Ausbildung angefangen. Hast Du diese beendet?

Ja, ihr Tod gab mir die Kraft, dass ich etwas beenden muss. Auch um ihrer Willen. Das war ich ihr schuldig und bin es immer noch. Ich weiß noch, am Anfang meiner Ausbildung, da hab ich 3 Tage mit niemanden geredet, weil ich niemanden in mein Herz lassen wollte aus Angst, denjenigen wieder zu verlieren.

Ja, ich habe die Ausbildung beendet, drei Wochen bevor mein Wunder auf die Welt kam.

Mit diesem Wunder steht natürlich ein Mann in Verbindung. Du hast ihn in der Ausbildung kennengelernt. Leider lief das auch nicht so gut. Trotzdem brachte diese Beziehung unerwartet Glück in Dein Leben. Erzähl mal.

Ja, ich hatte einen Mann kennengelernt.  Ich dachte, er wäre der Richtige. Leider war dem nicht so. Und nachdem ich uns eine zweite Chance gab, hab ich schnell gemerkt, dass er nicht der Richtige ist. Da war ich leider schon 13 Tage überfällig. Ich trennte mich trotzdem und machte kurz danach ein Test. Positiv in der 7. Schwangerschaftswoche. Ich freute mich, der Vater nicht so. Wir hatten noch ein halbes Jahr täglichen Kontakt vor uns. Oft haben wir uns gestritten. Ich hatte Frühwehen durch den ganzen Stress. Trotzdem beendete ich meine Ausbildung mit der Gesamtnote 2. Drei Wochen danach kam mein Sohn 1 Monat zu früh auf die Welt. Ich hatte irgendwie kaum Zeit in der Schwangerschaft gehabt. Nur Stress, Streit und die Ausbildung.

Und trotzdem bist Du sehr glücklich, dass dieser kleine Mensch nun in Deinem Leben ist. Was ist Dein Sohn für Dich?

Alles. Auch wenn es nicht immer einfach ist und ich sehr oft an meine Grenzen komme. Er ist mein Herz, und es gibt nichts, was ich mehr liebe.

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Nun warst Du also Mama und fast auf Dich allein gestellt mit dem Kleinen. Wie kümmert sich der Vater heute um ihn und läuft das immer reibungslos ab?

Mittlerweile läuft es sehr gut. Nachdem es noch einigen Streit gab, hat er inzwischen regelmäßigen Kontakt zu seinem Kind, seitdem er 15 Monate ist. Ab da alle zwei Wochen. Seitdem er zweieinhalb ist schläft er auch dort. Davor haben wir sehr viel zu dritt unternommen. Und eigentlich verstehen wir uns ganz gut. Streit gibt es trotzdem noch zwischen uns, ab und zu mal. Aber selten vor unserem Sohn.

Seit einiger Zeit bekommst Du Unterstützung von der Familienhilfe. Und sie ist eine große Stütze für Dich. Sie motiviert Dich, neue Wege einzuschlagen. Wie sind Deine Pläne für die Zukunft?

Ich möchte mein Fachabitur nachholen und dann studieren. Ich möchte mich irgendwann sozial engagieren. Und wenn ich nur im Jugendamt sitze. Aber Hauptsache Menschen helfen. Bevorzugt Jugendlichen. Ich komm selber aus einer zerrütteten Familie und kann einiges besser nachvollziehen.

Ich finde es super, dass Du das machen willst. Bestimmt wirst Du in Zukunft einigen Jugendlichen dabei helfen, wieder auf den richtigen Weg zu kommen, so wie auch Du es geschafft hast. Toll, wie Du das alles gemeistert hast und wie Du als alleinerziehende Mutter alles tust, damit Dein Sohn ein glückliches Leben führen kann.

Danke, dass Du meine Fragen so offen beantwortet hast. Bestimmt macht es einigen Leuten Mut zu lesen, dass Du nie aufgegeben und Dein Leben in die Hand genommen hast! Alles Liebe für Euch!

 

Ein Abschiedsbrief

Mein lieber Freund…

Gestern erhielt ich die schreckliche Nachricht. Ein Unfall und dessen Folgen. Plötzlich hörte sich die Welt auf zu drehen. Deine Welt. Du bist nicht mehr da. Und ich bin fassungslos. Wie so viele andere auch.

Wir haben uns in letzter Zeit selten gesehen, viel zu selten. Und das tut mir Leid. Seit ich Mutter bin, laufen meine Uhren anders. Meine Freunde kommen oft viel zu kurz. Vor allem die, die nicht um die Ecke wohnen, so wie Du. Doch jetzt ist mir schlagartig bewusst geworden, wie schnell alles vorbei sein kann.

Schon als wir uns vor vielen Jahren kennen lernten, hatten wir gleich sehr viel zu lachen. Denn Du hattest immer lustige Sprüche parat. Manchmal rotzfrech, immer mit einer Spur Ironie. Aber ich konnte sehr gut kontern. Es hat sehr viel Spaß gemacht Wortkämpfe mit Dir zu führen.

Ich glaube, jeder der Dich kannte, mochte Dich. Denn es war wirklich schwer, Dich nicht zu mögen. Auch wenn Du jeden auf die Schippe genommen hast. Du warst der einzige, der sich sogar über meine überflüssigen Pfunde auslassen durfte, ohne dass ich Dir hätte böse sein können. Das warst halt einfach Du. Und das war gut so!

Du hast mich sogar dann zum Lachen gebracht, wenn mir gar nicht danach zumute war. Wenn Du wolltest, konnte man mit Dir aber auch ernste Gespräche führen. Doch meistens wolltest Du nicht.

Du warst mir all die Jahre ein guter Freund. Wir telefonierten ein Mal im Monat. Immer wieder Donnerstags. Wir trafen uns „regelmäßig“ zwei Mal im Jahr. Wir gingen zusammen essen, shoppen, Bowling spielen, ins Kino. Wir kochten zusammen in Deiner klitzekleinen Küche, in der all die Zeit eine Packung Zwieback stand, die schon seit Jahren abgelaufen war. Wir spielten gerne 10.000, und meistens habe ich verloren. Zeit und Raum standen nie zwischen unserer Freundschaft.

Als mein Sohn zur Welt kam, änderte sich vieles. Trotzdem brach der Kontakt nie ab. Als Du das letzte Mal bei uns warst, hast Du uns die Pläne für Dein Haus gezeigt, das Du bauen wolltest. Pläne, die nun für immer auf Eis liegen.

Das letzte, das ich von Dir hörte vor einigen Wochen, waren Urlaubsgrüße aus der Türkei, ein Foto mit dabei. Ich habe die Nachricht bedenkenlos gelöscht, wusste ich doch nicht, dass es das letzte war, was ich je von Dir hören würde.

Wir hatten grob das Frühjahr angepeilt für unser nächstes Treffen. Es wird nun nicht mehr stattfinden. Und ich bin tieftraurig darüber.

Wenn jemand stirbt, ist das immer schlimm. Aber Du bist verdammt nochmal viel zu früh gegangen.

Zum Abschied möchte ich Dir Danke sagen. Danke dafür, dass Du mich immer zum Lachen gebracht hast. Danke, dass Du mir immer ein guter Freund warst. Ohne Dich ist die Welt ein Stückchen trauriger. Du wirst mir fehlen!

Bis wir uns wiedersehen…

Deine Krümi

„Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und Glauben an ihn ausübt, ewiges Leben habe, und ich will ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen.“ Johannes 6,40

 

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Die Notlösung

Die Kindergartensuche ging heute vorerst in die letzte Runde.

Heute sollten wir uns in einer Kita vorstellen, die als Notlösung gar nicht so schlecht wäre. Aber, eigentlich hätte ich nach zwei Minuten schon wieder meine Sachen packen und gehen können. Denn diese Kita ist total überfüllt. Dort wurden schon mehr Kinder angenommen, als eigentlich eingeplant sind. Ich: kurz vorm Heulkrampf. Das hätten die mir auch am Telefon sagen können.

Die Kita-Leitung war aber sehr nett, meinte ich sollte trotzdem eine Anmeldung ausfüllen, es kann ja immer mal sein, dass jemand abspringt. Sie rief außerdem in einer anderen Kita im Nachbarort an, weil sie gehört hat, dort gäbe es noch einen Platz. War aber nicht der Fall. So füllte ich die Formulare aus.

In der Zeit rief die andere Kita wieder an. Just in diesem Moment wurde dort ein Platz frei. Ich sollte doch direkt vorbeikommen. Okay, damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Also packte ich alles zusammen und sagte meinen Sohn, der draußen im Flur mit einer Eisenbahn spielte, dass wir jetzt weiter müssen.

„Ich will aber nicht fahren. Ich will noch mit der Eisenbahn spielen!“ „Wir fahren noch in einen anderen Kindergarten, da gibt es auch Spielsachen.“ „Wirklich? Haben die auch eine Eisenbahn? Welche Züge gibt es dort und haben die auch Schienen?“ „Das sehen wir ja, wenn wir dort sind.“ Überredet…

Es regnete in Strömen und schnell rannten wir zum Auto, der MaxiCosi war schon ganz nass, mein Sohn und ich ebenfalls. Egal. Schnell einsteigen, weiterfahren.

Der Regen wurde nicht weniger. Und den anderen Kindergarten konnte ich auch nicht finden. Dabei hatte ich ihn direkt vor der Nase. Drei Mal bin ich hin und her gefahren, dann habe ich endlich den Spielplatz entdeckt. Und ein klitzekleines Häuschen. Was ist das denn?

Ich ging erst mal rein, kämpfte mich durch eine Horde triefend nasser Kinder, die alle in den MaxiCosi gucken wollten. Schließlich entdeckte ich in dem Gewusel eine Erzieherin. Und eine Treppe, die nach unten führte. Oh je…ein Keller-Kindergarten! Yeah, Begeisterung!

Als wir schließlich unten ankamen, bestätigten sich meine Befürchtungen. Der Raum war nicht besonders groß und ziemlich düster. Es gibt zwar Fenster, aber die geben kaum was her. Eine Küche, eine Lese-und Kuschelecke, eine Ecke zum Bauen, ein nicht gerade großer Raum zum Toben. Gefällt.Mir.Nicht.Wirklich.

Meinem Sohn war das ziemlich egal, er fing sofort an zu spielen. Die Erzieherin erzählte mir vom Tagesablauf, Essen, Aktivitäten. Das hörte sich alles ganz gut an. Und das Außengelände ist sehr großzügig. Im Gegensatz eben zum Gruppenraum, weswegen die Kinder eigentlich bei jedem Wetter nach draußen gehen. Was ich nicht verkehrt finde.

Als wir alles besprochen hatten, wurde die Kleine auch langsam unruhig, sie hatte noch gar nicht geschlafen und würde auch bald ihren Brei essen wollen. Ich sagte meinem Sohn also, dass wir nach Hause müssten. Er dachte gar nicht dran, wollte weiter spielen. Die Kleine schrie, ich rief ihn erneut. Keine Reaktion. Daher schnappte ich ihn mir – er wurde sauer. Als ich ihn wieder auf dem Boden abstellte, den MaxiCosi dafür hoch nahm, war er schon wieder weg.

Das gleiche Spiel ging von vorne los. Hin und her. Bis ich schließlich ihn und den MaxiCosi samt seiner Schwester die Treppe hoch hievte. Ich war fix und fertig. Oben angekommen setzte ich ihn wieder ab, schob ihn irgendwie aus der Tür. Und da war er schon wieder weg und suchte das Weite. Was tun?

Der Regen war so schlimm geworden, dass ich sofort wieder klatschnass war. Ich ging erst mal zum Auto, brachte die Kleine ins Trockene. Dann rannte ich quer über den Spielplatz, durch tiefe Pfützen, durch matschigen Sand, versuchte meinen Sohn zum Aufbruch zu bewegen. Als er sich immer noch weigerte, schnappte ich ihn mir schließlich, war natürlich dann komplett voll mit Sand, triefend nass und kurz vorm Nervenzusammenbruch. Endlich im Auto machte mein Sohn weiterhin Terror, was Zuhause nur noch schlimmer wurde. Ich war restlos bedient. Der Ausflug war also ein voller Erfolg. (Achtung, Ironie!)

Nun haben wir also einen Platz bekommen. Trotzdem. Ich bin nicht wirklich überzeugt. Nicht nur, dass der Raum mir überhaupt nicht gefällt, mich nervt auch jetzt schon die Fahrerei. Es wäre eben viel schöner gewesen, wenn er etwas bei uns im Ort bekommen hätte. Auch weil er dann sicher ein paar Freunde aus dem Kindergarten in seiner Schulklasse haben wird. Es ist halt wirklich nur eine Notlösung.

Deshalb steht er auch weiterhin in einer unserer Wunschkitas auf der Warteliste. Wobei ich eigentlich keine Hoffnung habe, dass sich dort noch etwas ergibt.

Und ich bin mir nun auch unsicher, was ich mit der Kleinen mache. Ich sollte sie auch bald anmelden. Ein Jahr lang werden die beiden gleichzeitig in die Kita gehen. Melde ich sie daher in der gleichen Kita an, in die mein Sohn geht? Wäre erst mal einfacher. Doch ist das Jahr um, geht er in die Schule hier im Ort und dann muss ich immer noch zum Nachbarort kurven? Bekommt sie jedoch hier einen Platz, müsste ich auch ein Jahr lang zwei Orte anfahren. Ich.Bin.Ratlos.

Am besten melde ich sie überall an und entscheide mich dann spontan, falls ich überhaupt eine Auswahl habe.

Im März können wir jetzt erst mal den Betreuungsvertrag unterschreiben und dann können wir drei Schnuppertage machen. Ich bin gespannt, wie alles so wird.

Das hat ja gar nicht mal so gut geklappt

Ich freute mich. Es war Samstag und Freunde kamen zu Besuch. Doch in meine Freude mischten sich auch ein paar leise Bedenken, wie es denn wohl klappen würde. Es war das erste Mal seit wir Eltern sind, dass wir abends Besuch bekamen. Bisher haben wir das doch lieber Nachmittags gemacht.

Daher hatte ich auch noch keinen Plan, wie wir es schaffen würden, die Kinder währenddessen ins Bett zu kriegen.

Experiment: Nur teilweise erfolgreich!

Aber von vorne. Der Tag war im Allgemeinen sehr geschäftig. Während Papa das große Kind badete, schlief die Kleine in ihrer Wiege. Ich wirbelte durch die Küche, machte klar Schiff. Räumte ein wenig das Wohnzimmer auf und dann sprang ich kurz in die Badewanne. Einkaufen musste ich auch noch ein paar Teile. Zwischendurch machte ich drei Maschinen Wäsche, schaute Bücher an mit meinen Sohn, bespaßte die Kleine. Papa musste noch schnell zum Friseur.

Als er wieder da war, versuchte ich erneut das Wohnzimmer aufzuräumen. Aber dann kam ein Wutanfall und ein schreiendes Baby dazwischen. So kümmerte sich jeder erst mal um ein Kind und dann musste es gleich weitergehen.

Die Zeit wurde langsam knapp. Ich musste dringend das Essen vorbereiten. Also hechtete ich in die Küche, schnibbelte Gemüse, würzte Fleisch, rührte Soße. Papa saugte in der Zeit.

Als das Essen schließlich im Ofen war, versuchte ich den Tisch zu decken. Doch mein Sohn legte mir Steine in den Weg. Gerade alles an seinen richtigen Platz gestellt, waren die Teller auch schon wieder verschoben. Er wollte sich auch nicht wirklich von Papa beschäftigen lassen. Doch auch das war dann irgendwann schließlich geschafft und ich war unendlich froh, dass ich nicht auch noch Salat schnibbeln und ein Dessert zubereiten musste. Das hat meine Freundin übernommen. Ein Glück!

Sie und ihr Mann waren dann schließlich auch bald da, und von dem Moment an quatschte mein Sohn sie ohne Punkt und Komma zu. Natürlich hatten sie auch gleich bei ihm einen Stein im Brett, denn sie brachten ihm Überraschungseier mit und Kinder-Maxi-Mix mitsamt einem Erdmännchen aus Plüsch.

Darf ich vorstellen: Das ist Eddy!

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Für die kleine Pusteblume gab es zuckersüße Puschen. Außerdem Tulpen für Mama! Da ist gleich Frühling angesagt. Wundervoll!

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Piep! Piep! Piep! Das Essen ist fertig! Und wie kann es anders sein? Pünktlich bekommt die junge Dame auch Hunger und verlangt nach einer Flasche. Läuft ja wie am Schnürchen! Papa hat sich geopfert, mit dem Ergebnis, dass das Essen auf seinem Teller kalt wurde. Und da unsere Teller nicht in die Mikrowelle passen, hat er es eben anschließend kalt gegessen.

Mein Sohn hatte in der Zeit schnell ein paar Nudeln verdrückt, nur damit er „unbedingt“ noch ein Ü-Ei und ein KinderCountry hinterherschieben konnte.

Obwohl die Kleine nun satt war, war sie dennoch nicht zufrieden. So saß sie auf meinem Schoß, während ich versuchte, meinen inzwischen auch kalt gewordenen Reis aufzuessen und sie gleichzeitig davon abzuhalten mit den Fingern auf meinem Teller herumzumatschen.

Nun war die Zeit auch längst reif, mit den Kindern nach oben zu gehen. Mein Sohn verabschiedete sich ausgiebig von unseren Freunden, die wir schließlich ein paar Minuten sich selbst überlassen mussten.

Ich nahm die Kleine und mein Sohn schnappte sich Eddy und außerdem noch ein trockenes Brötchen, das noch vom Mittag auf dem Küchentisch lag. Papa folgte ihm. Nachdem ich das Töchterchen bettfertig gemacht hatte, sagte ich meinem Sohn Gute Nacht, gab ihm einen Kuss und ging mitsamt Baby wieder runter zu meinen Freunden. Papa blieb noch eine Weile beim Wildfang und zog das übiche Abendritual durch. Ich legte die Kleine wie üblich in ihre Wiege, doch an Schlaf war nicht zu denken. Nein, es war ja mal wieder viel zu spannend, was da so alles vor sich ging und neugierig wie sie ist, lauerte sie über den Rand ihrer Wiege zu uns herüber. Das ging eine ganze Weile so, doch schließlich schlief sie ein. Um kurz nach Acht kam auch Papa wieder runter. Der Große schlief natürlich noch nicht, aber das waren wir ja gewohnt.

So saßen wir eine Weile gemütlich da, plauderten in Ruhe, tranken unseren Wein. Es war richtig schön. Plötzlich tauchte neben mir das U-Boot wieder auf. Zwei große Augen blicken wieder zu uns über den Rand der Wiege. Da wollte wohl jemand wissen, ob es irgendwas gibt, das man vielleicht verpassen könnte. Aber nach etwa 10 Minuten war ihre Neugier gestillt und sie schlief schließlich weiter.

Mein Sohn hingegen turnte immer noch in seinem Bett herum. Über das Babyphone sah ich entsetzt, dass er das Brötchen in der Hand hatte. „Oh, das lag vorhin noch auf dem Stuhl neben dem Bett!“, sagte Papa. Na ja, jetzt wohl nicht mehr. Und es dauerte auch nicht lange, bis wir zwei große Augen vor der Kamera sahen: „Mama, da sind Krümel in meinem Bett!“ Ach! So ging ich rauf, wischte das Gröbste aus dem Bett. Aber das war natürlich nicht gut genug und überhaupt wollte er lieber den Papa. Der kam dann auch, ich ging wieder runter. Wir saßen dann da und beobachteten das Schauspiel, das sich oben abspielte über das Babyphone. Kino könnte nicht besser sein. Mein Mann nahm letztendlich nämlich die ganze Matratze aus dem Bett, damit auch wirklich alle Krümel restlos entfernt waren. Aber selbst dann durfte er trotzdem noch nicht gehen und eine ganze Weile weinte mein Sohn. Doch irgendwann kam er schließlich zur Ruhe. Was für ein turbulenter Abend! Und ziemlich chaotisch. Doch trotzdem war es schön und ich habe das gemütliche Beisammensein richtig genossen, ist es doch wirklich zur Seltenheit geworden.

Irgendwann verabschiedeten sich die beiden und wir ließen den Abend auf dem Sofa ausklingen. Als wir da so saßen, sagte ich zu meinem Mann: „Das hat ja gar nicht mal so gut geklappt heute!“ Und wir lachten beide.

Die Ruhe währte auch nicht allzu lange. Gegen 01.00 wachte mein Sohn wieder schreiend auf, lange Zeit nicht ansprechbar und überhaupt nicht zu beruhigen. Völlig machtlos versuchten mein Mann ebenso wie ich, ihn zur Ruhe zu bringen. Das hat echt lange gedauert. Denn auch als er aufhörte zu weinen, durfte keiner von uns gehen. Um 01.45 war ich dann schließlich wieder im Bett, Papa blieb noch eine Weile bei ihm.

Als mein Sohn heute morgen wach wurde, ging ich in sein Zimmer – die anderen schliefen noch – und wir setzen uns auf den Boden und lasen ein Buch. Da findet er doch plötzlich…den Rest von dem Brötchen. Und diesen musste er dann unbedingt auch noch vertilgen. „Aber das ist doch total hart und trocken!“, sagte ich. „Ich kann das trotzdem essen, Mama!“ Okay. Die Krümel sind jetzt wirklich überall.

Ich geh dann jetzt mal sein Zimmer saugen.

 

Brutzelstube: Knechtsteaks

Ich bin wahrhaftig nicht die größte Köchin. Nein, ehrlich nicht. Doch wenn ich Gäste habe, sind diese immer rundum zufrieden und loben mich, weil es so lecker schmeckt. Dann freue ich mich sehr, doch im Hinterköpfchen ruft immer eine leise Stimme: „Dafür muss man aber wirklich nichts können!“ Und wisst Ihr was? Die Stimme hat recht.

Weil so viele danach gefragt haben, verrate ich Euch jetzt eines meiner Lieblingsrezepte. Damit kommt Ihr bei Euren Gästen immer gut an und das sogar, wenn Ihr in der Küche völlig talentfrei seid – so wie ich.

Knechtsteaks

Was Ihr dafür braucht (4 Personen):

  • Pro Person 250 g mageres Schweine- oder Rindfleisch, z.B. Minutensteaks
  • 1 Glas Zigeunersoße
  • 3 Paprikaschoten
  • 1 Dose Röstzwiebeln
  • 1 Becher Schmand
  • 1 Becher Sahne oder Rama Cremefine
  • 2 Päckchen Tomaten, z.B. Knorr Tomato al Gusto
  • Gratinkäse
  • Salz
  • Pfeffer
  • Paprika scharf

Außerdem:

  • eine große Auflaufform

So wird’s gemacht:

Die Paprika waschen und in Streifen schneiden. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen. Die Auflaufform mit ein paar Löffeln Zigeunersoße bestreichen, dann das Fleisch (dünne Scheiben) hineinlegen. Dann die restliche Zigeunersoße auf dem Fleisch verteilen.

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Die Paprikastreifen darauf verteilen. Anschließend die Röstzwiebeln darüber streuen.

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Darüber die Tomatensoße geben mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen.

Schmand und Sahne miteinander verrühren und darüber gießen.

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Anschließend kommt das Ganze 45 Minuten bei 180° (Umluft) in den Backofen. Zum Schluss den geriebenen Käse darüber streuen und weitere 15 Minuten backen.

Dazu passt am besten Reis.

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Am Ende waren alle Teller leer, es hat allen also geschmeckt.

Darum auch Euch: Guten Appetit! Und viel Spaß beim Nachkochen.

Besseresser. Nicht. Gutschläfer. Schongarnicht.

Essen. Schlafen. Ganz große und nicht gerade unkomplizierte Themen bei meinem Sohn. Ja, bestimmt sagt Ihr jetzt „Das ist doch vollkommen normal!“. Vielleicht habt Ihr sogar recht. Aber es klappte doch alles schon so gut.

Als wir damals mit der Beikost anfingen, aß mein Sohn alles, was man ihm unter die Nase hielt. Alles. Außer es war grün. Aber damit konnte ich leben. Auch als er dann vom Tisch mit aß, klappte das ziemlich gut. Reis, Kartoffeln, Nudeln. Kein Problem. Gemüse ging auch, besonders Erbsen. Und später entdeckte er seine Vorliebe für Fleisch. Klar, es gab immer mal etwas, das er nicht mochte. Aber jetzt? Mag er fast gar nichts mehr. Das Frühstück wird meistens schon verschmäht. Was vermutlich wohl eher daran liegt, dass er meistens zeitgleich mit seiner Schwester aufwacht und sie dann erst mal eine Flasche braucht. In der Zeit verdrückt er dann schon immer ein Knäckebrot und ein Quetschie. Wenn ich Glück habe, gesellt er sich danach doch noch irgendwann zu mir in die Küche und ist seinen Joghurt und beißt ein Mal in sein Brot. Meistens wird das alles jedoch ignoriert. Nur der Actimel-Drink geht eigentlich immer im Laufe des Vormittags weg.

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Natürlich will er dann immer etwas naschen zwischendurch. Und (zu) oft bekommt er auch etwas. Wobei er glücklicherweise auch einige zuckerfreie Knabbereien mag. Aber bevorzugt wird im Moment Schokolade und Ü-Eier. Freue mich schon, wenn die wieder Sommerpause machen. Dieser ganze Kleinkram, der hier immer so rumfliegt und sich unter meinen Füßen fest tritt. Tut.Verdammt.Noch.Mal.Ziemlich.Weh. Nur zu toppen von Lego-Steinen!

Zurück zum Essen. Viel Zeit zum Kochen habe ich ja eh nie, außer am Wochenende. Doch egal wann ich mir unter der Woche mal einen abbreche und doch was auf den Tisch zaubere: Er.Isst.Es.Nicht.

„Ich habe keinen Hunger!“ „Ich will nicht essen!“ „Ich bin gerade beschäftigt, ich muss noch spielen!“

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Es sei denn, seine Lieblingsnudeln stehen auf dem Tisch. Natürlich die mit der Tomaten-Sahne-Soße. (Ehrlicherweise mag ich die aber auch am liebsten.)

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Hackfleisch-Soße funktioniert auch immer. Pommes mit Ketchup. Oder eher gesagt Ketchup mit Pommes. Und Sauerkraut mit Kartoffelbrei. Mein Kind liebt Sauerkraut. Das hat er ohne zu zögern probiert. Erstaunlicherweise. An Gemüse isst er sonst nur noch Paprika. Die früher so heiß begehrten Erbsen sind plötzlich eklig. Fleisch wird auch nur noch selten gegessen. Koche ich Dinge, von denen ich genau weiß, er würde sie mögen, wie Gnocchi oder Knödel, werden die nicht mal probiert. Haben die Nudeln eine andere Form, wie üblich, werden sie nicht probiert. Reis ist auch eklig. Manchmal stellt er sich an, als würde ich ihm Würmer servieren. Wenn ich ihn bitte, es doch wenigstens ein Mal zu versuchen, artet das ganze in einen Wutanfall aus. Inzwischen sage ich ihm einfach nur noch, dass ich mich freuen würde, wenn er es isst, aber er muss es nicht, wenn er nicht will. Den Stress tue ich mir nicht mehr an.

Was jedoch total absurd ist: Alles was auf seinem Teller liegt – ob er es nun mag oder nicht – muss unbedingt dort liegen bleiben. Iss es niemals selber auf. Niemals! Und wirf es erst weg, wenn er im Bett liegt! So kannst Du den Vulkanausbruch vermeiden. Ansonsten: Rette sich wer kann!

Trotzdem ist er ja hungrig. Dann mampft er zwischendurch Äpfel, Bananen, Trauben, Gurken. Oder eben sein Standard-Essen: Das obligatorische Knäckebrot und ein Quetschie. Das geht eben immer.

Am Abend geht das Drama von vorne los. Denn er weiß: wenn es Zeit zum Abendessen ist, hat bald sein letztes Stündchen geschlafen. Trotz Hunger, wird dann oft genug ein Aufstand gemacht, denn er will ja auf gar keinen Fall ins Bett gehen.

Wo wir zum nächsten Thema kommen. Das Schlafen. Seit einigen Wochen ein absoluter Graus.

Den Schlafanzug will er auf gar keinen Fall anziehen. Gar nicht! Das ist unfair! Und Schwups! Ist er abgehauen. Unter unserem Bett verschollen. Wenn er (gefühlte Stunden) später endlich wieder rauskommt, ist er ganz schwarz von den ganzen Staubmäusen, die es sich unterm Bett gemütlich gemacht haben. Vor allem am Mund, wo noch die Reste vom Abendessen kleben. Rabenschwarz. Kriegt man nur mit einem Hochdruckreiniger wieder sauber.

Nach langem Hin und Her ist das Thema Schlafanzug und Zähne putzen schließlich irgendwann abgehakt. Anschließend wird noch ein wenig gespielt und gelesen. Zuerst geht seine kleine Schwester ins Bett. Und.Dann.Ist.Er.Dran.

Das Drama geht in die nächste Runde. Er will sich nicht in den Schlafsack legen. Mehrfaches (nervtötendes) Zureden oder (noch mehr nervtötendes) Einfangen des Kindes, Wutanfall inklusive. Wir entscheiden uns in der Regel für Variante Nr. 1! Ist das auch endlich abgehakt, nimmt meistens Papa ihn auf den Arm, dann wird noch mal gekuschelt, es gibt von jedem für jeden einen Gute-Nacht-Kuss und dann geht es ab ins Bett. Eigentlich wird dann nur noch gebetet, was auch meistens der Papa machen muss, und dann ist Zapfenstreich. Eigentlich.

Was früher kein Problem war ist jetzt eins. Denn seit Wochen muss Papa immer noch bei ihm bleiben, sich auf den Boden legen, wird in lebenswichtige Gespräche verwickelt. Papa darf dann irgendwann nur gehen, wenn er mir Bescheid sagt, dass ich auch noch mal kommen soll, um mit ihm zu beten. Haben wir gesagt, dass es nicht jedes Mal so ein Hin und Her gibt, endete das wieder in einem Drama. Und er wuselt ewig rum, kann nicht einschlafen. Manchmal zwei Stunden lang. Warum das so ist? In unseren Gesichtern seht Ihr pure Ratlosigkeit.

Er nimmt über das Babyphone Kontakt zu uns auf, guckt mit großen Augen in die Kamera und erzählt uns Dinge wie „Ich war auf dem Kartoffelfest, Mama. Da bin ich auf einem Pony gereitet und geritten und da waren ganz viele Tiere. Wirklich, Mama!“ Das ist fast ein Jahr her. Er erinnert sich an alles und dieses Wissen wird unter anderem in solchen Momenten ausgepackt. Das ist zwar lustig. Aber.Es.Ist.Auch.Echt.Anstrengend.

Irgendwann hat er eingesehen, dass wir ihn nicht die halbe Nacht unterhalten können, sondern auch mal Feierabend brauchen. Augenscheinlich. Er fand einen anderen Weg, damit doch noch mal jemand zu ihm rauf kommt. Er zog sich seinen Schlafsack wieder aus. So ging es jetzt wochenlang jeden Abend.

Am Samstag war ich es satt. Ich habe ihm schließlich eine Bettdecke gegeben. Meine Sorge war jedoch immer, dass die Wühlmaus entweder die ganze Nacht ohne Decke da liegt oder sie sich über den Kopf zieht. Beides ist der Fall. Ich schleiche daher öfter in sein Zimmer, ziehe ihm die Decke aus dem Gesicht, decke ihn wieder zu. Aber immerhin kann er sich die Decke nicht „ausziehen“.

Die nicht. Dafür aber die Schlafanzughose. Seit gestern Nacht ist sie völlig verschollen. Hinterm Bett vermutlich. Ich gebe es auf. Offenbar ist es ihm einfach zu warm. (Jetzt lasse ich ihm nachts immer den Body an. Gibt es aber bald nicht mehr in seiner Größe.) Damit wenigstens sein Rücken bedeckt ist.

Wo er früher problemlos von Acht bis Acht schlief, schläft er heute von 21.30 bis 00.00 Uhr. Und wacht dann fast jede Nacht schreiend auf. Gehe ich zu ihm, um ihn zu beruhigen, mache ich die Sache nur noch schlimmer. Denn er will Papa. Immer nur Papa. Wenn ich ihm dann sage, dass Papa schläft und er doch morgen früh aufstehen muss, wird es noch dramatischer. Am Ende wird Papa dann doch meistens wach und kommt, um ihn zu trösten. Demnächst wecke ich ihn lieber gleich.

Weil die Nacht so kurz war, schläft er entsprechend lange. Oft bis 09.00 oder länger. Komme ich in sein Zimmer, will er natürlich nicht aufstehen. Oder er will sofort spielen. Entweder im Bett oder im Dunklen auf dem Boden. „Komm, ich ziehe Dich erst an!“ Das ist grundsätzlich ein Fehler. Er braucht morgens immer seine Zeit, um richtig wach zu werden und im neuen Tag anzukommen. Ganz fatal ist es, wenn er und seine Schwester gleichzeitig wach werden, was sehr oft der Fall ist. Denn dann heißt es beeilen! Und damit kommt er morgens so gar nicht klar. Das war aber schon immer so. Wie soll das nur werden, wenn er in die Kita kommt und morgens einfach nicht mehr so viel Zeit ist?

Wenn er denn überhaupt noch einen Platz in der Kita bekommt. Denn beide haben inzwischen abgesagt, dabei habe ich ihn bereits angemeldet, als gerade mal 9 Monate alt war. Jetzt wird er bald 3 Jahre alt und hat keinen Platz. Er ist ebenso enttäuscht wie ich. Einen kleinen Hoffnungsschimmer haben wir aber noch, bevor wir uns mit den Ämtern herumschlagen müssen. Am Montag dürfen wir uns kurzfristig in einer weiteren Kita vorstellen. Hoffentlich haben wir dort Glück.

Es wäre echt wichtig für ihn, wieder mehr unter andere Kinder zu kommen, mehr gefördert zu werden, denn obwohl er tagsüber wieder ausgeglichener ist, fällt ihm einfach die Decke auf den Kopf. Und dann übermannt ihn doch immer mal wieder die Wut. Was ich verstehen kann.

Also hoffe ich sehr, dass doch noch alles klappt. Und dann steht noch ein weiteres großes Thema an: Mission Windelfrei!

Davon will er momentan einfach noch nichts wissen. Er will nicht Bescheid sagen, wenn er muss. Verkriecht sich für seine Geschäfte lieber in Ruhe in den Flur.

To be continued…

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